Buch-Kritik zu neuem Löwen-Werk

Anekdoten um Merkel, Abedi Pelé und die Bayern

München - Seit einigen Wochen ist das Buch "111 Gründe, den TSV 1860 zu lieben" auf dem Markt (Wir berichteten). Wir haben es uns mal genauer angeschaut.

Der Stolz vieler Löwen ist die Vergangenheit – Buch für Erinnerungen Der Stolz vieler Löwen-Fans ist die Vergangenheit, nicht die Gegenwart, auch wenn es – wie kürzlich beim Pokalspiel gegen den BVB – noch seltene stolze Momente gibt.

Wie stolz die Vergangenheit des TSV ist und wie viele Legenden sich um die Sechzger ranken, darüber geben die „111 Gründe den TSV 1860 München zu lieben“ einen lockeren, lesenswerten Überblick. Autor Claus Melchior gibt sich zwar große Mühe, den Namen des „Lokalrivalen“ oder „nicht ganz unbedeutenden“ anderen Münchner Fußball-Vereins nicht zu nennen, aber natürlich hängen dann doch viele der besten Momente mit dem roten Nachbarn zusammen.

Zum Beispiel Grund 8: Wer weiß heute schon noch, dass der TSV die Bayern einmal in einer Saison 7:1 und 8:0 besiegte. Das war 1918 – aber auch Jahrzehnte später war der Löwe noch die sportliche Nummer 1 der Stadt. So kam Real Madrid ins Sechzgerstadion, aber auch der große Pele. Unter diesem Namen trug Ende der 90er-Jahre dann sogar ein Mann das Trikot der Löwen. Auch die Anekdote von Abedi Pelé hat – freilich – mit den Bayern zu tun. Sie besagt, der Überraschungs-Transfer des Herbsts 1996 sei nur zustande gekommen, weil der beste Spieler Ghanas aller Zeiten gedacht habe, der FC Bayern sei an ihm interessiert.

Der Löwen-Fan kann mit dem Büchlein in Erinnerung schwelgen an den „König von Giesing“, Trainer Karsten Wettberg (ab 1990) oder daran, wie Präsident Karl-Heinz Wildmoser Thomas Häßler versprach, die Autobahn nach München weiß-blau anmalen zu lassen, wenn der kleine Berliner denn nach Giesing käme.

Jüngere Löwen können sowieso einiges lernen über ihren TSV, der immer noch das „pralle Leben“ ist, wie es im Vorwort heißt. Zum Beispiel, dass der TSV mal eine Präsidentin hatte (Liselotte Knecht 1988 – 1992), oder die Anekdote von Trainer Max Merkel, der im Training die Alkoholiker gegen die Antialkoholiker spielen ließ. „Die Alkoholiker gewannen 7:1“, soll er mal erzählt haben. „Da wars mir wurscht. Da hab i gsagt: Saufts weiter.“

Felix Müller

Claus Melchior: „111 Gründe, den TSV 1860 zu lieben“; Schwarzkopf & Schwarzkopf, 256 Seiten, 9,95 Euro.

"Cool, ein roter Sponsor": Was Löwen-Fans wohl nie sagen würden

"Cool, ein roter Sponsor": Was Löwen-Fans wohl nie sagen würden

Bei Facebook ist eine Gruppe Things Löwenfans Don't Say gegründet worden. Dort sollen Fans Sätze sammeln, die einem Löwen-Fan wohl nie über die Lippen kommen würden. Wir haben eine kleine Auswahl für Sie zusammengestellt - und selbst noch erweitert."

"Mann, war das ne geile Saison!"

"Ich freu mich immer, wenn die bayerischen Vereine gewinnen!"

"Das heißt Stadion an der Grünwalder Straße!"

"Unsere ehemaligen Talente reißen bei ihren neuen Vereinen aber auch nix."

"Löwenbräu hat zwar ein hässliches Etikett, ist aber vom Geschmack her eins der besten Biere!"

"Cool, der neue Trikotsponsor hat ein rotes Logo!"

"Ich finde, dass der Bezirk Schwaben auf jeden Fall einen Erstligisten braucht!"

"Solange alle im Verein weiter an einem Strang ziehen, wird's aufwärts gehen!"

"Die Leistung der Bayern muss man anerkennen."

"So schlecht war Falko Götz damals auch nicht."

"Respekt, dass Francis Kioyo damals Verantwortung übernommen hat."

"Ist doch egal, in welchem Stadion wir spielen."

"So ein Oberbürgermeister, der sich immer für uns einsetzt, ist schon Gold wert."

"International bin ich für die Bayern."

"Gestern war wieder ausverkauft."

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