Frühe Rote für die Löwen

Löwen-Aufstiegstraum geplatzt: Polizei nimmt zehn Fans am Stadion fest - Schlägerei in Biergarten

3. Liga - FC Ingolstadt 04 - TSV 1860 München - Spieler gehen zu den Fans die vor dem Stadion waren..
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Auch die siegreichen Fans sorgen für Tumulte: FCI-Torschütze Stefan Kutsche versucht, die Anhänger zu beruhigen.

Der TSV 1860 verliert das entscheidende Spiel gegen den FC Ingolstadt. Rund um das Aufstiegs-Finale kam es zu zehn Festnahmen. Und einer größeren Schlägerei.

Update vom 22. Mai, 21.34 Uhr: Sportlich hätte die Begegnung der Schanzer mit den Löwen kaum wichtiger sein können. Und so tümmelten sich die Fans ums Stadion in Ingolstadt. Manche schlugen dort über die Stränge.

Zehn Festnahmen habe es am Rande des Drittliga-Aufstieg-Finals gegeben, teilt die Polizei am Samstagabend mit - überwiegend Münchner. Aus der Menge heraus sei Pyrotechnik gezündet worden. Einzelne Fans sollen auch Gegenstände auf Polizisten geworfen haben.

Am Nachmittag hatte sich die Lage auch noch nicht beruhigt. Immer wieder wurden die Beamten zu Gaststätten im Stadtgebiet gerufen. In einem Biergarten kam es beispielsweise nach dem Spiel zu einer Schlägerei zwischen FCI- und 1860-Fans. Die Ingolstädter Polizei hatte noch an die Fans appelliert, zuhause zu bleiben. Die Corona-Inzidenz ist in Ingolstadt deutlich höher als in München.

Aufstiegstraum für 1860 München geplatzt - FCI gewinnt „Finale“ gegen die Löwen

Geschlagen am Boden: 1860 München verliert sein Saisonfinale gegen den FC Ingolstadt.

Erstmeldung vom 22. Mai, 15.33 Uhr: Ingolstadt - FCI-Trainer Tomas Oral tauschte im Vergleich zur 5:1-Gala der Schanzer in Duisburg doppelt. Für die Offensivkräfte Justin Butler und Caiuby kamen Linksverteidiger Dominik Franke und Flügelflitzer Caniggia Elva in die Partie. 1860 München-Coach Michael Köllner ließ seine Startelf nach dem 2:2 im Stadtderby gegen den FC Bayern II nahezu unangetastet. Einzig Dennis Erdmann ersetzte in seinem letzten Spiel für die Löwen den gelbgesperrten Innenverteidiger Semi Belkahia.

FC Ingolstadt gegen 1860 München: Turbulente Anfangsphase - Platzverweis für Löwen-Torwart Hiller

Und die Partie lieferte gleich zu Beginn das, was sie im Vorfeld versprochen hatte. Nach einer Ecke von Ingolstadts Stendera kam Dennis Erdmann klar mit der Hand an den Ball (3- Spielminute). Der Bundesliga-Schiedsrichter Deniz Aytekin erkannte das Handspiel zum Glück für die Löwen aber nicht.

Wenig später sollte es allerdings der TSV 1860 München sein, der mit dem Unparteiischen haderten. Nach einem langen Ball von Gaus auf Kaya stürmte Löwen-Keeper Marco Hiller viel zu ungestüm raus und traf wenige Meter vor dem Sechzehner Ingolstadts Fatih Kaya, Aytekin schickte Hiller dafür mit Rot vom Feld (9.). Der Stürmer der Schanzer nahm den Kontakt jedoch auch dankend an, eine durchaus strittige Entscheidung.

Doch die Löwen steckten trotz des Rückschlags nicht auf, doch die Überzahl war den Schanzer im weiteren Verlauf klar überlegen. In der 26. Minute konnte sich der FC Ingolstadt für den Aufwand belohnen: Heinloth schlägt eine scharfe Flanke auf den ersten Pfosten, FCI-Kapitän Stefan Kutschke ist viel zu frei und köpft den Ball unhaltbar für den eingewechselten Ersatz-Torwart Kretzschmar ins linke Eck.

Ingolstadt blieb weiter dran und drängte auf das zweite Tor. Nach einer Ecke der Löwen kontern die Schanzer, Stendera bleibt völlig frei vor Kretzschmar cool (43.). Dem Tor vorausgegangen war jedoch ein strittiger Zweikampf, bei dem Steinhart getroffen wird, das hätte durchaus gepfiffen werden können.

FC Ingolstadt gegen TSV 1860 München: Löwen kommen stark aus der Kabine - FCI

Die Löwen kamen stark aus der Kabine. Nach einem langen Ball kam Sascha Mölders zur Großchance, FCI-Torwart Buntic kommt zögerlich raus, kann den Ball aber gerade noch so abwehren (51.). Der TSV 1860 machte ihm Verlauf der Partie weiter auf, die Schanzer kamen  dank der Überzahl immer wieder zu gefährlichen Kontersituationen, die sie jedoch zu ungenau ausspielten (62./77.). In der 81. Minute gelang den Löwen der Anschlusstreffer: Biankadi kratzt die Ecke von der Torauslinie, Erdmann bringt den Ball unbedrängt über die Linie. In den Schlussminuten ging es nochmal drunter und drüber. Nach einem Foul von Tallig an Röhl gibt es Elfmeter für Ingolstadt, den Eckert Ayensa vergibt. Beim Versuch des Nachschuss wird der Ingolstädter Stürmer im Strafraum gefoult. Den erneuten Strafstoß verwandelt Gaus zum 3:1 (90+2.). Der Schlusspunkt einer spannenden Begegnung.

Für den FC Ingolstadt geht es in der Relegation (26./30.5.) um den Aufstieg in die 2. Liga*. Die sensationelle Serie des TSV 1860 München mit elf Spielen ohne Niederlage reißt, der Traum vom Aufstieg ist damit geplatzt

(Vinzent Fischer)

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