"Wäre ja auch affig"

1860-Test: Fans dürfen umsonst ins Grünwalder!

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Die 1860-Fans dürfen ihre Löwen gegen Grödig doch anfeuern.

München - Gute Nchrichten für die 1860-Fans: Sie dürfen nun doch das Testspiel der Profis gegen den SV Grödig live im Stadion verfolgen.

Mit oder ohne Fans? Das war die Frage vor der Generalprobe des TSV 1860 am Samstag um 13 Uhr gegen den SV Grödig (wir berichten per Live-Ticker). Die Auflösung lieferte Trainer Friedhelm Funkel Freitagmittag. Gefragt, ob er für die Partie im Grünwalder Stadion mit einer Geisterkulisse rechne, sagte der Coach vor laufender Kamera: „Nein, 2000 Fans dürfen doch kommen, von daher ist es kein Geisterspiel.“

2000? Da lag Funkel nicht ganz richtig. Vom Klub hieß es später, dass niemand Angst haben müsse, nicht zum Zug zu kommen. Der Eintritt sei frei, Karten würden ab 12 Uhr an den Zugangsbereichen zur Stehhalle und Haupttribüne ausgegeben. Die Stadt München hat trotz der von Protesten begleiteten Sicherheitskonferenz also noch genügend Kapazitäten für das nötige Sicherheitspersonal.

„Das ist eine gute Nachricht. Alles andere wäre ja auch affig gewesen“, freute sich Franz Hell von den blauen „Allesfahrern“. „Wir sind für 1860 schon um die halbe Welt gereist, da wär’s ein schöner Schmarrn gewesen, wenn wir daheim im Sechzger nicht live dabei sein hätten können.“

