Abedi Pele: Meine blauen Jungs gegen den FCB!

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Abedi Pele spielte für den TSV 1860

München - Was für ein rot-blaues Duell! Die Söhne der 1860-Legende Abedi Pele treffen am Mittwoch mit Olympique Marseille auf den FC Bayern. Die tz spricht mit dem stolzen Vater über das Duell:

Im Mai 1993 gewann Abedi Pele mit Olympique Marseille die Champions League. Durch ein 1:0 gegen den AC Mailand im Münchner Olympiastadion. Auch heuer ist wieder München der Finalort, diesmal allerdings geht es in die Allianz Arena. Und Peles größter Wunsch: Dass in knapp acht Wochen zwei seiner Söhne, Andrew und Jordan, mit dabei sind. Sie spielen ebenfalls für Olympique Marseille und müssen jetzt im Viertelfinale erst mal gegen den FC Bayern ran. Die tz sprach mit Pele vor den beiden Duellen gegen die Bayern und erinnerte sich mit ihm an die Zeit von 1996 bis 1998, als er beim TSV 1860 unter Vertrag stand.

Die Löwen im Olympiastadion - so war es damals

Werfen Sie hier einen Blick zurück auf die Zeit, in der die Löwen im Olympiastadion kickten. Wir haben die schönsten Bilder für Sie zusammengestellt. © dpa/getty
Zuletzt spielten die Löwen ... © dpa/getty
... zwischen 1995 und 2005 in der 1972 erbauten Betonschüssel. © dpa/getty
Die Jahre im Olympiastadion ... © dpa/getty
... waren mehr oder minder erfolgreich ... © dpa/getty
Immerhin spielte man dort ... © dpa/getty
... auch die tolle Saison 1999/2000, als man ... © dpa/getty
...auch dank der Tore von Martin Max ... © dpa/getty
... Platz 4 in der Bundesliga und somit die Qualifikation zur Champions League erreichte. © dpa/getty
Die beiden Löwen-Könige im Olympiastadion: Werner Lorant (l.) und Karl-Heinz Wildmoser. © dpa/getty
Die Tribünen des Olympiastadions erlebten Werner Lorant lachend ... © dpa/getty
... wütend ... © dpa/getty
... rasend ... © dpa/getty
... rauchend ... © dpa/getty
... fröhlich ... © dpa/getty
... verzweifelt ... © dpa/getty
... enttäuscht ... © dpa/getty
... tröstend ... © dpa/getty
... und immer hundertprozentig konzentriert. © dpa/getty
Die Duelle gegen den FC Bayern ... © dpa/getty
... waren immer von besonderer Brisanz ... © dpa/getty
Oftmals ging es heiß her zwischen den beiden Teams. © dpa/getty
Meistens hatten die Bayern das sportlich bessere Ende für sich. © dpa/getty
Nicht aber am 13. Spieltag der Saison 1999/2000, als Thomas Riedl den entscheidenden Treffer beim 1:0-Sieg gegen die Roten erzielte. © Getty
Freundschaftliche Bande zwischen Oliver Kahn und Werner Lorant. © dpa/getty
Auch Erik Mykland spielte im Olympiastadion auf. © dpa/getty
Das Olympiastadion war nie besonders beliebt bei den Löwen-Fans, manche wussten aber trotzdem zu feiern. © dpa/getty
Torhüter Daniel Hoffmanns "Zeitarbeit" bei den Löwen dauerte von 1997 bis 2001. © dpa/getty
Großer Löwen-Fan: Der ehemalige Finanzminister Theo Waigel. © dpa/getty
Löwen-Jubel I. © dpa/getty
Löwen-Jubel II. © dpa/getty
Löwen-Jubel III. © dpa/getty
Auch internationale Prominenz ließ sich bei Spielen gegen die Löwen im Olympiastadion blicken. Hier der ehemalige Trainer von Newcastle United, der mittlerweile verstorbene Sir Bobby Robson. © dpa/getty
Die Löwen trafen im Halbfinale des UI-Cups 2001/2002 auf die Engländer. © dpa/getty
Und schieden aus (2:3 und 1:3). © dpa/getty
Ein Löwen-Urgestein: Daniel Borimirow. © dpa/getty
Auch Bernhard Trares (Mite) gilt als eine Legende der Löwen. © dpa/getty
Nicht selten bot der Anblick des Olympiastadions bei Löwen-Spielen aber auch Tristesse. © dpa/getty
Roman Tyce im Laufduell mit Bayerns Sebastian Deisler. © dpa/getty
Auch ein wichtiger Spieler in der Olympiastadion-Ära der Löwen: Thomas Häßler. © dpa/getty
Torben Hoffmann (r.) kickte auch schon im Olympiastadion für doe Löwen. © dpa/getty
Ein Trainer kann der einsamste Mensch auf Erden sein, wie hier Falko Götz. © dpa/getty
Unter Götz ... © dpa/getty
... gerieten die Löwen in der Saison 2003/2004 auf die falsche Spur beziehungsweise in den Abstiegsstrudel. © dpa/getty
Der Tiefpunkt: Francis Kioyos verschossener Elfmeter im Heimspiel gegen Hertha BSC. Der Abstieg war besiegelt. © dpa/getty
Trauernde Löwen-Fans ... © dpa/getty
... die in der 2. Bundesliga wenigstens das ungeliebte Olympiastadion verlassen und wieder im Grünwalder Stadion jubeln durften. © dpa/getty
Jetzt gibt es Erwägungen, wieder ins Olympiastadion zurückzukehren, weil so mancher sich nicht mit der Allianz Arena anfreunden mag. Wo werden die Löwen ihre sportliche Heimat finden? © dpa/getty

