1860-Trainer beklagt zu viele Einflüsterer

Fröhling streicht Wolf, aber "Marius bleibt bei uns"

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Wurde nicht in den Löwen-­Kader für das Bochum-Spiel berufen: ­Marius Wolf.

München - Marius Wolf wird nicht in Bochum auflaufen, 1860-Trainer Torsten Fröhling strich ihn aus dem Kader. Ein Indiz, dass Wolf geht? Der Coach verneint das.

Marius Wolf war am Sonntag Vormittag der Erste, der nach dem Abschlusstraining in Richtung Kabine marschierte. Schnellen Schrittes und mit einem leichten Kopfschütteln. Und der 20-jährige Löwenstürmer war auch der Allererste, der wieder rauskam und schnurstracks zu seinem Auto marschierte. Vorbei am Mannschaftsbus, der die Löwen zum Münchner Flughafen kutschierte, von wo aus sie zum Auswärtsspiel nach Bochum reisten. Ohne Marius Wolf. Das hatte er zuvor auf dem Platz von Torsten Fröhling erfahren, der wie immer nach getaner Arbeit seinen Kader bekannt gab.

Ein Abschied für immer, wie mancher im ersten Moment vermutete, sei es aber nicht gewesen. Das versicherten am Sonntag die Verantwortlichen des TSV 1860. Dafür sprach auch, dass Wolf seinen Trolley dabeihatte und offensichtlich von einem Flug nach Bochum ausgegangen war. „Marius bleibt bei uns“, stellte Fröhling am Sonntag klipp und klar fest, auch am Montag, dem allerletzten Transfertag, werde kein Wechsel mehr stattfinden. „Außer, es kommt einer mit 80 Millionen an“, schmunzelte Fröhling.

Der Grund, dass er in Bochum auf Wolf verzichte, sei der, so Fröhling, „dass Marius im Kopf nicht frei ist“. Wegen seiner ungeklärten Zukunft. Das vorliegende Vertragsangebot der Löwen, ihn über 2016 hinaus zu binden, hat Wolf bisher nicht angenommen. Jetzt gibt es mehrere Varianten.

Dass Wolf seinen bisherigen Ausbildungsvertrag – zu überschaubaren Bezügen – bis zum Sommer erfüllt und dann ablösefrei geht. Dass es, bei allen gegensätzlichen Beteuerungen, am Montag doch noch zu einem Wechsel kommt. Dass er seinen Vertrag demnächst doch noch verlängert und der TSV 1860 in einem oder zwei Jahren, je nach eingebauten Klauseln, bei einem Wechsel ein gutes Geschäft macht.

All diese Varianten seien auch Wolf in den vergangenen Wochen durch den Kopf gegangen, „und das“, sagte Fröhling, „geht an dem Jungen nicht spurlos vorbei. Marius beschäftigt sich damit 24 Stunden am Tag. Das hat man zuletzt auch im Training und bei unserem Spiel gegen Union Berlin gespürt.“

Deshalb der Verzicht auf ihn am Montag. „Ich muss den Jungen auch schützen“, erklärte Fröhling. „Und ich bin verantwortlich dafür, dass ich eine starke Mannschaft habe, die sich am Montag auf das Wesentliche in Bochum konzentriert. Ich will Ruhe haben.“

Wolf, so Fröhling weiter, „muss jetzt erst wieder zu seiner alten Form zurückfinden“. Abwarten. Er habe zu viele Einflüsterer, wie er seine Zukunft gestalten solle, heißt es beim TSV 1860, und das tue ihm alles andere als gut. Und Fröhling warnt: „Nicht jeder macht nach einem Wechsel eine Entwicklung wie Julian Weigl in Dortmund. Ich erinnere nur an Mike Ott. Was wurden uns damals für Vorwürfe gemacht, als wir ihn nach Nürnberg ziehen ließen.“ Dort ist der Mittelfeldspieler bisher lediglich in der zweiten Mannschaft zum Zug gekommen…

Claudius Mayer

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