Fröhling: "Spieler glauben an das System"

Aggressive Doppelspitze als 1860-Erfolgsgeheimnis

+
Er hat die ­Löwen zum Laufen ­gebracht: ­Torsten Fröhling.

München - Gegen Hoffenheim setzten die Löwen das um, was Trainer Fröhling gefordert hatte: Viel, viel laufen. Mit diesem Anspruch hatte schon ein früherer 1860-Trainer großen Erfolg gehabt.

Die Aussage von Peter Grosser klang zwar schon etwas g’schert, hatte aber bei aller Übertreibung durchaus einen anerkennenden Hintergrund. „Der Okotie ist gegen Hoffenheim mehr gelaufen als in der gesamten Rückrunde zusammen“, hatte der Meisterkapitän des TSV 1860 in der tz gesagt und wollte damit auf das große Engagement des Löwen-Stürmers beim 2:0-Pokal-Sieg gegen den Erstligisten hinweisen. Aber nicht nur Okotie tat sich in dieser Hinsicht hervor. Auch Sturmpartner Stephan Hain war ständig unterwegs, lief wie Okotie immer wieder die Hoffenheimer Abwehrspieler an, wodurch diese nie in Ruhe zum Spielaufbau kamen, sondern oft unkontrolliert die Bälle wegschlagen mussten. Pressing, wie es sich ein Trainer von seinen Angreifern wünscht.

Und wenn das so gut funktioniert, dann kann man es sich auch erlauben, mit zwei echten Spitzen aufzulaufen, wie es Trainer Torsten Fröhling auch bereits eine Woche zuvor beim unglücklichen 0:1 gegen den Bundesliga-Absteiger SC Freiburg praktiziert hat. Sein Credo in dieser Saison: „Wir dürfen uns nicht hinten reinstellen. Wir müssen selber unser Heil suchen – aber immer mit der nötigen Disziplin.”

Und dazu gehört eben das angesprochene Engagement der Stürmer. Gegen den SC Freiburg zum Beispiel kam Stephan Hain auf eine überragende Laufleistung von 12,5 Kilometern. Sphären, in denen sich sonst eigentlich nur die Laufmaschinen aus dem defensiven Mittelfeld bewegen. Wie Ex-Löwe Sven Bender. Der Dortmunder hält nach wie vor den Bundesliga-Rekord mit 13,9 abgespulten Kilometern in einem Spiel.

Viel, viel laufen – mit diesem Anspruch hatte schon ein früherer Löwen-Trainer großen Erfolg gehabt: Werner Lorant. Und auch er hat von seinen Stürmern, ob sie jetzt Winkler, Bodden oder wie auch immer hießen, große Aggressivität gefordert. Damals, in den neunziger Jahren, war eine deutliche Handschrift des Trainers zu erkennen. Und es besteht die leise Hoffnung – man muss ja noch vorsichtig sein –, dass unter Fröhling etwas Ähnliches der Fall sein könnte.

Eine 2+ und eine 4 - die Noten für die Pokal-Löwen gegen Hoffenheim

Eine 2+ und eine 4 - die Noten für die Pokal-Löwen gegen Hoffenheim

Der Löwen-Coach ist durchaus zuversichtlich. „Die Mannschaft nimmt immer mehr an“, freut er sich. „Die Spieler glauben an das System, einer arbeitet für den anderen, und es ist für keinen Gegner einfach, uns zu besiegen. Weil einfach jeder alles gibt.“

Was am kommenden Montag in Nürnberg wieder zu beweisen wäre. „Da müssen wir wieder alles raushohen“, forderte Torhüter Stefan Ortega schon mal. Stephan Hain benötigt diese Aufforderung wahrscheinlich nicht…

cm

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Zwei Löwen fehlen angeschlagen - fallen sie gegen Buchbach aus?
Zwei Löwen fehlen angeschlagen - fallen sie gegen Buchbach aus?
Gebhart poltert: „Jeder Spieler muss sich fragen: Gebe ich wirklich alles?“
Gebhart poltert: „Jeder Spieler muss sich fragen: Gebe ich wirklich alles?“
Marinkovic: „1860 ist eine große Mannschaft – wer will da nicht hin?“
Marinkovic: „1860 ist eine große Mannschaft – wer will da nicht hin?“
Bierofka und Buchbach: Da war doch was
Bierofka und Buchbach: Da war doch was

Kommentare