Richard Neudecker verletzt ausgewechselt

War`s das mit dem Aufstieg? TSV 1860 patzt beim Vorletzten VfB Lübeck

„Zufrieden können wir nicht sein“: Den Löwen um Sascha Mölders (2. v. r.) fehlte die Effizienz. 
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„Zufrieden können wir nicht sein“: Den Löwen um Sascha Mölders (2. v. r.) fehlte die Effizienz. 

Der TSV 1860 München verabschiedet sich wohl endgültig aus dem Kampf um den Aufstieg. Gegen den Tabellenvorletzten VfB Lübeck reicht es nur zu einem 0:0. 

Lübeck –Die Lübecker Spieler feierten den Punkt vor dem Stadion mit ihren Fans, bei Sechzig dominierten betretene Mienen. „In der zweiten Halbzeit haben wir nochmal richtig Dampf gemacht. Nur leider haben wir den Ball nicht ins Tor gebracht“, bilanzierte Dennis Dressel. Und Trainer Michael Köllner sprach ins Magenta-Mikrofon: „Zufrieden können wir nicht sein. Wir haben uns 14 Eckbälle erarbeitet, aber kein Tor gemacht. Natürlich sind wir enttäuscht.“

Durch das Ingolstäder 1:1 in Verl bleibt der Abstand auf Platz drei bei neun Punkten. Am Montag (19 Uhr) geht’s gegen Tabellenführer Dynamo Dresden weiter. Wie erwartet hatte Köllner erneut die Elf vom 4:0 in Halle auflaufen lassen. Für Rot-Sünder Dennis Erdmann blieb nicht einmal ein Platz auf der Bank, der rheinische Ringer musste zu Hause in München trainieren anstatt den Charterflieger in den hohen Norden zu besteigen. Von Köllners angekündigter Devise, mit konsequentem Pressing „früh die Entscheidung herbeizuführen“, war lange nichts zu sehen auf dem holprigen Rasen.

Löwen tun sich schwer aus dem Spiel Chancen zu erspielen

Außer Eckbällen sprang nichts heraus für den Favoriten; Steinharts Kopfball nach einem ebensolchen (15.) und ein abgewehrter Freistoß von Richy Neudecker (41.) blieben die gefährlichsten Szenen im ersten Durchgang. Aussichtsreicher kamen die Lübecker vors Tor. Der agile Deichmann verfehlte nach starker Einzelleistung nur knapp das entfernte Toreck (19.), der freigespielte Akono haute die Kugel über den Kasten von Marco Hiller. Bitter für die Löwen: Spielmacher Neudecker musste kurz nach seinem Freistoß mit Problemen im Adduktorenbereich ausgewechselt werden, für ihn kam Erik Tallig. Das treffende Pausenfazit von Co-Trainer Oliver Beer: „Wir verlieren im Übergangsspiel im Mittelfeld zu viele Bälle und bringen Lübeck damit ins Spiel. Wir sind nicht so im Tritt, wie wir uns das vorgestellt haben.“

TSV 1860 offensiv zu ungefährlich

Ein Bild, dass sich nach dem Wechsel schnell zum Besseren für die Löwen änderte. Dressel eröffnete mit einem gerade noch geklärten Linksschuss (49.), Lex’ Ball aufs Tor kratzte Grupe für den geschlagenen Ex-Bayern-Keeper Raeder gerade noch von der Linie (51.). Doch die Tempoverschärfung war nicht von Dauer – und Köllner hielt nun nichts mehr auf seiner Holzbank. Lauthals peitschte er seine Mannschaft nach vorne, Staude traf das Außennetz (65.), Talligs abgefälschter Fernschuss strich über die Latte (72.). Mit einem zu Recht aberkannten Abseitstor für Lübeck und der Einwechslung von Johann Djayo für den angeschlagenen Lex (79.) begann die nervenaufreibende Schlussphase.

Ingolstadt hatte im Parallelspiel in Verl gerade den Ausgleich zum 1:1 kassiert, die Löwen hatten die Chance, den Abstand auf sieben Punkte zu verkürzen. Doch außer einem missglückten Kopfball von Belkahia (89.), der seinen Vertrag bei den Löwen vor wenigen Tagen verlängert hat, sprang nichts mehr heraus. So dürfte der Aufstieg ein schöner Traum bleiben.

(Ludwig Krammer)

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