Freude über mögliches Wood-Comeback

Aue-Coach im tz-Interview: "1860 immer noch ein Gigant"

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Der Auer Trainer Tomislav Stipic (oben) jubelt mit Patrick Schönfeld.

München - Im tz-Interview spricht Tomislav Stipic, der Trainer von Erzgebirge Aue über den genesenen Bobby Wood und sein Ziel, den Klassenerhalt in der zweiten Liga.

Am trainingsfreien Montag war Tomislav „Tommy“ Stipic (35) noch zu Hause in Ingolstadt gefordert. Neue Halterungen für die Vorhangstange mussten montiert werden, ebenso ein paar Türklinken, die der Kraft seiner vier Söhne zum Opfer gefallen waren. „Wenn ich daheim bin, ist Reparieren angesagt“, sagt Stipic und lacht. „Die Tischtennisplatte ist jetzt auch noch aufgeplatzt… Nein, die Arbeit geht mir so schnell nicht aus.“

Stipic’ wichtigstes Projekt heißt freilich Erzgebirge Aue. Mit den Sachsen, die er im September 2014 nach vier Spieltagen, null Punkten und 1:10 Toren von Falko Götz übernahm, will der gebürtige Bosnier den Klassenerhalt in der Zweiten Liga schaffen. Am Sonntag (13.30 Uhr) geht’s in Fröttmaning gegen den direkten Konkurrenten 1860.

Herr Stipic, was ist drin für Aue in der Allianz Arena?

Tomislav Stipic:Ich hoffe drei Punkte! Mit einem Sieg wären wir dran an Sechzig, aber das wird ein hartes Stück Arbeit. So wie es aussieht, werden wir von fünf- bis sechstausend Fans begleitet werden, das setzt zusätzlich Kräfte frei in diesem wunderschönen Stadion.

Dass man sich gegen 1860 in der Arena nicht verstecken muss, haben zuletzt Sandhausen und Aalen bewiesen. Wie gehen Sie die Partie an?

Stipic: Wir verstecken uns nirgendwo! Auch wenn Sechzig aktuell vier Punkte mehr auf dem Konto hat als wir, liegt der größere Druck bei ihnen. So oft spielen sie ja nicht gegen Mannschaften, die hinter ihnen stehen.

Ihre Mannschaft hat seit fünf Ligaspielen kein Tor mehr erzielt. Wie groß ist die Hoffnung, dass Bobby Wood am Sonntag wieder spielen kann?

Stipic: Bobby ist zurück von seiner Reha in München, vollständig gesund, und er wird am Donnerstag wieder mit der Mannschaft trainieren. Nach seiner Verletzung gegen Darmstadt (Innenbandriss im rechten Knie, d. Red.) ist es jetzt doch schneller gegangen als gedacht. Das ist eine tolle Nachricht für uns alle hier in Aue! Ich kann noch nicht sagen, wie lange er am Sonntag spielen wird, aber an Motivation wird es ihm nicht fehlen. Gegen Sechzig würde er zur Not wohl auch mit einem Bein auflaufen (lacht).

Wie sehr hat Bobby der Mannschaft gefehlt?

Wenn dir so ein schneller Mann ausfällt, ist das kaum zu kompensieren. Aber ich wäre auch ohne Bobby guter Dinge für Sonntag gewesen. Zuletzt beim 0:0 gegen Fürth hat uns nicht viel zum Sieg gefehlt, wir haben uns drei gute Chancen rausgespielt. Das ist auch eine Kopfsache, die Dinger dann wirklich zu versenken.

Wie lässt sich daran arbeiten?

Stipic: Wir haben in der Länderspielpause viel für die Kopf-Fitness getan und kein Testspiel gemacht. Das Training war so ausgerichtet, dass die Spieler möglichst viele Erfolgserlebnisse hatten. Dazu haben wir natürlich viele Gespräche geführt. Jetzt sind wir bereit.

Inwieweit hat das Spiel für Sie als Ingolstädter Derbycharakter?

Stipic: Ich liebe Spiele gegen Sechzig! Mit der Ingolstädter U23 habe ich einige Male im Grünwalder Stadion gespielt, auch gegen Torsten Fröhling. Sechzig ist immer noch ein Gigant, ein Verein, der nach Erfolg lechzt, der die Leute bewegt. Hier in Aue ist das kleiner, aber ähnlich. Auch hier haben die Fans in den letzten Jahren viel mitmachen müssen. Umso mehr hoffe ich, dass dieser Leidensweg am Ostersonntag ein bisschen aufhellt, dass wir ein Stück weit auferstehen. Auch den Löwen wünsche ich, dass sie in der Liga bleiben. Dann können sie in der nächsten Saison oben angreifen und wir in Richtung einstelliger Tabellenplatz marschieren.

Interview: lk

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