"Es kann gut sein, dass ich nicht mehr lange warten kann"

Berhalter denkt an Abflug in die USA

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Gregg Berhalter beim Sprinttraining auf Teneriffa

Kritiker Lügen strafen – das ist (neben Golfspielen) das größte Hobby von Gregg Berhalter (35).

Was wurde der US-Verteidiger der Löwen nicht schon verspottet ob seiner großen Übersetzung und seiner bisweilen spektakulären Fehler. Am Ende lachte meistens der Ex-Nationalspieler aus Englewood, New Jersey.

Auch im am Freitag zu Ende gegangenen Trainingslager auf Teneriffa war Berhalter stets einer der bestgelaunten Löwen. Kein Wunder nach einer persönlich guten Hinrunde, in der er wesentlichen Anteil am Erfolg der blauen Defensive hatte (nur 17 Gegentore). Und doch dürfte ihn die Kanareninsel in der vergangenen Woche zum letzten Mal im Fußballtrikot gesehen haben. Denn nach Lage der Dinge werden sich die Wege der Löwen und die ihres sichersten Elfmeterschützen nach dessen Vertragsablauf im Sommer trennen.

Ein Tag im Leben von Gregg Berhalter

Die tz hat Gregg Berhalter mal begleitet und dokumentiert (Texte: lk) den Tagesablauf eines Löwen-Profis. 7.45 Uhr: Wecken per Anruf durch einen Hotelangestellten. © sampics
8 Uhr: Frühstück. © sampics
10 bis 12 Uhr: Training im „Estadio Antonio Dominguez Alfonso“. © sampics
Die Spieler gehen hin und zurück jeweils zehn Minuten zu Fuß. © sampics
Zwischen 12.15 und 13 Uhr: Pressetermine ... © 
... und Autogrammeschreiben. © sampics
13 Uhr: Mittagessen. An einem großen Büffet gibt es Fleisch, Geflügel und Fisch sowie Gemüse, Nudeln und Salate. Anschließend Kaffeetrinken in gemütlicher Runde ... © sampics
... auf dem Foto mit Michael Hofmann und Teammanager Robert Hettich. Danach nochmal Pressetermine in der Hotel-Lobby oder im gleich nebenan liegenden „Bräuhaus“, einem Lokal im bayerischen Stil. © sampics
14 bis 16 Uhr: Zur freien Verfügung. Ein Besuch im Wellnessbereich bietet sich an. © sampics
Danach geht's oft aufs Zimmer zum Checken der E-Mails oder zu Telefonaten mit der Familie in München. Wer will, kann sich nochmal zum Kaffeetrinken treffen. Dazu gibt’s Kuchen oder Obst. © sampics
16 bis 18 Uhr: Wieder Training ... © sampics
... im „Estadio Antonio Dominguez Alfonso“. © sampics
19.30: Abendessen. © sampics
Die Spieler stehen Schlange. © sampics
20 Uhr: Unterschiedliche Termine. Die Spieler gehen entweder in den Fitnessraum ... © sampics
... oder lassen sich von den Physios behandeln. Auch Pressetermine sind noch möglich. Danach steht der Abend zur freien Verfügung. Es gibt eine Schafkopfrunde mit Benny Lauth, Danny Schwarz, Daniel Bierofka und Physiotherapeut Stephan Rainer. Andere schauen fern – die wichtigsten deutschen Programme sind auf Teneriffa empfangbar – lesen oder beschäftigen sich am Laptop. 23 Uhr: Zapfenstreich. © sampics

„Wenn der Verein, wie Stefan Reuter in Interviews gesagt hat, nicht vor März konkrete Vertragsgespräche führen will, dann muss ich das so akzeptieren“, sagte Berhalter zur tz. „Es kann aber gut sein, dass ich so lange nicht mehr warten kann. Ich habe konkrete Angebote aus Amerika, im Sommer könnte ich in der MLS (Major League Soccer) nahtlos in den Spielbetrieb einsteigen. Dann beginnt dort die Rückrunde.“

Nach tz-Informationen sollen Berhalter Angebote von zwei US-Klubs vorliegen. Von den New York Red Bulls und von Washington D.C. United, dem Team, das einst von Ex-Löwe Peter Nowak trainiert wurde. Gut möglich, dass schon bald Vollzug gemeldet werden kann. Bei 1860 jedenfalls scheint über den Sommer hinaus kein Bedarf mehr an Berhalters Abwehrkraft zu bestehen.

