Erfahrung ist dünn gesät

Löwen im Abstiegskampf: Wer soll's richten?

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Mitten drin im Abstiegskampf: Ortega und Kollegen.

München - "Erfahrung lässt sich nicht herbeizaubern." Diese (grundsätzlich korrekte) Feststellung von Trainer Markus von Ahlen gibt den Löwen-Fans derzeit einige Rätsel auf.

Tenor der Fragen: Warum spielen dann die Youngster wie Wolf, Mulic und Angha, wenn ältere Spieler wie Volz und Claasen auf der Bank sitzen oder wie im Fall Wood/Steinhöfer seit Wochen nicht mehr für den Kader berücksichtigt werden? Ist dieser Jugendstil im Abstiegskampf das richtige Mittel?

Von Ahlen argumentiert mit der Trainingsleistung. Und wird widerlegt, wenn sein Team gegen biedere Kämpfertruppen wie Aue oder Frankfurt den Kürzeren zieht. Ex-Trainer Werner Lorant hat unlängst angemahnt, dass diese Löwen nicht die Mentalität für einen erfolgreichen Abstiegskampf besäßen. Torhüter Stefan Ortega gab Lorant in Nürnberg insofern Recht, als er die Leistung der Kollegen beim 1:2 gegen den Club als nicht ausreichend kritisierte. „Das ist im Abstiegskampf zu wenig. Wir müssen viel bissiger, energischer sein und auch mit einer anderen Gier und Körpersprache zum Training kommen.“ Sätze, die beim Trainer nicht gut angekommen sind. „Die Moral ist intakt“, sagt von Ahlen. „Die Mannschaft ist läuferisch auf einem guten Niveau. Ich glaube, dass wir insgesamt an diesem Weg festhalten sollen. Ich bin überzeugt, dass die Qualität des Gesamtkaders reicht.“

So sieht’s auch Gerhard Poschner, der diesen Kader (und den Cheftrainer von Ahlen) zu verantworten hat. Trotzdem meinte der Sport-Geschäftsführer: „Man darf nicht erwarten, dass die Jungen den Karren aus dem Dreck ziehen.“ Aber wer dann? Erfahrung im Abstiegskampf ist dünn gesät bei den Löwen. Am frischesten sind die Erinnerungen bei Ortega, der sich mit Bielefeld vor einem halben Jahr in die Relegation rettete, um dort gegen Darmstadt abzusteigen. In Bielefeld sei die Mannschaft zwar vertraut mit dem Existenzkampf gewesen, sagte Ortega zur tz. „Aber dort waren wir nicht so gut besetzt wie hier.“

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Kai Bülow wäre noch zu nennen. Auch der am Mittwoch am Sprunggelenk operierte Verteidiger kämpfte bei Hansa Rostock 2010 letztlich erfolglos gegen den Abstieg – wie auch Abwehrkollege Gary Kagelmacher, der als Leihspieler mit Valenciennes aus der ersten französischen Liga abstieg, ehe er im Sommer zu 1860 wechselte. Weitere Namen? Martin Angha (mit Nürnberg abgestiegen), Moritz Volz (in Fulham gestählt), Valdet Rama (mit Valladolid abgestiegen), Markus Steinhöfer (beim späteren Absteiger Betis Sevilla aussortiert – derzeit bei der U21 und verletzt) sowie: Gerhard Poschner. Der Sportchef erlebte den Löwen-Abstieg 2004 verletzt mit. Parallelen zum Horrorjahr will er noch nicht sehen: „Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass es auf unserem Weg Tiefpunkte geben wird.“

Bislang gab’s kaum was anderes. Immerhin: Torjäger Rubin Okotie konnte am Mittwoch wieder voll mittrainieren. Die Hoffnung auf einen Einsatz am Samstag gegen den KSC lebt.

tz

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