1860-Trainer Fröhling im Interview

"Von diesen Spielern muss man jetzt mehr erwarten!"

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Löwen-Trainer Torsten Fröhling.

München/Norderstedt - Vor dem Hinspiel in der Relegation gegen Holstein Kiel spricht mit unserer Onlineredaktion Löwen-Trainer Torsten Fröhling über die Stimmung im Team, den Weigl-Wechsel und die Bedeutung der Fans.

Herr Fröhling, wie ist die Stimmung in der Mannschaft? Haben Sie die Mannschaft eher hart oder eher mit Samthandschuhen angefasst?

Torsten Fröhling: Im Endeffekt beides! Man will eine gewisse Lockerheit, aber man will auch eine gewisse Qualität und Konzentration bei der Arbeit haben.

Wie geht die Mannschaft mit dem enormen Druck um, es sind ja auch viele junge Spieler mit dabei?

Torsten Fröhling: Ich glaube, auch die etwas älteren Spieler haben noch nicht oft Relegation gespielt, das ist für alle ein gewisses Neuland. Aber wir sind sehr froh, dass wir es überhaupt erreicht haben. Es sind ja jetzt zwei Spiele, was ich auch fair finde, so dass wir jetzt die Chance haben, die Saison noch einigermaßen positiv zu beenden.

Können Sie uns zur Aufstellung etwas verraten? Gary Kagelmacher und Valdet Rama sind nach ihren Sperren ja wieder verfügbar.

Torsten Fröhling: Da freue ich mich wahnsinnig darüber, dass die beiden wieder dabei sind. Weil der Gary jetzt auch schon eine Art Führungsspieler ist, der immer Vollgas gibt, der unheimlichen Siegeswillen hat. Und der Valdet ist für uns immer ein Tempodribbling-Spieler, der immer eine Mannschaft verrückt machen kann.

In dieser schwierigen Situation sind genau diese Führungsspieler gefragt. Auf welche Spieler zählen Sie besonders?

Torsten Fröhling: Es sind natürlich jetzt die älteren Spieler gefordert, da gehört aber jetzt in jungen Jahren auch schon Chris Schindler dazu. Auch Kai Bülow, Daniel Adlung, Rubin Okotie oder Dominik Stahl. Von denen muss man natürlich jetzt schon mehr erwarten, dass sie das Zepter in Hand nehmen.

Wie gut haben Sie sich auf Holstein Kiel vorbereitet, wurde der Gegner bereits in seinen letzten Drittliga-Partien beobachtet?

Torsten Fröhling: Wir haben das schon vernünftig gemacht und haben sie öfter beobachtet. Auch schon seit längerer Zeit. Das ist aber auch normal, wie bei anderen Vereinen. Ich selbst kenne Kiel ja noch ganz gut und auch in der 3. Liga gibt es ja auch noch Fernsehberichte. Wir sind sehr ordentlich vorbereitet.

Beim DFB-Pokalspiel im August in Kiel spielte Ihre Mannschaft eine sehr schlechte erste Halbzeit, der Gegner bereitete den Löwen viele Probleme. Könnte es ein Vorteil sein, diese Erfahrung mit diesem Gegner in dieser Saison schon einmal gemacht zu haben?

Torsten Fröhling: Nein. Das ist ja jetzt eine etwas andere Mannschaft hier und das ist schon so lange her. Da ist in der Saison so viel passiert. Das heißt, dass wir immer noch um den Klassenerhalt kämpfen. Kiel hat sich stabilisiert und eine gute Saison gespielt. Das Pokalspiel zählt für mich da gar nicht.

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Julian Weigl geht nach Dortmund. Haben Sie die Befürchtung, dass er mit dem Kopf bereits beim BVB ist? Ist der Zeitpunkt des Bekanntwerdens in ihren Augen ungünstig für das Team?

Torsten Fröhling: Ich habe das bisher nur aus der Presse gehört, dass der Julian da hingehen soll. Wenn es so sein sollte, dann ist es ein ganz normaler, offener Werdegang. Es gibt andere Spieler in der 1. oder 2. Liga, wo die Vereine abgestiegen sind, die das Gesicht in die Hände vergraben und zwei Tage später bei einem anderen Verein aufschlagen. Dann lieber so.

Im Rückspiel wird die Arena richtig voll werden. Wie wichtig sind jetzt die Fans für die beiden Partien?

Torsten Fröhling: Machen wir uns nichts vor, die Fans haben uns bisher getragen. Deswegen sind wir auch vielleicht noch einmal so weit gekommen. Das, was gegen Nürnberg abgelaufen ist mit dieser positiven Energie, als wir 0:1 zurückgelegen sind, da hab ich kein Pfeifen gehört. Das war unheimlich wichtig für die Mannschaft, sodass sie zurückgekommen ist. Genau so jetzt Karlsruhe, die sind ja auch keine Gurkenmannschaft. Man darf nicht davon ausgehen, dass wir alles wegbügeln. Wir hätten da gerne unseren Punkt geholt, aber wir haben auch schon oft genug Rückschläge gehabt wie gegen Sandhausen oder Union und haben uns auch immer wieder gefangen. Deswegen glaube ich an die Mannschaft.

Interview: Florian Weiß

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