Grünwalder Stadion

Ärger zwischen Löwen-Fans: Grüne kritisieren Innenminister

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München - Im Sommer 2013 wehrten sich die Fans auf der Stehhalle mit "Nazis raus"-Rufen gegen Rechtsextremisten. Es folgte ein Handgemenge. Das Innenministerium ordnete die Gegner der Rechten als "linksradikal" ein - muss jetzt aber einräumen, die Personen gar nicht zu kennen.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Katharina Schulze hat das Bayerische Innenministerium für ihren Umgang mit Nazi-Gegnern scharf kritisiert. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung unter Fans des TSV 1860 bei einem Spiel der Löwen-Amateure im Grünwalder Stadion im Juli2013. Nach Augenzeugenberichten war es auf der Gegentribüne des Stadions zu einem Handgemenge gekommen, nachdem sich ein Großteil der Fans mit „Nazis raus“-Rufen gegen eine Gruppe Rechter gewehrt hatte. Das Innenministerium führte den Vorfall auf der Internetseite „Bayern gegen Linksextremismus“ auf – und verteidigte das jetzt auch in der Antwort auf eine Landtags-Anfrage Schulzes, die dem Münchner Merkur vorliegt.

Allerdings muss das Ministerium einräumen, keine Personalien von Linksradikalen ausfindig gemacht zu haben, wohl aber von Rechtsextremisten. Schulze hatte in ihrer Anfrage wissen wollen, warum Fans als linksextrem gelten – und warum die andere Seite in Anführungszeichen als „rechte“ Fans bezeichnet und damit nach Ansicht der Grünen verharmlost wird.

In der Antwort des Innenministerium ist die Rede von „drei bis fünf Personen aus dem rechten Spektrum“, die etwa 20 anderen Fans gegenübergestanden seien. Das Ministerium schreibt von einem „Handgemenge“, bei dem zwei Rechte „zu Schaden“ gekommen seien. Von den Gegnern der Rechten lägen keine Personalien vor. Das Ermittlungsverfahren wurde eingestellt. Schulze ist sehr unzufrieden mit der Antwort. „Die nennen zwei Personen aus der rechtsextremen Szene - und am Ende wird es als linksextremer Vorfall geführt“, schimpft sie. „So geht man doch nicht mit denen um, die sich gegen Rechts engagieren.“ Das Ministerium verteidigt die Einordnung: „Die Aggression ging von Personen aus, die nach Einschätzung der zuständigen Dienststellen der linken Szene zuzuordnen sind."

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