Hallo, Abedi, werden Sie denn am Mittwoch in Marseille im Stadion sein, um Ihren Jungs die Daumen zu drücken?

Pele: Nein, leider nicht. Ich bin beschäftigt und muss es mir in Ghana am Fernseher anschauen. Aber ich werde zum Rückspiel nach München fliegen.

Welche Chancen geben Sie Marseille auf das Erreichen des Halbfinales?

Pele: Eins ist klar: Bayern ist eindeutig Favorit. Natürlich hat Olympique in den letzten Wochen in der Meisterschaft enttäuscht, viele Spiele verloren und ist im Pokal gegen einen Drittligisten ausgeschieden, aber wenn es um die Champions League geht, dann ist das ganz was anderes. Das ist ein ganz wichtiger Wettbewerb, und wer weiß, wozu die Mannschaft in diesen Spielen fähig ist. Im Fußball darfst du niemals nie sagen.

Marseille hat ja auch gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund in der Gruppenphase zweimal gewonnen und zuletzt Inter Mailand ausgeschaltet…

Pele: Eben. Und mein Sohn Andrew hat in den beiden Spielen gegen Dortmund insgesamt drei Tore geschossen und auch beim 1:0-Sieg gegen Inter getroffen. Ich war unheimlich stolz.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung Ihrer Söhne? Neben Andrew gibt es ja auch noch Jordan, der aber eher von der Bank ins Spiel kommt.

Pele: Ich bin sehr zufrieden mit ihnen. Andrew ist 22, Jordan erst 20 Jahre alt. Ich glaube, so richtig gut werden sie erst mit 25, 26 Jahren sein.

Marseille muss im ersten Spiel ohne Nationaltorhüter Mandanda antreten. Ersatzmann Bracigliano machte beim Aus im Pokal einen schlimmen Fehler, der zu einem Tor führte. Ein Vorteil für Bayern?

Pele: Okay, Bracigliano hat jetzt einen Fehler gemacht. Aber er ist ein sehr erfahrener Mann und wird sehr motiviert sein, weil er in der Champions League spielen darf.

Wird auch Franck Ribéry sehr motiviert sein, weil er gegen seinen früheren Verein antritt?

Pele: Davon gehe ich aus. Aber vielleicht ist er ja auch übermotiviert in seiner alten Heimat. Aber Ribéry ist natürlich ein wundervoller Spieler, so wie einige andere bei den Bayern auch. Der Verein besitzt schon ein paar der besten Fußballer auf dieser Welt.

Wenn Sie nächste Woche nach München kommen, welche Erinnerungen kommen dann an Ihre Zeit beim TSV 1860 auf?

Pele: Oh, ich erinnere mich sehr gern daran. Vor allem an den Trainer.

Werner Lorant?

Pele (lacht): Ja. Bei ihm mussten wir sehr viel laufen.

Und sonst?

Pele: Es waren wirklich zwei wundervolle Jahre. Mein Sohn Andrew hat ja damals auch für 1860 gespielt. In der Schülermannschaft.

Von den Fans wurden Sie unheimlich geliebt…

Pele: Ich weiß. Das war herrlich. Das waren die besten Fans von allen, die ich auf meinen verschiedenen Stationen erlebt habe. Die Löwen-Anhänger haben ja auch ein eigenes Lied für mich gehabt. Abedi beginnt nach der Melodie von „And when the saints go marching in“ am Telefon zu singen: We’re singing A, we’re singing B, we’re singing Aaa-be-di Pe-lee. Es war großartig. Das werde ich nie vergessen.

Stimmt es eigentlich, dass sie damals gedacht haben, Sie würden zu Bayern wechseln und nicht zu 1860?

Pele: Nein, nein. Ich wusste sehr wohl, zu welchem Klub ich gehe. Bayern war wohl mal ein paar Jahre vorher an mir interessiert.

Mittlerweile spielen die Löwen seit acht Jahren in der 2. Liga. Verfolgen Sie den Klub noch?

Pele: Natürlich. 1860 wird immer in meinem Herzen sein. Bei mir in Ghana hängen auch zwei Löwen-Trikots an der Wand. Eins zu Hause und eins in meinem Büro.

Was machen Sie jetzt?

Pele: Ich bin Präsident vom FC Nania Accra und außerdem in Kommitees der FIFA tätig.

Interview: tz

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