Bilder: Das sind Münchens große Stadien

Die Welt- und Sportstadt München kann gleich mit mehreren Stadien aufwarten: Von traditionsreichen Kampfbahnen bis hin zur modernen Arena. © Marcus Schlaf
Das traditionsreichste ist wohl das Grünwalder Stadion auf Giesings Höhen. Hier gewann der TSV 1860 im Jahr 1966 seine einzige deutsche Meisterschaft. © Marcus Schlaf
Im Volksgargon hat es viele Namen: 60er Stadion, Hermann-Gerland-Kampfbahn, Grünwalder - aber der offizielle Name lautet "Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße". © Klaus Haag
Nostalgie pur: Die alte Hauptribüne des Grünwalder Stadions mit den Reporterkabinen unter dem Dach. © Klaus Haag
Bis 1995 spielte der TSV 1860 in seiner Heimat. Zur Saison 2004/2005 kehrten die Löwen nochmals für ein Jahr zurück. Bis zu 21.272 Zuschauer konnten die Blauen hier anfeuern. © Marcus Schlaf
Blick von der Haupttribüne auf die von den Fans geliebte Gegentribüne, die "Stehhalle". © Klaus Haag
Besten Blick auf das Geschehen auf dem Platz haben die Anwohner an der Grünwalder Straße. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Nachdem die Kapazität zwischenzeitlich auf 10.240 gesunken und die Zulassung für die 3. Liga durch den DFB in Gefahr geraten war, baute die Stadt das Stadion in der Saison 2012/2013 um. Die Ostkurve, sowie Teile der Südtribüne wurden komplett abgerissen und neu gebaut. © Klaus Haag
Auch die Gegentribüne, besonders unter den Löwen-Fans besser als Stehhalle bekannt, erhielt neue Sitzschalen. Zudem wurde die Bänke der sogenannten Vortribüne entfernt und die Zäune erneuert. © Klaus Haag
Die Hauptribüne erhielt einen neuen Innenbau sowie ebenfalls neue Sitze. Außerem erhielt das Stadion eine Rasenheizung, das Grün wurde bis in die Westkurve verlegt (zuvor war dort nur Asche als Belag) und es wurde eine neue Flutlichtanlage installiert. © Klaus Haag
Ab der Spielzeit 2013/2014 werden hier wieder die zweiten Mannschaften des TSV 1860 und des FC Bayern antreten. Zudem wird das Grünwalder Heimat der Löwen-A-Junioren sowie der Bundesliga-Damen der Bayern sein. Etwa 12.000 Zuschauer können diese Spiele dann verfolgen. © Klaus Haag
Als München 1966 den Zuschlag für die Olympischen Spiele 1972 erhielt, musste ein neues Stadion her. © picture-alliance / dpa/dpaweb
Das Olympiastadion und der Olympiapark wurden auf dem Oberwiesenfeld im Norden Münchens errichtet. Es ist weltberühmt für seine Zeltdachkonstruktion, die sich auch über die Halle und die Schwimmhalle erstreckt. © picture-alliance / dpa
Anfangs bot das Stadion Platz für 80.000 Zuschauer. Die Kapazität wurde aus Sicherheitsgründen kontinuierlich nach unten geschraubt. © dpa
Auch die Umwandlung von Steh- in Sitzplatzbereiche sorgte dafür, das heute "nur" noch 69.000 Zuschauer das Olympiastadion füllen können. © picture-alliance/ dpa/dpaweb
Während der TSV 1860 im geliebten Grünwalder Stadion blieb und nur vereinzelt seine Spiele in der neuen Arena austrug, zog der FC Bayern komplett in den Olympiapark. Die Löwen taten dies erst 1995 nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga. © picture-alliance/ dpa/dpaweb
Die Bayern-Fans in der Südkurve des Olympiastadions. © dpa/dpaweb
Im Norden war die Heimat der Löwen-Fans. Hier ist Benny Lauth auf dem Weg in die Kurve. © dpa/dpaweb
Als die Fußball-WM 2006 nach Deutschland vergeben wurde, war klar: München braucht ein neues Stadion. Zuerst sollte das Olympiastadion umgebaut werden, doch dieser Plan wurde gestoppt. Dieser hätte eine Überdachung der Gegengerade, den Wegfall der Laufbahn und den Einbau eines zweiten Ranges vorgesehen. © dpa
Stattdessen wurde per Bürgerentscheid der Bau eines neuen Stadions im Münchner Norden beschlossen. Innerhalb von nur drei Jahren (2002-2005) wurde die Arena errrichtet. © dpa/dpaweb
Der Versicherungskonzern Allianz sicherte sich die Namensrechte an der neuen-Fußball-Arena. © dpa/dpaweb
Charakteristisch ist ihr Aussehen. Die Hülle aus Kunstoff konnte zunächst in drei Farben beleuchtet werden: rot, blau und weiß. © dpa/dpaweb
Aufnahme vom Beleuchtungstest während der Bauphase. © dpa/dpaweb
Diverse Farbkombinationen sind möglich. Für jeden sollte hier etwas dabei sein. Seit 2015 sind aber durch die neue LED-Technologie 16 Millionen Farben möglich. © dpa/dpaweb
Die Löwen spielten nach dem Abstieg 2004 nur noch fünfmal im Olympiapark und verabschiedeten sich mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Köln (0:0) am 3. April 2005 aus dem Olympiastadion. © 
Der FC Bayern verabschiedete sich am 14. Mai 2005 mit dem letzten Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (6:3). © dpa/dpaweb
