Beginnt das "Einspielen für den Aufstieg"?

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Marco Kurz will vom "Einspielen für den Aufstieg" nichts wissen.

Neun Punkte hinter einem Aufstiegsplatz, acht Zähler Abstand zu einem Relegationsrang – mit dieser Ausgangsposition starten die Löwen gegen den SC Freiburg in die Rückrunde.

Sicherlich keine Konstellation, die den Spielern vor lauter Aufregung schlaflose Nächte bereitet, dafür gäbe es in der Tabelle sicherlich prickelndere Platzierungen. Aber, war da nicht was? Hat nicht Präsident Rainer Beeck vor zweieinhalb Wochen bei seinem Besuch im Trainingslager auf Teneriffa verkündet, dass die Rückrunde „zum Einspielen“ auf den eingeplanten „Aufstieg 2010“ gedacht sei?

Die Löwen beim HSV: Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel

Die Löwen beim HSV: Einzelkritik und weitere Bilder vom Spiel © 
Teil 1 der "Münchner Woche" haben die Hamburger gut überstanden. Am Freitag gegen den FC Bayern wird's vermutlich nicht ganz so locker laufen wie gegen die Löwen. © dpa
Sascha Rösler beim Kopfballduell mit Guy Demel. © fishing4
Durcheinander vor dem Löwen-Tor: In dieser Szene behält Tschauner aber die Oberhand. © fishing4
Ivica Olic auf dem Weg zum 1:0. © fishing4
Zack, der Ball ist versenkt. © fishing4
Die Bayern dürfen sich auf einen starken Stürmer freuen. © fishing4
Mladen Petric schirmt den Ball gegen Lars Bender ab. © dpa
David Jarolim beglückwünscht Olic zu dessen Treffer zum 2:0. © dpa
Der Mann des Spiels: Ivica Olic. © dpa
Löwen-Keeper Tschauner vor Guerrero am Ball. © fishing4
Stefan Aigner bedrängt Marcell Jansen... © fishing4
... doch der Hamburger schirmt den Ball geschickt ab. © fishing4
Alle wollten sie den Ivi herzen... © fishing4
Mathieu Beda hat gegen Jose Paolo Guerrero das Nachsehen. © dpa
Die Einzelkritik: Philipp Tschauner: Der Keeper erlebte einen schwarzen Abend. Rettete zwar in Durchgang zwei gegen den durchgebrochenen Petric, wirkte aber oft unsicher. Sein fahrlässiges Abspiel auf Berhalter leitete kurz vor der Pause das 0:1 ein. Ein Tor, dem Schiedsrichter Weiner wegen klarer Abseitsstellung freilich die Anerkennung hätte verweigern müssen! Note: 5 © fishing4
Markus Thorandt: Ließ auf seiner rechten Seite lange nichts anbrennen, kompensierte technische Mängel mit Laufstärke und Einsatzwillen. Gegen Olic sah er vor dem 0:2 freilich nicht gerade glücklich aus. Note: 3 © fishing4
Mathieu Beda: Im defensiven Mittelfeld ist der Franzose keine Verstärkung, in der Innenverteidigung durchaus zu gebrauchen. Ohne größere Fehler im Stellungsspiel, nach vorne allerdings viel zu zaghaft. Wird zu kämpfen haben, wenn Kollege Ghvinianidze wieder fit ist. Note: 4 © fishing4
Gregg Berhalter: „Petric und Olic sind mindestens so gut wie Toni und Klose", hatte der Abwehrchef im Trainingslager auf Teneriffa gewarnt. Gestern bekam er die Bestätigung. Berhalters Leistung war nicht übel, bei Olics 0:3 reagierte er zu langsam. Note: 4 © dpa
Fabian Johnson: Hatte einen schweren Stand auf links gegen Trochowski & Co. Nicht immer Herr der Lage. Ob ihm das Glück auch gegen Freiburg hold ist? Note: 4 © dpa
Sven Bender: Rackerte wie ein Berserker im defensiven Mittelfeld, erkämpfte Bälle, stellte Passwege zu. Reife Leistung. Note: 3 © dpa
Lars Bender: Sein Einsatz war wegen der gerade erst auskurierten Innenbandzerrung im Knie lange ungewiss, zahlte sich jedoch aus. Stark als Balleroberer, umsichtig als Passgeber. Unverzichtbar für die Löwen. Note: 3 © fishing4
ab 76.: Pourie: o.B. © Sampics
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Stefan Aigner: Ein frecher Hund, nicht nur mit dem Mundwerk. Der Urbayer aus Lochham bei Holzkirchen hat die darbende rechte Seite der Löwen wieder zum Leben erweckt. Schön herausgespielte Chance nach acht Minuten, Hamburgs Aogo bekam ihn nie richtig in den Griff. Das Foul gegen HSV-Keeper Rost und die gelbe Karte hätte sich Aigner freilich sparen können. Note: 2 © fishing4
ab 86.: Holebas: o.B. © Sampics
Daniel Bierofka: Mit Fäden in der noch nicht ganz verheilten Ferse lieferte der Kapitän gegen die starke rechte Seite der Hamburger eine ordentliche Partie. Die Belohnung: das Tor zum 1:3. Zur Galaform fehlt noch ein Stück (Fitness). Note: 3 © Sampics
Sascha Rösler: „Er ist der Typ Drecksack auf dem Platz, den wir brauchen", freute sich Daniel Bierofka über die Verpflichtung des Oberschwaben. Kostproben gab’s gestern einige zu sehen. Mit Demel und Mathijsen lieferte sich Rösler heftige Wortgefechte. Spielerisch blieb sein Beitrag allerdings doch sehr übersichtlich. Note: 4 © fishing4
Benny Lauth: Mangelnde Durchsetzungskraft hat ihm HSV-Legende Uwe Seeler in der tz bescheinigt. Gestern war Benny an alter Wirkungsstдtte viel unterwegs, konnte aber keine entscheidenden Akzente setzen. Note: 4 © Sampics

