Ex-Türkgücü-Trainer rechnet im ‘Giesinger Bergfest‘ mit Aufsteiger ab

Alexander Schmidt: „Wer Hasan Kivran kennt, weiß, wie launisch er ist“

Im Februar musste Alexander Schmidt (links) seinen Platz räumen - Andreas Pummer folgte interimsweise.
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Im Februar musste Alexander Schmidt (links) seinen Platz räumen - Andreas Pummer folgte in­te­rims­wei­se.

Alexander Schmidt kritisiert in der jüngsten Ausgabe des ‘Giesinger Bergfest‘ seinen Ex-Verein Türkgücü München. Den Sechzgern hingegen traut er den Aufstieg zu.

München - Alexander Schmidt teilte im Löwen-Fantalk ‘Giesinger Bergfest‘ gegen seinen Ex-Verein Türkgücü München aus. Der 52-Jährige, der von 2012 bis 2013 den TSV 1860 München betreute, wurde im Februar von seinem ehemaligen Arbeitgeber beurlaubt. Zum Zeitpunkt seiner Entlassung stand der Trainer mit dem Aufsteiger auf Rang sieben - fünf Punkte hinter dem damaligen Tabellendritten Hansa Rostock. Zum Verhängnis wurde ihm der Negativtrend der letzten Spiele - in seinen letzten fünf Spielen konnte Schmidt keinen Sieg mehr und nur drei Punkte aus möglichen 15 einfahren. Trotzdem kam die Beurlaubung für den gebürtigen Augsburger wie aus dem heiteren Himmel: „Für mich war das auch völlig überraschend.“ Schließlich gewann man im Januar noch gegen Tabellenführer Dynamo Dresden und stand zwischenzeitlich auf Platz vier.

Alexander Schmidt: „Hasan Kivran hat es nicht akzeptieren können, dass ich mir keine Aufstellung diktieren lasse“

Beim Podcast ‘Giesinger Bergfest‘, der jeden Mittwoch eine neue Folge für die Löwen-Fans auf allen gängigen Plattformen veröffentlicht, sprach Alexander Schmidt in der jüngsten Ausgabe über seine Zeit bei Türkgücü München, die Aufstiegschancen und Führungstage der Löwen sowie einen geplanten Transfer von Sascha Mölders

Besonders das Einmischen von Präsident Hasan Kivran in sportliche Entscheidungen wurmte Alexander Schmidt. „Wer Hasan Kivran kennt, der weiß, wie launisch er ist. Er hat es nicht akzeptieren können, dass ich mir keine Aufstellung diktieren lasse“, stellt er im Podcast, dessen drei Gründer Anja Guder, Florian Weiß und Alexander Augustin bei uns zu Gast im Live-Interview waren, klar und führt weiter aus: „Er hat dann bei der ersten Schwäche, die wir als Mannschaft gezeigt haben, gleich reagiert.“ Die Folge: Die Entlassung nach 33 Punkten aus 23 Spielen - als Aufsteiger. „Ich will da auch nichts unter den Tisch kehren“, so Schmidt, der sich von seiner Wutrede kaum stoppen ließ. Die Beteiligung von Kivran war für ihn „unerträglich“.

Alexander Schmidt: „Günther Gorenzel und Michael Köllner machen einen super Job bei 1860“

Zu seinen ehemaligen Spielern bei Türkgücü hat Alex Schmidt noch Kontakt. „Wir waren eine gute Gemeinschaft, die Umstände haben uns zusammengeschweißt“ - so Schmidt, und fügt zudem leicht ironisch an: „Im Winter haben wir nicht gewusst, ob wir morgen vielleicht arbeitslos sind.“ Als er anfängt, über die momentane Situation bei 1860 zu sprechen, erhellt sich sein Gemüt: „Günther Gorenzel und Michael Köllner machen einen super Job bei 1860. Sie schaffen es vor allem, das Umfeld zusammenzuhalten. Das ist noch nicht vielen gelungen. Es gibt keine großen Unruhen und Störfeuer. Wenn der Verein einmal an einem Strang zieht, ist das brutal.“

Vor der Saison wollte Schmidt Löwen-Legende Sascha Mölders zu einem Wechsel zu Türkgücü bewegen. Sein Scheitern bemerkte er aber früh: „Er ist einfach ein Unterschiedsspieler und kein Floskelmeier, wie es heute so üblich ist. Er ist ein Kapitän, ein Vorbild, ein Torjäger - einfach ein geiler Typ. Ich hätte ihn gerne in der Mannschaft gehabt, aber zu Sechzig passt er wie die Faust aufs Auge.“ Den Löwen traut Schmidt in der Saison das zu, was die Führungsetage bei Türkgücü von ihm verlangt hatte -  den Aufstieg: „Man merkt, dass sie hungrig und mental stark sind. Die Mannschaft und das Trainerteam verkörpern das. Ich glaube, dass Sechzig derzeit stärker ist als Rostock. Die wursteln sich in letzter Zeit ein bisschen durch. Auch Dresden und Ingolstadt lassen Federn“ - Balsam für die Ohren der Löwen-Fans. Doch Schmidt prophezeit mehr als nur einen Kampf um Platz drei: „Sechzig muss dieses Momentum nutzen. Sie haben das beste Torverhältnis, das ist wie ein zusätzlicher Punkt. Ich glaube, sie steigen direkt auf.“ Das kann sich doch hören lassen.

(Paul Ruser)

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