Neuzugang auf der Tribüne

So versauert Löwen-Hoffnungsträger Annan

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Bisher hat Anthony Annan nur wenige Chancen gehabt, das in ihn gesteckte Vertrauen zu erfüllen. Zumindet den Test gegen Rubin Kasan absolvierte er über 90 Minuten.

München - Anthony Annan wurde als großer Hoffnungsträger zu den Löwen geholt. Doch zu vielen Einsätzen kam er nicht. Der Ghanaer ist inzwischen mehr auf der Tribüne zu finden.

Mit der Verpflichtung von Anthony Annan in den letzten Tagen des Trainingslagers im Winter setzte Sportdirektor Gerhard Poschner noch ein letztes Ausrufezeichen vor der Rückkehr nach München. Der erfahrene Ghanaer sollte der oft strauchelnden Löwen-Defensive mehr Stabilität verleihen und durch seine Erfahrung auch die jungen Spieler voranbringen und leiten. Die Aussage war deutlich: Annan (28) sollte eine der tragenden Figuren im Löwenspiel werden.

Und auch der Neuzugang selber war voller Vorfreude und Elan: Schon der Empfang im Teamhotel im Trainingslager beeindruckte ihn nachhaltig und er wollte die Hoffnungen der Fans so schnell wie möglich auf dem Platz zurückzahlen.

Seit Fröhling keine Pflichtspielminute mehr

Doch nach acht Spieltagen im Jahr 2015 ist nicht mehr viel übrig von der damals beschworenen Stärke. Zwar kam der Sechser unter dem damaligen Trainer Markus von Ahlen noch in jedem Spiel auf seine Minuten, doch seit dessen Rauswurf wurde Annan in keinem Pflichtspiel mehr eingesetzt. Bei den fünf folgenden Liga-Partien von denen zwei verloren wurden, war er drei Mal gar nicht im Kader und saß bei den übrigen Partien komplett auf der Bank.

Unter dem Strich spielte er also nur in 187 von möglichen 720 Spielminuten. Von einem designierten Retter könnte man eigentlich mehr erhoffen.

Sicherlich: Durch die zeitgleiche Rückkehr von Dominik Stahl ist mehr Konkurrenz auf der Position im defensiven Mittelfeld entstanden. Doch die sollte ja eigentlich das Geschäft beleben und Annan würde dem taumelnden Löwenspiel sicher nicht schaden.

Hat der Trainer ein Problem mit Annan?

Da der Ghanaer von Verletzungen verschont blieb, bleibt eigentlich nur die Erklärung, dass es etwas mit Neu-Trainer Torsten Fröhling zu tun hat. Hat der bisherige Coach ein grundlegendes Problem mit seinem erfahrenen Sechser? Zumindest beim erfolgreichen Test gegen Rubin Kasan durfte Annan über 90 Minuten zeigen, was er drauf hat. Offenbar war dies dem Trainer aber nicht genug. Denn beim darauf folgenden Spiel gegen Aue stand der Neuzugang nicht einmal im Kader.

Gegenüber der tz äußerte sich Fröhling allerdings als Verfechter des Wettbewerbsprinzips: "Er ist fit und trainiert sehr gut", lobte der Trainer seinen Edel-Joker. Allerdings: "Er muss auf seine Chance warten." Man darf davon ausgehen, dass nach der Niederlage gegen Aue die ein oder andere personelle Konsequenz gezogen wird. Anthony Annan dürfte genau darauf hoffen.

bix

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