"Wir gehen nicht in die Waschanlage"

1860-Trainingslager ohne Rodri, Sanchez und Bedia

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Ilie Sanchez, Rodri und Edu Bedia (v.l.) fahren nicht mit ins Trainingslager und stehen auch nicht im Kader für das Hinspiel der Relegation in Kiel.

München - Am Mittwoch Morgen ging es für 1860 ins  Trainingslager nach Norderstedt zur Vorbereitung auf die Relegation gegen Kiel. Die drei Löwen-Spanier durften nicht mit.

Die Lage ist ernst für den TSV 1860, so ernst wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Doch um einen lockeren Spruch ist Cheftrainer Torsten Fröhling auch in diesen Zeiten der blauen allgemeinen Verunsicherung nicht verlegen. Was denn im Trainingslager in Norderstedt vor den Toren Hamburgs geplant sei, wollte ein Reporter am Dienstag wissen. Fröhlings Antwort: „Also ... wir gehen nicht in die Waschanlage.“

Zweitliga-Interessierte wissen: In eine Waschanlage hatte Tomas Oral, der Trainer-Notarzt des FSV Frankfurt seine Spieler vor dem entscheidenden Spiel bei Fortuna Düsseldorf geschickt, um die Niederlagenserie wegzuwaschen. Mit Erfolg. Frankfurt siegte 3:2 und schaffte den direkten Klassenerhalt – im Gegensatz zu den Löwen, die am Freitag um 20.30 Uhr beim Drittliga-Dritten Holstein Kiel zum ersten Regelationsspiel antreten müssen.

Mittwoch früh um 8.20 Uhr fliegen (oder flogen, falls Sie diese Zeilen nach dem Frühstück lesen) die Sechziger nach Hamburg, bezogen im Steigenberger Hotel Treudelberg Quartier und werden sich auf dem Trainingsgelände des Regionalligisten Eintracht Norderstedt auf das brisante Match gegen Kiel vorbereiten. „Ich denke, dass in München zurzeit ein bisschen Unruhe ist“, sagte Fröhling über die Gründe der Maßnahme. „Wir wollen unter uns sein, damit wir uns voll auf Kiel konzentrieren können.“ Augenzwinkernde Anmerkung: „Dazu wollen wir uns schon mal an das Klima im Norden gewöhnen.“

Nicht umgewöhnen müssen sich Watschen-Stürmer Rodri, Ilie Sanchez und Edu Bedia, die Fröhling nicht für seinen 19er-Kader berücksichtigte. Auch Moritz Volz (geschwächt von einem Magen-Darm-Infekt) und Fejsal Mulic (Rückenprobleme) blieben in München.

Der Tag an der Grünwalder Straße in Bildern

Der Tag an der Grünwalder Straße in Bildern

Auf einen Besuch beim Relegations-Hinspiel des HSV gegen den Karlsruher SC am Donnerstag verzichten Fröhling und seine Mannschaft. „Wir hätten nur noch Karten im KSC-Block bekommen können“, erzählte der Trainer am Dienstag, daher sei der geplante Besuch abgesagt worden: „Nachher bricht dann irgendwer einem von uns die Nase und der fällt aus.“

Sollte es schief gehen gegen Kiel, hätten die Löwen in der Dritten Liga einige Sparmaßnahmen zu ergreifen. Wie die SZ berichtet, müsste das Gehalt von Sportchef Gerhard Poschner neu verhandelt werden, da es dank einer Klausel nur in der zweiten Liga gültig ist. „Insgesamt“, so heißt es in dem Bericht, „stünden laut Planung nur noch 120.000 Euro für die Geschäftsführung zur Verfügung - die auch nur noch mit einer Person besetzt sein soll.“ Noch haben die Löwen in Poschner und Markus Rejek zwei Geschäftsführer.

lk

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