Plakat

"Adios 2. Liga Tour": Die eigenen Fans spotten über 1860 München

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Münchens Torwart Vitus Eicher (M) stellt sich den mitgereisten Fans, die ein Banner mit der Aufschrift "Adios 2. Liga Tour" präsentieren.

Freiburg - "Adios 2. Liga Tour" war auf einem Plakat im Mage Solar Stadion zu lesen: Die eigenen Fans spotten nach dem 0:3 in Freiburg über den TSV 1860 München.

Es war sicher nicht gewollt, aber als die Löwen nach dem deprimierenden 0:3 (0:2) beim SC Freiburg an den Zaun zu ihren Fans gingen, standen sie direkt neben oder vor dem Transparent, das die blauen Anhänger aufgespannt hatten: „Adios 2. Liga Tour“ stand drauf und sollte der Hoffnungslosigkeit Ausdruck verleihen, dass in Sachen Klassenerhalt noch was gehen könnte. Das Transparent war einst nach dem Abstieg 2004 gefertigt worden und sollte damalige Aufstiegshoffnungen plakativ machen – jetzt findet man es für den entgegengesetzten Weg, diesmal in die vermeintliche Drittklassigkeit, auch ganz passend. Spötttische Gesänge wie „Nie mehr 2. Liga“ gab’s aus der blauen Kurve obendrauf.

Nach vier Pflichtspielniederlagen in Folge sowie dem Überwintern auf Platz 17 nachvollziehbar – auch für Benno Möhlmann. „Ich habe für die Reaktion der Fans Verständnis“, sagte der Löwencoach. „Sie haben in den letzten Jahren genug mitgemacht, und jetzt stehen sie schon wieder da unten. Es sieht ja auch nicht gut aus.“

Nicht gut, aber beileibe noch nicht hoffnungslos, so Möhlmann: „Wir müssen jetzt Fakten schaffen, die uns den Glauben geben, dass wir es noch schaffen.“ Womit man auch wieder beim Thema Neuzugänge war. „Zwei, drei gute Typen müssen wir im Winter holen“, erklärte Möhlmann, und Sportchef Oliver Kreuzer entgegnete den skeptischen Stimmen, dass Schwierigkeiten bei der Finanzierung und fehlende Lust der Spieler das Unterfangen sehr schwierig machen könnten, folgendermaßen: „Da geht es nicht um astronomische Summen. Viele Spieler sind daran interessiert, zu uns zu kommen.“

Möhlmann: TSV 1860 München hat kein Selbstvertrauen mehr

Diejenigen, die schon da sind, schaffen es einfach nicht mehr, die Löwen wieder etwas nach oben zu führen. In Freiburg lieferten sie eine halbe Stunde lang eine ganz passable Vorstellung ab, mit Chancen von Mugosa (8.) und Okotie (30.), aber dann war’s mit der Herrlichkeit mal wieder schnell vorbei. Philipp hatte zum 1:0 für Freiburg getroffen (34.), und das Ding war gelaufen. Möhlmann: „Ein Gegentor genügt bei uns, und das Konzept ist über den Haufen geworfen. Wir haben danach einfach kein Selbstvertrauen mehr und lassen das eigentlich nötige Auftreten vermissen.“

Wie beim 2:0, das zehn Minuten später fiel. Der Löwencoach: „Da prallt der Ball vom Pfosten zurück, und eigentlich müssten wir dann schneller reagieren als der Gegner.“

Eigentlich. So aber schaltete Freiburgs Föhrenbach nach Petersens Aluminiumtreffer am schnellsten, und das Spiel war erledigt. Grifos herrlicher Treffer aus 25 Metern (64.) war nur noch eine Draufgabe.

Möhlmanns Umstellungen hatten nicht den erhofften Schwung gebracht. Dominik Stahl und Romuald Lacazette feierten ihr Saisondebüt, Kagelmacher war wieder in die Innenverteidigung gerückt – alles Maßnahmen, die angesichts eines 0:3 verpufften. Vier Pflichtspielniederlagen in Folge stehen nun zu Buche, mit nur einem eigenenTor. „Wir haben in den letzten Spielen einfach nicht mehr den Dreh gefunden“, musste Möhlmann zugeben. Und Kreuzer hofft: „Wenn wir im Winter für jeden Mannschaftsteil etwas Neues bekommen könnten, wäre das schon gut.“

cm/df

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