Startcheck: So gut läuft es schon bei 1860, Türkgücü, Haching und Bayern II

Blitzstarter, Minimalisten, Wundertüten

Energiebündel: Torjäger Sascha Mölders und seine Löwen gehen neuerdings hellwach in die Spiele.
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Energiebündel: Torjäger Sascha Mölders und seine Löwen gehen neuerdings hellwach in die Spiele.

Die vier Drittligisten aus dem erweiterten Münchner Stadtgebiet sind gut in die Saison gestartet – und können sich nun oben festkrallen.

München– Erst- und Zweitligaprofis dürfen ein Wochenende durchschnaufen, für die Kollegen aus der 3. Liga ist keine Länderspielpause vorgesehen – was insbesondere die glänzend gestarteten Aufsteiger Saarbrücken und Verl freuen dürfte. Und nicht nur die: Auch die vier Clubs aus dem erweiterten Münchner Stadtgebiet sind gut in die Saison gekommen, alle vor dem vierten Spieltag in der oberen Tabellenhälfte platziert. In einem Zwischencheck zeigen wir, was schon gut läuft bei TSV 1860, SpVgg Unterhaching, Türkgücü und FC Bayern II – und wo noch Luft nach oben ist.

TSV 1860

Ist-Zustand:Ligaübergreifend bester Start seit 13 Jahren, ungewohnte Harmonie – und ein dankbares Heimspiel vor der Brust: Am Samstag kommt Lübeck, der auf dem Papier schlechteste Aufsteiger (zwei Punkte, Platz 16).

Was positiv auffällt:Die Löwen gehen neuerdings hellwach in die Spiele, was die Blitzführungen in Meppen (nach 2:22 Minuten) und Zwickau (nach 37 Sekunden) beweisen. Überhaupt fällt auf, dass das eingespielte Team noch mehr über Geschlossenheit, Kampfgeist und mentale Stärke kommt: Bei ihren Auswärtssiegen zeigten sich Sascha Mölders und Co. auch nach zwischenzeitlichen Ausgleichstreffern unbeirrt – und selbst nach dem Rückstand gegen Magdeburg reichte es am Ende noch für einen Kampfpunkt.

Wo Luft nach oben ist: Bei der Bilanz in Spielen ohne Zuschauer. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie traten die Löwen sieben Mal vor leeren Heimtribünen an – nur dreimal behielten sie alle drei Punkte in Giesing. Aber am Samstag sind ja wenigstens 1500 Fans zugelassen.

Türkgücü

Ist-Zustand: Traumstart für einen Neuling: Dem 2:2 gegen Vorjahresmeister Bayern II folgten spektakuläre Auftritte gegen Lautern (3:0 ) und in Mannheim (4:4). Und jetzt: Heimspiel gegen Wehen im seit 2005 nicht mehr für Profifußball genutzten Olympiastadion.

Was positiv auffällt:Während die meisten Drittligisten übers Kollektiv kommen, ragen bei Türkgücü zwei Individualisten heraus: Sercan Sararer und Petar Sliskovic. Beide führen auch überzeugend die Scorerliste der 3. Liga an: Sararer kommt auf 7 Punkte (2+5), Sliskovic auf 5 (4+1).

Wo Luft nach oben ist: Ein Blick aufs Torverhältnis spricht Bände: Neun geschossene Tore sind Ligaspitze – sechs kassierte werden nur von Mannheim überboten. Eine 4:2-Führung wie zuletzt beim SV Waldhof sollte normalerweise mehr als einen Auswärtspunkt einbringen.

SpVgg Unterhaching

Ist-Zustand:Auch nach dem Schromm-Rückzug (Sportchef) und der Installation von Arie van Lent als Trainer ist die SpVgg eine Oase der Ruhe geblieben. Die Auftaktpleite in Zwickau (1:2) wurde mit zwei 1:0-Siegen (gegen Lübeck und in Ingolstadt) ausgeglichen. Mit einem Heimsieg gegen Meppen kann sich Haching jetzt oben festkrallen.

Was positiv auffällt:Die Konstanz im Defensivverbund zahlt sich aus: Neu ist nur Robert Müller (33, Cottbus) – er ersetzt den zum FCK gewechselten Alexander Winkler, 28, bestens. Zudem hat Haching den Kader auch quantitativ verstärkt (30 Mann), was es ermöglicht, das Fehlen der fünf Langzeitverletzten (u.a. Hain, Stahl) aufzufangen.

Wo Luft nach oben ist:Ergebnis-Minimalismus bringt Punkte und Ruhe, aber ein bisschen mehr Offensivpower würde nicht nur den Ex-Stürmer van Lent freuen. Bislang sind alle drei Treffer nach Standards gefallen.

FC Bayern II

Ist-Zustand:Das junge Team ist exakt die Wundertüte, die Trainer Holger Seitz angekündigt hatte. Momentan ist noch jede Ergebnis-Kapriole möglich: Ein 0:3 in Verl genauso wie ein 3:0 gegen Topfavorit Dresden.

Was positiv auffällt:Der Prophet Seitz hatte Recht: „Wenn die Jungs einen Flow entwickeln, sind sie brutal gefährlich.“ Siehe Dresden.

Wo Luft nach oben ist: „Konstanz reinzubekommen, ist das große Thema.“ Auch dieser Seitz-Prognose ist nichts hinzuzufügen. Siehe Verl.

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