Nach Trainerwechsel

Von Ahlen verwandelt die Löwen: Sieg gegen Fürth

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Interimstrainer Markus von Ahlen (links) und Löwen-Sportchef Gerhard Poschner jubeln nach dem 2:0 für 1860 gegen Fürth.

München - Der neue Trainer Markus von Ahlen verwandelt die Löwen: Ein bärenstarker TSV 1860 München gewinnt gegen Greuther Fürth.

Interimstrainer Markus von Ahlen hat die Talfahrt von 1860 München gestoppt und erste Argumente für eine Festanstellung als Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten gesammelt. Zwei Tage nach der Entlassung von Ricardo Moniz nach nur 96 Tagen gewannen die Löwen das bayerisch-fränkische Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth mit 2:0 (1:0) und arbeiteten sich ins untere Tabellenmittelfeld vor.

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Es lief die 74. Spielminute in der Arena, da hielt es den Sportchef nicht mehr auf der Bank. Jubelnd rannte Gerhard Poschner auf den Rasen, um Zauberfuß Ilie Sanchez für dessen perfekten Außenrist-Heber zum 2:0 zu feiern. Seinen Sanchez! Seinen schwer in der Kritik stehenden Chefstrategen, den er vom FC Barcelona B nach Giesing geholt hatte. Es war der große Moment gestern Abend vor 18 300 Zuschauern.

Im vierten Anlauf gelang den Löwen der erste Heimsieg der Saison. 2:0 gegen den neuen Lieblingsgegner Fürth, der den Sechzigern bereits in der Vorsaison alle sechs Punkte überlassen hatte. Zwei Tage nach der Beurlaubung von Ricardo Moniz können die Löwen durchatmen. „Das war der erste Schritt in die richtige Richtung“, sagte Kapitän Christopher Schindler. „Aber auch nicht mehr. Wir brauchen nicht anfangen auszuflippen.“

Das wird wohl auch keiner wagen. Immerhin könne man nun „mit reinem Gewissen“ auf die Wiesn gehen, sagte Rubin Okotie, der in der 6. Minute nach Maßflanke von Daniel Adlung volley mit links zum 1:0 getroffen hatte. Für Dienstag ist der offizielle Oktoberfesttermin der Mannschaft im Hacker-Zelt anberaumt.

Die Gründe des Erfolgs? „Wir sind unheimlich schlecht ins Spiel gekommen und nur hinterhergelaufen“, sagte Gästetrainer Frank Kramer. Auf Löwen-Seite hörte sich das anders an. „Wir sind wie besessen rausgekommen, hatten das Gefühl, das wir was gutmachen müssen“, sagte Markus von Ahlen. „Das 1:0 hat uns natürlich beflügelt, auch wenn wir kurz vor der Halbzeit und danach Druckphasen überstehen mussten.“ Stefan Ortega hielt gegen den durchgebrochenen Pledl die Führung fest (56.), danach schwand der Elan der Fürther zusehends, bis Sanchez in Klassemanier für den K.o sorgte.

Mit Kai Bülow, Edu Bedia, Daniel Adlung und Julian Weigl hatte von Ahlen die Startelf gegenüber dem Sandhausen-Spiel auf vier Positionen verändert. Vor allem Bülow und Adlung machten den Unterschied. „Es sind einige reingekommen, die frischen Wind gebracht haben“, sagte Okotie, „das war der Schlüssel zum Erfolg. Ich genieße es, mit Adi zu spielen, er ist ein Straßenfußballer wie ich und weiß, wie er mich einsetzen muss.“

Ein kleiner Seitenhieb auf Leonardo, für den von Ahlen keinen Platz im Kader fand? Vermisst wurde der Brasilianer nur von den wenigsten. „Ausschlaggebend war, dass einer dem anderen geholfen hat“, sagte Schindler. Von Ahlen habe „ein paar Dinge verändert“ und eine „kurze und prägnante Ansprache“ gehalten. Trotzdem vergaß niemand, Moniz zu würdigen. „Seine Gedanken waren zu erkennen“, sagte Schindler. „Das war die Linie, die wir in der Vorbereitung gespielt haben.“ Was danach passierte, darüber wollte keiner mehr sprechen. Schlusswort Schindler: „Wir müssen alle in dieselbe Richtung gehen, dann kommt was Gutes dabei raus.“

Ludwig Krammer

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