Auch Klopp beeindruckt

Ex-Löwe lässt BVB fast verzweifeln

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Pierre-Emerick Aubameyang (l.) scheitert an Aaron Siegl

Wilhelmshaven - Am Ende siegte der Vizemeister doch noch mit 3:0. Zuvor aber brachte ein ehemaliger Löwe Borussia Dortmund fast zur Verzweiflung.

Aaron Siegl, der jener 1860-Mannschaft angehörte, die 2006 die deutsche B-Jugend-Meisterschaft gewann, hielt im Tor des SV Wilhelmshaven lange Zeit wie der Teufel. Am Ende konnte der 23-Jährige dann aber auch nicht die 0:3-Niederlage gegen den Champions-League-Finalisten verhindern. Auch BVB-Trainer Jürgen Klopp geriet hinterher ins Schwärmen, als er auf die Leistung des gebürtigen Moosburgers angesprochen wurde. Das war herausragend“, lobte der Dortmunder Coach den auffälligsten Spieler auf dem Platz.

Siegl war trotz des Ausscheidens des SV Wilhelmshaven gegen den BVB der Held des Tages. Erst in der 71. Minute musste er das erste Mal hinter sich greifen, als er gegen den Schuss von Großkreutz machtlos war. Danach überwanden ihn noch Duksch und Lewandowski. „Das war medial das größte Spiel für mich“,sagte Siegl, der in der vergangenen Saison beim FC Ingolsstadt nur dritter Torwart war und deshalb zum Viertligisten nach Wilhelmshaven gewechselt ist.

Erst in der vergangenen Woche hat er seinen Vertrag unterschrieben und dann stand Siegl gleich derart im Brennpunkt. Ein Interview nach dem anderen musste er gaben, war begehrt wie noch nie zuvor in seiner Karriere. „Sowas ist natürlich überragend“, sagte der Mann, der bei den Löwen einst in einer Mannschaft mit den Bender-Zwillingen, Timo Gebhart und Manuel Schäffler stand. „Hoffentlich bleibt Siegl keine Eintagsfliege“, sagte Jürgen Klopp, „so wie das ja schon oft in Pokalspielen vorgekommen ist.“ Eins aber war beim BVB-Coach deutlich zu erkennen. Den Namen Siegl hat er sich vorsichtshalber schon mal gemerkt…

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Den 3:0-Erfolg seiner Truppe kommentierte Klopp so: „Es war sicherlich kein herausragendes Fußballspiel. Klar ist, dass unsere Chancenverwertung noch besser werden muss. Und über das Weiterkommen habe ich mir auch keine Sorgen gemacht, als es nach 70 Minuten noch 0:0 stand.

Kurz aber verlor Jürgen Klopp seine gute Laune. Als er nach der Leistung von Robert Lewandowski gefragt wurde, blaffte er einen Journalisten an: „Warum lachen Sie?“ Klopp bekam sich schnell wieder in den Griff und beantwortete schließlich die einfache Frage mit einfachen Sätzen. „Ich fand ihn gut. Er hat viel gearbeitet und ein Tor gemacht“, sagte der Coach und schob nach: „Alles okay.“ Doch dass alles in Ordnung ist, lässt sich kaum behaupten – und an Klopps Reaktion auch ablesen.

Zu hart war Lewandowskis Kritik in einer polnischen Boulevardzeitung, dass er sich vom BVB „betrogen fühle“. Es sei für ihn ein Wortbruch, dass der Verein seinen beabsichtigten Wechsel zum FC Bayern München verhindert habe. „Es gibt sicher noch Gesprächsbedarf, aber das klären wir intern“, sagte Manager Michael Zorc.

tz

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