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Aigner zur Runjaic-Entlassung: „Alle müssen sich hinterfragen“

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Von: Ludwig Krammer

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München - Die Enttäuschung über die Beurlaubung von Kosta Runjaic hält sich bei den Fans und auch bei 1860-Legende Peter Grosser in Grenzen. Der Kapitän wirkt nachdenklich.

Über 50 Fans (und fast genauso viele Medienschaffende) kamen am Montag Vormittag zum Trainingsgelände des TSV 1860, um die Lage bei Münchens chronischem Krisenklub zu begutachten. Wirkliche Enttäuschung über die Entlassung von Trainer Kosta Runjaic war nicht festzustellen.

Den nachdenklichsten Eindruck machte mit Stefan Aigner der Profi, der durch seine Knieverletzung mit am wenigsten unter Runjaic gespielt hatte. „Alle Spieler müssen sich hinterfragen, ob sie immer alles gegeben haben, um die drei Punkte zu holen“, sagte der Kapitän und blickte auf das erste Saisondrittel zurück: „Wir sind ordentlich gestartet, hatten dann viele Verletzte, die Mannschaft wurde oft umgestellt – und es ist zu vielen individuellen Fehlern gekommen, die vom Gegner meistens bestraft wurden.“

Negatives zum beurlaubten Trainer gab’s von Aigner nicht zu hören. Im Gegenteil: „Kosta Runjaic hat einiges investiert in Spieler und Verein. Auch von ihm habe ich gelernt“, meinte Aigner. „Es ist immer schade, wenn ein Trainer gehen muss, aber er ist das schwächste Glied in der Kette.“ So spricht der Profi. 

Was er von Daniel Bierofka erwarte? Aigner: „Ich habe mit ihm noch selbst bei 1860 gespielt. Er gibt immer Vollgas und hat uns vor dem ersten Training schon gesagt, dass es nichts Schöneres gibt, als jetzt zum Tabellenführer zu fahren. In Braunschweig können wir nur gewinnen.“

Grosser: „Der Trainerwechsel war längst überfällig“

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Sorgt sich um 1860: Peter Grosser (mit Hasan Ismaik).

Kapitäns-Ahne Peter Grosser, der die Löwen 1966 zum Meistertitel führte, sieht die Personalie Runjaic weniger positiv. „Der Trainerwechsel war längst überfällig“, sagte Grosser zur tz. „Runjaic hat nie zu einer Formation gefunden, auf der man hätte aufbauen können. Da waren gleich mehrere 180-Grad-Wendungen dabei.“ Die Verletztensituation lässt Grosser nicht als Ausrede gelten: „Verletzte haben auch andere Vereine. Entscheidend ist für mich immer, wie die Mannschaft auftritt. Und da haben mich nicht einmal die drei Siege überzeugt.“

Kandidaten für die Nachfolge von Interimscoach Daniel Bierofka? Da muss aktuell auch Grosser passen: „Auf dem deutschen Trainermarkt sind die Alternativen sehr dünn gesät. Aber bis zum Trainingsauftakt im nächsten Jahr sollte die Zeit eigentlich reichen, um jemanden Vernünftigen zu finden.“

lk

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