Sieben Klubs zittern

Abstiegskampf pur: "Es geht nicht um Leckerbissen"

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Die Löwen müssen gegen den "Club" als eingeschworener Haufen auftreten.

München - Nicht nur dem FC St. Pauli und 1860 München droht der Absturz in die 3. Liga. Sieben Klubs zittern noch um den Klassenerhalt.

Eigentlich hatten sie bei 1860 München ganz andere Ziele. Die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga stand ganz oben auf der Agenda, man wollte die 2. Liga dominieren und den Grundstein für eine (erfolgreiche) Ära legen. Die Realität aber sieht anders aus. Zwei Spieltage vor Saisonende droht den Löwen der erste Absturz in die Drittklassigkeit seit 23 Jahren - doch nicht nur die Münchner stehen in den nächsten zwei Wochen vor Schicksalsspielen.

Auch der FC St. Pauli steckt als 15. im Tabellenkeller fest, Hoffnung birgt aber die positive Entwicklung in den vergangenen Wochen. Unter Trainer Ewald Lienen holte der Klub 21 Punkte aus 15 Spielen - das macht Platz sieben in der Rückrunden-Tabelle. „Für uns geht es nicht um fußballerische Leckerbissen, sondern darum, Spiele zu gewinnen“, sagte Lienen vor dem Heimspiel gegen den VfL Bochum am Sonntag (15.30 Uhr/Sky): „Wir sind nicht im Rechenkurs, sondern im Kampf um den Klassenerhalt.“

Sieben Mannschaften droht der Abstieg: dem Schlusslicht VfR Aalen (31 Punkte), 1860 (33), Erzgebirge Aue, dem St. Pauli, der SpVgg Greuther Fürth (alle 34), dem FSV Frankfurt (36) und nach dem Punktabzug aufgrund von Verstößen gegen Vorschriften der Lizenzierungsordnung neuerdings auch wieder dem SV Sandhausen (38).

Am vergangenen Spieltag gewannen Aalen, München, Aue und St. Pauli im Gleichschritt, und weil die vermeintlich schon geretteten Teams schwächeln, wird es im Tabellenkeller immer enger. „Derzeit scheint es so, dass sich die Mannschaften, die unten stehen, mit allem wehren, was sie haben“, kommentierte Lienen.

Im ersten der zwei verbleibenden Abstiegsendspiele geht es für die Münchner am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) im Derby gegen den 1. FC Nürnberg. Schon jetzt sind etwa 60.000 Tickets verkauft, so voll war die Allianz Arena bei einem Spiel der Löwen zuletzt im September 2013 im Pokal gegen Borussia Dortmund. Es könnte gleichzeitig der vorerst letzte Auftritt im Fußball-Tempel in München-Fröttmaning sein. Im Falle eines Abstiegs würden die Löwen wohl in das Stadion an der Grünwalder Straße zurückkehren. Ob der jordanische Geldgeber Hasan Ismaik sein Engagement auch dann noch fortsetzt, ist äußerst fraglich.

Damit wollen sich die Münchner aber nicht beschäftigen, vielmehr rettet man sich in allgemeine Phrasen. „Wir werden auf jeden Fall eine Truppe auf dem Platz haben, die der Aufgabe gewachsen ist“, sagte Mittelfeldspieler Dominik Stahl - die Unterstützung der Fans findet er schlicht „geil“.

Mittlerweile sind auch die so ambitionierten Fürther in Abstiegsgefahr geraten, unter dem ehemaligen Erfolgscoach Mike Büskens läuft kaum etwas zusammen. Für die letzten beiden Spiele gegen Darmstadt 98 am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) und bei RB Leipzig hat Büskens das passende Rezept parat: „Es stehen noch vier Mannschaften hinter uns, und die müssen auf unsere Fehler hoffen. Wir müssen Grenzen überwinden, und damit meine ich nicht die der Fairness.“

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