Wann kommt der Befreiungsschlag?

Banges Warten bei 1860 auf einen "dreckigen Sieg"

München - Nach der vierten Pflichtspiel-Pleite in Serie sieht sich der TSV 1860 zwar verbessert, was aber dringend fehlt, ist ein Befreiungsschlag, ein "dreckiger Sieg".

Markus von Ahlen gab zu, dass eine unruhige Nacht hinter ihm lag. „Das brauchte Zeit, um da runter zu kommen“, erzählte der Trainer des TSV 1860. Und auch am Tag danach machte der 43-Jährige nicht unbedingt den Eindruck, dass er die 2:5 (1:1)-Niederlage im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg schon restlos verarbeitet hätte. „Das ist nicht zu fassen, nicht zu greifen, was da passiert ist“, trauerte von Ahlen der verpassten Chance nach, den Negativtrend zu stoppen. Den für ihn rätselhaften Spielverlauf fasste er so zusammen: „Wir waren mindestens ebenbürtig – aber wir sind für unseren Aufwand und unseren Mut nicht belohnt worden.“

Man kann den Löwen tatsächlich nicht den Vorwurf machen, sie hätten es gegen Freiburg an Tatendrang mangeln lassen. Lange Zeit sah das sogar richtig gut aus, was die Münchner präsentierten. In ihrem Spiel war Schwung, bisweilen auch Finesse. Der Ball lief so flott durch die Reihen wie schon lange nicht mehr. „Wir waren drauf und dran, das 3:3 zu erzielen“, sagte von Ahlen. Doch stattdessen trafen die Freiburger noch zweimal. Und so ein 2:5 ist nicht gerade aufbauend, wenn man in der 2. Liga als Tabellenletzter im Abstiegskampf steckt und nunmehr vier Pflichtspiele in Serie verloren hat. „Uns fehlt das Resultat, der Befreiungsschlag“, sagte Torhüter Stefan Ortega.

Vor dem Gastspiel beim VfL Bochum (Sonntag, 13.30 Uhr), der seine bisherigen sechs Heimspiele allesamt mit 1:1 beendete (Ligarekord), bemühte sich von Ahlen trotz aller Enttäuschung, dem Pokal-Aus gegen Freiburg möglichst positive Seiten abzugewinnen: „Wir haben das Gefühl, dass wir uns stabilisieren, dass wir uns verbessern.“

Das haut den stärksten Löwen um: 1860-Torjäger Rubin Okotie beim 2:5 gegen den SC Freiburg.

Für die Offensive mag das durchaus zutreffen. Rubin Okotie traf zum neunten Mal in einem Pflichtspiel, agierte zudem dynamisch in vorderster Front. Und Valdet Rama kommt immer mehr auf Touren. Nicht nur wegen seines Tores war er der auffälligste Löwe. „Er hat sein bisher bestes Spiel für 1860 gemacht. Das gibt uns Hoffnung, dass er sich noch weiter steigert“, erklärte von Ahlen. Ein Sonderlob hatte er zudem für den eingewechselten Marius Wolf (19) parat: „Er hat wieder für Schwung gesorgt und frech aufgespielt.“ Auch aus dem Mittelfeld kamen immer wieder kräftige Impulse, nicht von ungefähr lieferte der emsige Daniel Adlung zwei Torvorlagen.

Bilder & Einzelkritik zum Löwen-Aus: 1x Note 2, 2x Note 5

Bilder & Einzelkritik zum Löwen-Aus: 1x Note 2, 2x Note 5

Nur nutzen eben aller Sturm und Drang nicht allzu viel, wenn der Rückhalt fehlt, eine verlässliche Defensive. Schwachpunkt war diesmal vor allem Linksverteidiger Sebastian Hertner, auf dessen Flügel die Freiburger meist nur unzureichend gebremst wurden. „Wir sind für ganz kleine Fehler bitter bestraft worden“, meinte von Ahlen. Allerdings zieht sich das nun schon durch die ganze Saison. Allein in den letzten vier Partien kassierten die Löwen 13 Gegentore.

Von Ahlen will sich aber nicht beirren lassen. Bekanntlich handelt es sich um den erklärten Wunsch der Vereinsführung, attraktiven Fußball zu bieten. Der Coach meinte: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Dies entnahm er auch dem Zuspruch des Kollegen Christian Streich. Den Freiburger Coach zitierte er so: „Wenn 1860 weiter diese Organisation und dieses Herz an den Tag legt, dann wird der Erfolg von alleine kommen.“

Mittelfeldspieler Adlung drückte das Nahziel etwas kerniger aus: „In unserer Situation müssen wir jetzt einfach einen dreckigen Sieg holen.“

Armin Gibis

Rubriklistenbild: © MIS

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Zwei Löwen fehlen angeschlagen - fallen sie gegen Buchbach aus?
Zwei Löwen fehlen angeschlagen - fallen sie gegen Buchbach aus?
Gebhart poltert: „Jeder Spieler muss sich fragen: Gebe ich wirklich alles?“
Gebhart poltert: „Jeder Spieler muss sich fragen: Gebe ich wirklich alles?“
Marinkovic: „1860 ist eine große Mannschaft – wer will da nicht hin?“
Marinkovic: „1860 ist eine große Mannschaft – wer will da nicht hin?“
Bierofka und Buchbach: Da war doch was
Bierofka und Buchbach: Da war doch was

Kommentare