Stadien wohl nicht überall leer

3. Liga: Fan-Frust in Bayern - Aber Löwen und Haching vor Zuschauern?

Ein volles Grünwalder Stadion wird es in dieser Saison wohl nicht geben.
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Ein volles Grünwalder Stadion wird es in dieser Saison wohl nicht geben.

Fußballfans müssen in Bayern damit rechnen, den Drittliga-Auftakt zu verpassen. Auf Kulisse dürfen sich 1860 und Unterhaching trotzdem freuen.

  • Nach der Entscheidung der Bayerischen Staatsregierung scheint ein Saisonstart der 3. Liga mit Fans in Bayern ausgeschlossen.
  • Zu den Auswärtsspiele von 1860 München und Unterhaching am 1. Spieltag könnten Zuschauer jedoch teilweise zugelassen werden.
  • In Liga drei droht ein Flickenteppich.

München - Die Bayerische Staatsregierung hat entschieden: Die bestehende Infektionsschutzverordnung wird bis zum 18. September verlängert. Damit bleibt nicht nur der erhoffte Durchbruch für die bayerischen Amateure aus, auch für die Drittligisten des Freistaats rückt damit ein Saisonauftakt mit Fans in weite Ferne. Stand jetzt müsste Türkgücü München ihr Debüt im Profifußball vor Geisterkulisse bestreiten - und das ausgerechnet im Derby gegen die kleinen Bayern

Anders könnte es am ersten Spieltag jedoch für den TSV 1860 München* und die SpVgg Unterhaching aussehen. Beide treten am 19. September auswärts an - und zwar in Bundesländern, in denen Zuschauer nach aktueller Verordnung unter Auflagen zugelassen werden können. Das letzte Wort haben allerdings immer die lokalen Gesundheitsbehörden. Für Gästefans besteht allerdings wenig Hoffnung.

Löwen-Auftakt womöglich vor bis zu 500 Zuschauern

Für die Münchner Löwen geht die Reise beim Drittliga-Auftakt nach Niedersachsen, zum SV Meppen. Offizielle Aussagen sucht man bis dato vergebens. Die momentanen Vorzeichen findet man allerdings beim  Blick in die aktuelle Corona-Verordnung des Landes. Erlaubt sind hiernach bis zu 500 Zuschauer. Voraussetzung ist wenig überraschend ein ausführliches Hygienekonzept mit der Möglichkeit, die Kontaktdaten nachzuverfolgen. Eine weitere Einschränkung ist das Verbot von Stehplätzen

Wesentlich lockerer handhabt der Freistaat Sachsen die Problematik. Hier gibt es keine grundsätzliche Obergrenze mehr. Einziges Kriterium ist hier die Einhaltung der Mindestabstände. Als erster Verein bekam am Dienstag RB Leipzig eine Sondergenehmigung erteilt. Das Gesundheitsamt Leipzig gestattet dem Bundesligisten demnach eine Auslastung von 20 Prozent - das heißt in etwa 8.500 Zuschauer. Zugelassen werden jedoch ausschließlich Dauerkartenbesitzer mit Wohnsitz in Sachsen. 

Es ist anzunehmen, dass die Entscheidung des Leipziger Gesundheitsamts Präzedenzcharakter haben wird - allen voran für die sächsischen Profivereine. Zu denen zählt auch der FSV Zwickau, bei dem die SpVgg Unterhaching in knapp zwei Wochen antritt. 

3. Liga: Einheitliche Regelung nicht in Sicht

Ähnlich wie in der ersten Pokalrunde am zweiten Septemberwochenende droht in Sachen Fans auch während der regulären Saison der 3. Liga ein echter Flickenteppich. Zwar verständigten sich die Klubs, bis zum Ende des Kalenderjahres grundsätzlich keine Gästefans zuzulassen, sämtliche weitere Streitpunkte - wie die Frage nach Stehplätzen sowie den Verkauf von alkoholischen Getränken - überlässt man jedoch den örtlichen Behörden.

Für die bayerischen Vereine scheint die Lage bei Heimspielen relativ simpel. Zwar gilt die aktuelle Verordnung nur bis einen Tag vor dem Punktspielstart, doch dass die Regierung ihre restriktive Linie ändert und doch noch die Freigabe erteilt, scheint sehr unwahrscheinlich. Selbst wenn es von Seiten der Politik doch noch rechtzeitig zu Lockerungen kommen sollte, stellt sich die Frage nach der Machbarkeit. Zwar hat der DFB bereits ein umfassendes Hygienekonzept veröffentlicht, ob die Vereine allerdings organisatorisch in der Lage wären, die Auflagen mit minimaler Vorlaufzeit umzusetzen, ist fraglich. *tz.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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