33 Jahre feierte der FC Bayern seine Titel unter dem Zeltdach, nun ging es ins Schlauchbott nach Fröttmaning. © dpa/dpaweb
Doch die Sonne ging nicht komplett unter für das Olympiastadion. Andere Ereignisse fanden Einzug unter das Zeltdach. © dpa
Das Olympiastadion ist seither Schauplatz von Open Air Konzerten (hier Robbie Williams), Messen, Public-Viewings (Fußball-WM oder -EM) und vielen anderen Großveranstaltungen. © dpa
Tosende Eröffnungsfeier in der Allianz Arena. Mit insgesamt drei Eröffnungsspielen wurde der 280 Millionen Euro teure neue Fußball-Tempel im Sommer 2005 eröffnet. Zuerst spielte 1860 gegen Nürnberg (3:2) ... © picture-alliance/ dpa
... dann die Bayern gegen die deutsche Nationalmannschaft (4:2) und schließlich kam es zum Derby zwischen FCB und 1860 (0:1). © picture-alliance/ dpa/dpaweb
Seither feiern die Bayern in Fröttmaning ihre Siege und Titel... © MIS
.. während die Löwen hier noch immer zweite Liga spielen und (bislang) vergeblich um den Wiederaufstieg kämpfen. © MIS
Allerdings sind die Fans des TSV 1860 gegen die Arena. Der Grund: Heimweh nach Giesing ins Grünwalder, dazu die horrenden Mietbeträge, die 1860 seit dem Verkauf der Stadion-Anteile an den FC Bayern zu zahlen hat. © MIS
71.137 Plätze hat die Arena. Zu internationalen Spielen stehen durch die Umwandlung der Steh- in Sitzplätze 67.812 Plätze zu Verfügung. Weitere Pläne zur Kapazitätserweiterung laufen aber bereits. © MIS
Münchens viertgrößtes Sportstadion befindet sich derweilen im Stadtteil Gern: Das Dantestadion, oder offiziell "Städtisches Stadion an der Dantestraße". © Marcus Schlaf
Das Dante, wie es oft nur genannt wird, verfügte früher über 32.000 Plätze, wovon heute noch 12.000 erhalten sind. © Klaus Haag
Eine Besonderheit des Stadions ist die trapezförmige und daher einmalige Tribüne, in der sich auch eine Turnhalle und Waschräume befinden. Außerdem existieren eine 400-m-Tartanbahn und eine elektronische Anzeigetafel. © Marcus Schlaf
Das Dante war zur NS-Zeit für Aufmärsche geplant. Für die Marschkolonnen wurde damals die Gegengerade durchbrochen. © Klaus Haag
Das Dantestadion ist Heimat des American Football-Teams der Munich Cowboys. Außerdem trugen hier der FC Wacker München (1963-72), die Frauenmannschaft des FC Bayern sowie der Türk SV 1975 München, der unter seinen früheren Namen SV Türk Gücü München in der Fußball-Bayernliga spielte, hier seine Heimspiele aus (jeweils bis 2006). © Klaus Haag
Mittlerweile halb abgerissen ist das Olympia-Reitstadion in Riem. Heute exisitieren nur noch die unüberdachten Tribünen, die ein Halbrund um das Reitfeld bilden. © Marcus Schlaf
Die baufällige Haupttribüne und der marode Richtertum mit Anzeigetafel von 1972 wurden abgerissen. Heute finden hier vor allem Flohmärkte statt. Highlight war das Konzert der US-Rockband Linkin Park im Juni 2008, als 25.000 Zuschauer nach Riem kamen. Seit Mitte 2012 dürfen allerdings auch keine Open-Air-Konzerte mehr hier stattfinden. © Marcus Schlaf
Im Großraum München gibt es nur ein größeres Stadion, das Profi-Sport beherbergt: der Alpenbauer Sportpark in Unterhaching. Die SpVgg trägt dort ihre Spiele aus. © MIS
Bis zu 15.053 Fans fasst das Stadion. Den Namen wechselte der Sportpark übrigens schon einige male. Bis 2003 sowie von 2011 bis 2013 hieß die Arena schlicht Stadion am Sportpark. Von 2003 bis 2011 hieß sie Generali Sportpark, seit Sommer 2013 heißt sie nun Alpenbauer Sportpark. © Robert Brouczek
Charakteristisch für das Schmuckkästchen ist das Vereinsheim der SpVgg Unterhaching, das sich direkt hinter der Südtribüne, der Hachinger Fankurve, befindet. Zudem parkt in der Ecke zwischen Südtribüne und Gegentribüne stets der mannschaftsbus der Gäste. © Christina Pahnke / sampics

Fehlt zu einem gelungenen Wochenende also nur noch ein gutes Spiel der Löwen – samt entsprechendem Resultat. „Das Ergebnis ist zwar nicht ausschlaggebend, aber vielleicht richtungsweisend“, sagt Zugang Markus Steinhöfer. Bislang gingen die Löwen in dieser Wintervorbereitung noch nicht als Sieger vom Platz. In Hoffenheim gab’s ein 0:3, im Trainingslager in Belek ein 2:2 gegen St. Pauli und ein 0:1 gegen den FSV Frankfurt. „Fürs Umfeld wäre ein Sieg natürlich schön“, sagt Daniel Bierofka. „Aber meine Erfahrung sagt mir, dass Vorbereitungs-Ergebnisse überhaupt nix wert sind. In Leverkusen haben wir vor dem Start mal alles gewonnen und trotzdem einen Fehlstart hingelegt.“ So sieht’s auch Friedhelm Funkel: Der Ausgang des Grödig-Spiels habe „keinen Einfluss“ auf die Partie gegen Düsseldorf (10. Februar, 20.15 Uhr). „Wenn’s richtig losgeht, dann ist alles andere Makulatur.“

lk

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