Die Auferstehung der Abgeschriebenen

Diese 1860-Spieler sind plötzlich wieder voll da!

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Guillermo Vallori lieferte zuletzt eine starke Vorstellung ab.

München - Der Auftritt der Löwen gegen Bochum lässt 1860 auf den Klassenerhalt hoffen - vor allem, weil eine starke Elf auf dem Platz stand. Die tz nimmt die Spieler unter die Lupe.

Was die tz bereits vor einem Monat, nur eine Woche nach Einreichung der Unterlagen, berichtet hatte, ist seit Montagnachmittag amtlich: Die DFL hat dem TSV 1860 die Lizenz für die Saison 2015/2016 im Fall des Verbleibs in der Zweiten Liga erteilt. Ohne Bedingungen. Die werden von der DFL dann gestellt, wenn die Liquiditätsberechnung negativ ausfällt. Einige andere Klubs der Ersten und Zweiten Bundesliga sind davon betroffen. Der TSV 1860 wäre es auch, falls er den Klassenerhalt nicht schaffen sollte. An diesen Worst Case wären seitens der DFL Bedingungen geknüpft, die der TSV 1860 noch zu erfüllen hätte. Aber seit Samstag, seit der zweiten Halbzeit gegen den VfL Bochum, blickt man im Lager der Löwen wieder optimistischer in die Zukunft. In den zweiten 45 Minuten stand eine Elf auf dem Platz, die endlich mal Mumm und Willen zeigte, das Spiel noch drehte und einen 2:1-Sieg einfuhr. Eine Elf, die man zu Saisonbeginn, im Sommer vergangenen Jahres, so nicht auf dem Zettel hatte. Mit Spielern, die damals schon als aussortiert galten, noch gar nicht im Blickfeld standen oder noch ganz woanders spielten.

Vitus Eicher: War die Nummer drei hinter Király und Ortega, eine Ausleihe zu einem anderen Klub klappte nicht. Der Erdinger hielt gegen Bochum ganz stark.

Gary Kagelmacher: Der damalige Neuzugang war als Innenverteidiger vorgesehen, spielte eine schwache Vorrunde und powert die Mannschaft jetzt als rechter Verteidiger nach vorne. Gab gegen Bochum die Flanke vor dem 2:1.

Guillermo Vallori: Sollte seinen Vertrag im Sommer 2014 auflösen, blieb aber und war von der sportlichen Führung im Profikader nur noch geduldet. Seinen Kopfball verwertete Stephan Hain zum Siegtreffer in allerletzter Sekunde.

Christopher Schindler: War damals Stammspieler, ist es jetzt auch wieder. Aber in weitaus besserer Form als zu Saisonbeginn.

Jannik Bandowski: Im Sommer 2014 hatte er „Think Blue“ weder im Kopf noch auf dem Trikot. Da kickte er noch in Schwarz-Gelb für Borussia Dortmund.

Kai Bülow: Er hatte bis zum 15. Spieltag nur sechs Einsätze und spielte vor allem in der Zeit von Ricardo Moniz – auch wegen Verletzungsproblemen – kaum eine Rolle.

Ilie Sánchez: In der Vorrunde Stammspieler, unter Torsten Fröhling war er das nur noch selten. Gegen Bochum durfte der Spanier wieder mal ran und verschuldete prompt den Treffer zum 0:1. Spielt immer noch keine dominante Rolle.

Daniel Adlung: Mit 26 Einsätzen und 2076 Minuten Spielzeit ist er der am meisten beschäftigte Spieler der Löwen. In Normalform und auf der richtigen Position ist der 27-Jährige unentbehrlich.

Valdet Rama: Kam erst Ende August und ist der „Wechselkönig“ bei den Löwen. Nur in zwei von 22 Partien spielte er neunzig Minuten durch. Auch gegen Bochum.

Marius Wolf: Schoss am Samstag den Ausgleich und erklärte hinterher: „Zu Saisonbeginn habe ich davon geträumt, ein paar Einsätze zu haben. Dass ich so entscheidend für die Mannschaft sein würde wie jetzt, hätte ich niemals gedacht.“ Hatte inzwischen schon achtzehn Einsätze.

Stephan Hain: Verletzte sich im Sommer 2014 und fiel die gesamte Vorrunde aus. Gegen Bochum mit seinem Last-Minute-Treffer der große Held. In den restlichen fünf Spielen will er nachlegen, um die Löwen in der Zweiten Liga zu halten.

tz

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