Aufstieg. Ein Wort, das im Sprachschatz von Marco Kurz so gut wie nie vorkommt. Es sei denn, er ginge mal in die Berge zum Klettern. Dementsprechend auch seine Reaktion gestern, als er daran erinnert wurde, dass am Sonntag gegen Freiburg eigentlich Beecks Einspielphase beginnen würde. „Ein Einspielen für den Aufstieg sehe ich jetzt nicht“, sagte Kurz und gab seinem Präsidenten Kontra. „Da müssen wir doch erst mal im Sommer sehen, wohin die wirtschaftliche Richtung bei uns geht.

Gibt’s sonst irgendein Ziel für den Moment? Der Löwen-Coach: „Ja, wir wollen das erste Spiel gewinnen. Um einen besseren Start zu haben als in der Vorrunde.“ Letzteres dürfte dringend vonnöten sein, denn die gleiche Bilanz wie im Sommer (null Punkte in den ersten drei Spielen) kann er sich mit Sicherheit nicht nochmal erlauben.

Im Gegenteil: Kurz, der im Jahr 2008 eine katastrophale Rückrunde (13 Punkte) und eine enttäuschende Vorrunde (22 Punkte) mit seiner Mannschaft ablieferte, stößt mittlerweile intern auf einigen Widerstand. Graues Mittelmaß in der 2. Liga ist nicht mehr gefragt. „Dass alles bei uns nur noch so dahinplätschert, darf einfach nicht mehr sein“, sagte ein nicht unwichtiges Mitglied der Vereinsführung nach dem Pokal-Aus in Hamburg.

Anscheinend erscheint es einigen Herrschaften im Verein doch etwas peinlich, dass ein Verein wie der TSV 1860 in der Tabelle hinter Klubs wie dem FC St. Pauli oder Rot-Weiß Ahlen auf dem elften Platz herumdümpelt. Und nur 20 kümmerliche Tore in siebzehn Zweitligaspielen geschossen hat.

Man darf gespannt sein: Geht der Auftakt am Sonntag ebenfalls wieder in die Hose (wie so viele Heimspiele im vergangenen Jahr), dann wird’s wohl wirklich nichts mehr mit dem Einspielen für Kurz.

