Last-Minute-Ausgleich trübt Stimmung nur wenig

Möhlmann: "Ich bin stolz auf die Mannschaft"

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Benno Möhlmanns (r.) Nerven wurden in Paderborn ein ums andere Mal strapaziert. Am Ende war der 1860-Trainer dennoch zufrieden und stolz auf seine Löwen.

Paderborn - Das 4:4 im Zweitligaspiel zwischen dem SC Paderborn und dem TSV 1860 war ein Spektakel für die Zuschauer. Die Löwen sind trotz des Last-Minute-Ausgleichs zufrieden.

Dass Benno Möhlmann Ahnung vom Fußball hat, bewies er am vergangenen Donnerstag einmal mehr. „4:4“ lautete der Ergebnistipp des Trainers von 1860 München für das Samstagspiel beim SC Paderborn. Die wahnsinnigen sieben Tore in den letzten 40 Minuten beim tatsächlichen 4:4 (0:1) konnte aber auch der 61-Jährige mit mehr als 800 Spielen Trainer-Erfahrung kaum vorhersehen. Zumal sein Paderborner Gegenüber Stefan Effenberg die turbulente Schlussphase nur zu gern verhindert hätte.

„Wenn man 2:0 und 3:1 führt und in Überzahl spielt, muss man den Gegner laufen lassen. Wir haben ihn stattdessen ins Spiel zurückgebracht“, haderte Effenberg, der sich selbst über den 4: 4-Ausgleich durch Nick Proschwitz (90.) nicht recht freuen konnte: „Wenn man zu Hause vier Tore schießt, muss man gewinnen. Punkt. Freuen kann ich mich maximal über den Zeitpunkt des vierten Treffers.“

Im Gegensatz zu Effenberg genossen die 10.225 Zuschauer im Stadion und auch Möhlmann („Ich bin heute stolz auf die Mannschaft“) das irre Spiel. Nach einem umstrittenen Platzverweis für Münchens Richard Neudecker (59./Gelb-Rot) drehte Löwen-Torjäger Rubin Okotie einen 1:3-Rückstand mit einem Hattrick innerhalb von 26 Minuten (62., 73. und 88.) in ein 4:3, ehe Proschwitz quasi mit dem Schlusspfiff ausglich.

Zuvor hatte alles für den dritten Paderborner Sieg unter Trainer-Novize Effenberg im siebten Pflichtspiel gesprochen. Der Ex-Münchner Moritz Stoppelkamp (17.), Hauke Wahl (50.) und Mahir Saglik (60.) schossen trotz des Gegentreffers von Gary Kagelmacher (57.) eine vermeintlich sichere 3:1-Führung heraus.

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Beide Vereine bleiben nach der Punkteteilung in der Abstiegszone, mit nun 16 Punkten nach 16 Spielen hielt Paderborn zumindest den Vorsprung auf die Münchner bei zwei Punkten. Zufrieden sein kann gerade Effenberg dennoch nicht. Der frühere Bayern-Star reagierte nach zuletzt vier Spielen ohne eigenen Sieg überaus dünnhäutig auf die Berichterstattung einiger Medien.

„Meiner Mannschaft zu unterstellen, sie würde lustlos trainieren, ist in meinen Augen eine absolute Frechheit. Es geht direkt gegen sie und indirekt gegen meine Person. Und entspricht nicht der Wahrheit“, machte der „Tiger“ seinem Ärger am Freitag Luft. Ohne einen weiteren Erfolg dürfte sich die Lage für den ehrgeizigen Coach kaum entspannen. Das Paderborner Programm bis zur Winterpause hat es in sich: Zwei Auswärtsspielen beim 1. FC Nürnberg und beim VfL Bochum folgt der Jahresabschluss gegen Fortuna Düsseldorf.

SID

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