1981 ging es schief…

2:7! 1860 stieg schon mal in Karlsruhe ab

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Foto vom 2:7 der Löwen beium KSC 1981: Walter Hainer (re.) im Duell mit Uwe Dittus.

München - Am 13. Juni 1981 ging es für die Löwen um den Verbleib in der 1. Bundesliga. Damals scheiterten die 1860-Stars gegen Karlsruhe. Walter Hainer erinnert sich an diesen düsteren Tag.

Die Löwen am letzten Spieltag in Karlsruhe im Kampf um den Klassenerhalt – alles schon mal dagewesen. Am 13. Juni 1981 war’s, wobei es damals um den Verbleib in der Ersten Bundesliga ging. Aber das Unternehmen Rettung ging so was von in die Hose, dass es geradezu peinlich war. Walter Hainer, der damals 19 Jahre alt war und völlig überraschend erstmals in der Startelf der Löwen stand, erinnert sich: „Uns hätte damals ein Punkt gereicht, für den KSC ging es um nichts mehr. Aber was machen wir? Verlieren 2:7 und mussten absteigen!“

Einen Punkt lag der TSV 1860 vor dem letzten Spieltag hinter Arminia Bielefeld, konnte aber das bessere Torverhältnis vorweisen. Durch die Bielefelder Niederlage gegen Kaiserslautern am letzten Spieltag hätte den Löwen also ein Unentschieden gereicht. Aber sie ließen die Chance darauf einfach liegen, obwohl sie schon nach einer Minute durch Hans Klinkhammer mit 1:0 in Führung gegangen waren. Bis zur Halbzeit hielt man ein 1:1, danach brachen alle Dämme. Innerhalb von 32 Minuten kassierte 1860-Keeper Thomas Zander sechs Tore. „Ich hatte den Eindruck, dass es den meisten damals wurscht war, ob wir absteigen“, sagt Hainer. „Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist in den Wochen vorher schon richtig beschissen gewesen. Elf Freunde – das waren wir sicher nicht.“

Tragisch endete schon eine Woche zuvor das letzte Heimspiel gegen den Hamburger SV (0:0). Viorel Nastase verschoss einen Elfmeter. Ein Sieg gegen die Hamburger hätte also ebenfalls zum Klassenerhalt gereicht. Nach dem Abstieg flogen beim TSV 1860 so richtig die Fetzen. Präsident Dr. Erich Riedl tobte: „So wie die Mannschaft gespielt hat, droht uns sogar der Abstieg aus der Zweiten Liga. Unsere ganzen Neueinkäufe waren Fehlentscheidungen.“ Zu diesem Schluss könnte man auch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nach dieser Saison kommen…

Vor allem Wolfgang Sidka, der teure Einkauf von Hertha BSC, bekam vom Präsidenten so richtig um die Ohren. Der damals 47-jährige Präsident war außer sich vor Wut: „Leistungsträger Sidka hat mit seinem dilettantischen Fehler vor dem 1:2 unseren Abstieg entscheidend vorbereitet. Wenn ich 20 Jahre alt wäre und noch gesunde Knochen hätte, dann hätte selbst ich dieses Tor verhindert.“

Obwohl viele Spieler nach dem Abstieg den Verein verlassen wollten, blieb das Gros der Mannschaft dann auch in der Zweiten Liga beisammen. Inklusive Rudi Völler, der mit 37 Treffern Torschützenkönig wurde. Zum Aufstieg reichte es aber nicht. Platz vier wurde es nur, aber damit war die Sache noch nicht erledigt. Der DFB entzog den Löwen nach Saisonende die Lizenz, und es ging ab in die Bayernliga. Für bittere neun Jahre!

tz

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