Bayern-Boss verhöhnt 1860/Reuter: „Unerklärlich!“

Aufstand gegen Rummenigge!

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Alte Witze, neuer Ärger: Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat seit Freitag Probleme mit dem TSV 1860 und der TSG Hoffenheim.

München - Das war nicht anders zu erwarten. Obwohl es ein Uralt-Scherz war, den Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge am Freitag auf der Jahreshauptversammlung zum Besten gab, laufen die Löwen-Fans Sturm.

Weil der Witz mit Bart einer auf ihre Kosten war. Folgendes hatte Rummenigge auf dem Nockherberg rausgehauen: „Wissen Sie, wann 1860 das erste Mal genannt wurde? Im Alten Testament: Sie trugen eigenartige Gewänder und irrten planlos umher.“

Die besten Sprüche von der Jahreshauptversammlung des FC Bayern

Die besten Sprüche von der Jahreshauptversammlung des FC Bayern © 
“Wissen Sie, wann 1860 das erste Mal genannt wurde: Im alten Testament: Sie trugen eigenartige Gewänder und irrten planlos umher.“ (Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge über den Lokalrivalen TSV 1860 München) © dpa
“Da staunst Du Mark, das ist die Einwohnerzahl von Holland.“ (Bayern-Präsident Franz Beckenbauer zu Kapitän Mark van Bommel mit Blick auf die 176 976 Fanclub-Mitglieder des FC Bayern München) © dpa
“Du, Kapitän, trag die Binde nicht nur spazieren, sondern tritt Deine Kollegen in den Hintern.“ (Bayern-Präsident Franz Beckenbauer zu Mark van Bommel) © dpa
“Einen Ratschlag gebe ich allen: Wenn wir verlieren, nicht zu nahe kommen.“ (Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge über Manager Uli Hoeneß) © dpa
“Es war nicht die Hand Gottes, sondern die Watschn eines Sechzigers“. (Bayern-Präsident Franz Beckenbauer über die Beweggründe, warum er 1958 als 13-Jähriger nach der Ohrfeige eines “Löwen“-Spielers zum FC Bayern kam und nicht zum TSV 1860 gewechselt ist) © dpa
“Da ist man ein bisschen stolz, weil man auch etwas dazu beigetragen hat. Als Spieler, als Trainer, als Präsident und was weiß ich nicht noch was.“ (Franz Beckenbauer über die Entwicklung des FC Bayern in den letzten 50 Jahren) © dpa
“Vor uns steht eine Mannschaft mit dem lustigen Namen 1899 Hoffenheim. Wo haben die sich eigentlich vor 100 Jahren versteckt, weil die hat keiner registriert.“ (Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge über den Aufsteiger) © dpa

Und viele fragen sich: Was soll das? Auch Stefan Reuter. „Warum Rummenigge das gesagt hat, weiß ich nicht“, wunderte sich der Geschäftsführer des TSV 1860. „Es gab in letzter Zeit keinen Ärger zwischen beiden Vereinen. Mir ist das unerklärlich.“

Sogar etliche Bayern-Fans empfanden in den Internet-Foren Rummenigges Beitrag als peinlich. Und verglichen seinen Auftritt mit dem des Ex-Löwen-Präsidenten Albrecht von Linde, der auf der Delegiertenversammlung vor einem Jahr eine ähnlich missglückte Breitseite auf den FC Bayern abgefeuert hatte.

Stefan Reuter: „Ich habe die Rede von Rummenigge am Samstag im Radio gehört und finde es irgendwie schon witzig, dass er den TSV 1860 benutzen muss, um für Stimmung im eigenen Saal zu sorgen. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er zu solchen Mittel greift.“

Reuter jedenfalls wird es in zwei Wochen nicht tun, wenn die Delegiertenversammlung des TSV 1860 an gleicher Stätte stattfindet. Er verzichtet auf eine Retourkutsche: „Wir werden über den TSV 1860 sprechen und uns nicht mit anderen Klubs beschäftigen.“

Bilder von der Jahreshauptversammlung des FC Bayern

Bilder von der Jahreshauptversammlung des FC Bayern © 
Die Vizepräsidenten Bernd Rauch (von links nach rechts) und Fritz Scherer, Präsident Franz Beckenbauer, der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, Manager Uli Hoeneß und Vorstandsmitglied Karl Hopfner bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München. © dpa
Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. © dpa
Von Wutrede nichts zu sehen und zu hören: Manager Uli Hoeneß nd Karl-Heinz Rummenigge sschreiben stattdessen lieber Autogramme. © dpa
Präsident Franz Beckenbauer bei seiner Rede. Ein Bomot: “Ich denke nicht, dass Lukas Podolski ein Problemfall ist. Den Bären Bruno hat man ja damals erschossen - überflüssigerweise. Da haben wir alle mitgelitten und haben das bedauert. Aber soweit wollen wir hier nicht gehen.“ © dpa
Kapitän Mark van Bommel und Trainer Jürgen Klinsmann wurden mit Applaus empfangen. © dpa

Was Rummenigge auch vor einem halben Jahr schon getan hat. Als der FC Bayern verkündete, dass man als Alternativfarbe bei den neuen Trikots Blau, also die Farbe des TSV 1860, gewählt habe, erklärte er süffisant: „Wo kein Rivale mehr ist, gibt es auch keine Rivalität. 1860 ist für uns kein Rivale.“

Rummenigge beleidigt 1860 - Lauth findet es nicht lustig

Bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern machte sich Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge über den Lokalrivalen TSV 1860 lustig. Die Reaktion von der Grünwalder Straße kam prompt.

Die TSG Hoffenheim aber mit Sicherheit. Und auch auf den Überraschungsaufsteiger auf Platz eins ging Rummenigge am Freitag los. „Vor uns steht eine Mannschaft mit dem Namen 1899 Hoffenheim. Wo haben die sich eigentlich in den letzten hundert Jahren versteckt?“

Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp reagierte pikiert. „Ich bin überrascht und habe dafür kein Verständnis“, sagte er in der BamS. Und Peter Hofmann, der Präsident der TSG, empfand es als „niveau- und respektlos. Nicht nur uns, sondern auch anderen kleinen Vereinen gegenüber. Auch die Bayern waren schließlich nicht Gründungsmitglied der Bundesliga.“ Der Lokalrivale aus dem Alten Testament dagegen schon…

Claudius Mayer

Quelle: tz

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