„Er war ein Glücksfall für Sechzig“

1860 trauert um „Atom-Otto“

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Otto Luttrop - genannt Atom Otto als Zuschauer beim Hannover 96 Training (1997).

1860 trauert um einen Meisterlöwen: Otto Luttrop - genannt Atom-Otto ist im Alter von 78 Jahren gestorben.

München - Vor knapp zwei Monaten verstarb Zeljko Perusic, jetzt trauern die Löwen um einen weiteren Meisterlöwen von 1966. Otto Luttrop verschied nach langer Krankheit am Mittwoch mit 78 Jahren im schweizerischen Tessin, wo er nach seinem Karriereende gelebt hatte.

„Ich wusste, dass er nicht gut beinander war“, sagte Luttrops ehemaliger 1860-Kollege Peter Grosser zur Redaktion. „Aber dass es jetzt so schnell zu Ende ging, hat mich doch überrascht. Es gibt einem zu denken, dass so kurz nach dem Peru jetzt auch der Otto von uns gegangen ist. Wir werden immer weniger.“

„Otto war ein Glücksfall für Sechzig“

Luttrop, gebürtiger Westfale, kam 1963 aus Herne zum TSV 1860. Als „Außenläufer“ prägte er die Löwen drei Jahre lang mit Einsatz und Schusskraft. „Otto war ein Glücksfall für Sechzig“, erinnert sich Grosser. „Ein guter Typ. Und seine extra scharfen Freistöße und Weitschüsse waren eine Schau.“

Luttrops Sternstunde war das Halbfinal-Rückspiel im Europacup der Pokalsieger 1965 gegen den AC Turin. Zwei Tore erzielte er beim 3:1 im Grünwalder Stadion und erzwang damit ein Entscheidungsspiel, das die Löwen in Zürich mit 2:0 (samt Luttrop-Elfmeter) gewannen. Nach diesen Spielen bekam Luttrop von der Presse seinen Beinamen „Atom-Otto“ verpasst. „Der wäre heute vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß, aber damals gefiel er mir“, sagte Luttrop 2014 in einem Interview mit dem Magazin 11Freunde.

Nach einem Zerwürfnis mit Trainer Max Merkel wechselte Luttrop 1966 zum FC Lugano in die Schweiz, dort war er nach Stationen in Luzern und Chiasso auch noch als Trainer und später Spielervermittler tätig. Die Löwen werden am Sonntag in Rosenheim mit Trauerflor auflaufen. 

Anlässlich des 50. Meisterjubiläums beim TSV 1860 im Mai 2016 besuchte Präsident Peter Cassalette vor einigen Wochen zusammen mit Hansi Reich, Fredi Heiß und Hansi Rebele die Gräber einiger verstorbener Spieler von damals.

lk

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