Claudius Mayer

Sascha Rösler: Wirbelwind, Führungsspieler und Aufstiegsspezialist

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Der Vertrag des Mittelfeldspielers läuft bis 30. Juni 2010. © dpa
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Der offensive Mittelfeldmann ist Führungsspieler ... © dpa
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... und hat Kapitänserfahrung in der Bundesliga. © dpa
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Sascha Rösler wurde am 28. Oktober 1977 in Tettnang am Bodensee geboren und begann als Bub beim TSV Meckenbeuren mit dem Kicken. © dpa
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Über den VfB Friedrichshafen landete er im Jahr 1995 beim SSV Ulm 1846, wo er zum Profispieler reifte. © dpa
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Im Alter von 20 Jahren stieg er mit den Ulmern von der Regionalliga in die zweite Bundesliga auf und schaffte mit den Schwaben den Durchmarsch in die Bundesliga, wo er sich plötzlich Teams wie dem FC Schalke 04 gegenüber sah. © dpa
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Schon damals kämpfte er um jeden Ball und jeden Meter. © dpa
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Rösler machte auch die DFB-Trainer auf sich aufmerksam. © dpa
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Er kam achtmal in der deutschen U21 zum Einsatz. © dpa
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Dort erzielte er zwei Tore. © dpa
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Gegen den Türken Erkan Örbey zog er in diesem Zweikampf den Kürzeren. © dpa
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Aber nicht mal einen Bernd Schneider ließ er im DFB-Trikot widerstandslos ziehen. © dpa
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Sein Bundesliga-Gastspiel mit Ulm war leider nur von kurzer Dauer. Er kam zwar 26 Mal zum Einsatz, doch die Ulmer stiegen gleich wieder aus der Bundesliga ab. © dpa
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Er blieb noch bis 2001 und wechselte dann zum damaligen Bundesligisten TSV 1860 München. Dort wurde er ganz und gar nicht glücklich: Er kam zu keinem einzigen Einsatz und wurde nach vier Monaten auf Leihnasis an Rot-Weiß Oberhausen abgeschoben. © dpa
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Nachdem er dort mit 5 Toren in 21 Spielen glänzte, hat sich die SpVgg Greuther Fürth im Jahr 2002 seine Dienste gesichert. © dpa
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Dort hatte Rösler (r.) des öfteren Grund zum Jubeln. © dpa
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Er war eine wichtige Stütze der Mannschaft. © dpa
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Rösler schoss für Fürth in 74 Zweitliga-Spielen 29 Tore. © dpa
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Eine starke Quote für einen Mittelfeldspieler. © dpa
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Sascha Rösler steigt höher als die Sechziger Rodrigo Costa und Roman Tyce. © dpa
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Die nächste Herausforderung suchte Rösler bei Alemannia Aachen. © dpa
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Gleich in der ersten Saison stiegen die Aachener von der zweiten in die erste Liga auf. © dpa
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Auch dank Sascha Rösler, der mächtig zupackte ... © dpa
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.. und es auch mal mit zwei Gegenspielern gleichzeitig aufnahm. © dpa
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Ob Sascha Rösler noch irgendwo einen Kahn-Abdruck hat? © dpa
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Bei der Alemannia steuerte Rösler in 62 Ligaspielen immerhin 13 Tore bei. © dpa
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Dennoch klappte es nicht mit der Etablierung in der Bundesliga. © dpa
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Obwohl Rösler Stamm- und Führungsspieler war, stiegen die Aachener wieder ins Unterhaus ab. © dpa
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Rösler war nach dem Wiederabstieg am Boden. © dpa
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Doch er wusste sich zu trösten. Und zwar ... © dpa
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... mit einer neuen Herausforderung bei Borussia Mönchengladbach! © dpa
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Die waren gerade aus der Bundesliga abgestiegen und konnten seine Führungs- und Offensivqualitäten gut gebrauchen. © dpa
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Rösler versteckte sich nur selten, sondern war Leistungsträger und Stammspieler. Außerdem vertrat er oft Oliver Neuville als Kapitän. © dpa
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In seiner ersten Saison bei Gladbach schoss Rösler in 30 Spielen satte 9 Tore. © dpa
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So jubelt ein echter Goalgetter. © dpa
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Am Ende der Saison war der Jubel noch größer. Denn: Rösler ist zum dritten Mal in seiner Karriere ... © dpa
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... in die Bundesliga aufgestiegen. © dpa
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Die Aufstiegsfeiern kosteten Sascha Rösler sogar seine schöne Haarpracht. © dpa
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Doch nach dem Aufstieg und holprigem Bundesliga-Start kam Hans Meyer zu den Gladbachern. © dpa
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Vorbei war die glückliche Gladbach-Zeit von Sascha Rösler. Nachdem er unlängst zum Aufstieg von seinen Mannschaftskollegen rasiert wurde, übernahm das jetzt der Trainer: Rösler wurde auf die Bank, die Tribüne oder in die Regionalliga-Mannschaft verbannt. © dpa
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Rösler ist der Typ Michael Ballack: Kampfstark, schussstark, kopfballstark. Kurzum: eine Führungsfigur, wie ihn die Löwen sich wünschen. © dpa
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Bei den Löwen kam er zuerst nicht auf die Beine, aber die Hoffnung ist berechtigt, dass er dem Team bald sehr weiterhelfen kann. Es wäre doch schön, wenn er bald mit einem Weißbierglas in der Hand seinen vierten Bundesliga-Aufstieg feiern könnte, oder? © dpa

Quelle: tz

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