Löwen zum Anfassen: Der Fanabend auf Teneriffa

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Es ist für alle Beteiligten eine liebgewonnene Tradition im Löwen-Trainingslager: Für die eingefleischten Anhänger, die nach Teneriffa mitgereist sind, schmissen die Spieler und Verantwortlichen einen Fanabend. Die rund 50 Mitgereisten konnten sich über Freibier freuen, das der bayerische Wirt im Bräuhaus servierte. Sehen Sie hier die Bilder aus dem Winter-Trainingslager - inklusive einiger Spieler und Funkionäre, die inzwischen nicht mehr in 1860-Diensten tätig sind. © sampics
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Stefan Aigner steht Rede und Antwort. © sampics
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Torben Hoffmann lässt sich Schulter an Schulter mit einem Fan ablichten. © sampics
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Marco Kurz gibt Auskunft. © sampics
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Prost! Auch die Löwen dürfen zur Feier des Tages am Gerstensaft nippen. © sampics
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Danny Schwarz und Benny Lauth stellen sich mit zum Erinnerungsfoto auf. © sampics
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Teammanager Robert Hettich ist auch für gemeinsame Bilder gefragt. © sampics
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Ein Anhänger schmuggelt sich in eine Löwen-Viererkette © sampics
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Philipp Tschauner ist immer für einen Plausch zu haben. © sampics
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Käptn Bierofka wirkt nach überstandener Verletzung erleichtert. © sampics
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Auch Manager Stefan Reuter lässt sich das Bier schmecken. © sampics
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Nikolas Ledgerwood signiert bereitwillig ein Trikot. © sampics
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Die Kapitäne der Löwen: Daniel Bierofka und Stellvertreter Danny Schwarz © sampics
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Zwei Fans auf Augenhöhe mit Abwehrrecke Gregg Berhalter © sampics
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Marco Kurz gibt Fünf. © sampics
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Stefan Aigner und Christoph Burkhard schwingen die Stifte. © sampics
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Daniel Bierofka und Danny Schwarz lächeln in die Kamera. © sampics
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Florian Jungwirth hat noch ein Plätzchen gefunden. © sampics
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Mate Ghvinianidze und Fabian Johnson stoßen mit Wirt Ralf an. © sampics
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Markus Schroth kann derzeit nicht spielen, zeigt sich aber dennoch optimistisch. © sampics
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Schön war's! Auf ein Wiedersehen im Sommer-Trainingslager. Und vorher natürlich bei vielen, vielen Spielen und Übungseinheiten, die sich echte Fans nicht entgehen lassen. © sampics

Wie intern zu hören ist, planen die Löwen in ihrer schicksalsträchtigen Saison 2009/10 in der Abwehrzentrale mit dem Duo Mate Ghvinianidze und Mathieu Beda. Der Franzose war zum Saisonbeginn als Innenverteidiger aus Kaiserslautern verpflichtet worden, musste jedoch nach der Syndesmose-Verletzung von Lars Bender als „Sechser“ vor der Abwehrkette ran. Zudem haben die Löwen in Florian Jungwirth noch den Kapitän der U-19-Europameister-Mannschaft im Kader, auch er ein Innenverteidger.

Löwen-Testspiel gegen Viertligisten: Die Neuen im Fokus

Sein erstes Winter-Testspiel hat der TSV 1860 auf Teneriffa gewonnen. Das Tor zum 1:0-Sieg schoss Manuel Schäffler (Foto) in der 74. Minute. Sehen Sie hier die Bilder vom Spiel. © sampics
Neuzugang Marvin Pourie bestritt sein erstes Spiel für die Löwen. © sampics
Der Gegner des Tests hieß CD Marino. © sampics
Die Spanier spielen normalerweise in der vierten Liga und hielten gegen die Löwen gut mit. © sampics
Diesen beiden Talenten gehört hoffentlich die Zukunft: Marvin Pourie und Julian Baumgartlinger © sampics
Marvin Pourie beglückwünscht Stutmkollege Manuel Schäffler zu dessen Tor © sampics
Auch Sascha Rösler kam zu seinem ersten Einsatz im Löwen-Trikot. © sampics
Kapitän Daniel Bierofka ist wieder an Bord. © sampics
Aufsteiger Lars Bender © sampics
Stefan Aigner kam von Arminia Bielefeld - und auf Teneriffa zu seinem ersten Spiel seit dem Wechsel © sampics
Ein Blick auf die Tribüne: 300 Zuschauer wollten das Spiel sehen - auch diese fünf Löwen verfolgten ihre Kollegen aufmerksam. © sampics
Sascha Rösler versuchte zu dirigieren und gleich in seinem ersten Spiel Verantwortung zu übernehmen. © sampics
Ist beim in der Hinrunde tor- und glücklosen Manuel Schäffler mit seinem Testspieltor der Knoten geplatzt? © sampics
Trainer Marco Kurz wird Schäfflers Tor erfreut zur Kenntnis genommen haben. © sampics
Stefan Aigner gibt alles. © sampics
Marvin Pourie blieb in seinem ersten Löwen-Spiel torlos. © sampics
Auch Sascha Rösler konnte wenig Akzente setzen, zeigte sich aber bemüht. © sampics
Erfreulich hingegen: Käptn Bierofka läuft wieder rund. © sampics
1:0 gegen einen Viertligisten - nicht gerade Grund für Überschwang. Aber es war ein Testspiel, und die Löwen waren müde nach den Strapazen der letzten Tage. Sie werden jetzt weiterarbeiten und alles für einen starken Rückrundenstart tun. © sampics

Berhalter geht mit der Situation professionell um. Einen Wechsel noch in der laufenden Transferperiode (bis Ende Januar) schließt er aus, er will mit den Löwen noch was bewegen: „Wir haben was gutzumachen nach dieser Vorrunde.“ Ganz besonders freut er sich auf das Pokalmatch beim Hamburger SV am 27. Januar. „Petric und Olic sind genauso stark wie Toni und Klose, aber noch unberechenbarer. Das wird eine große Herausforderung.“ Angst klingt anders.

Quelle: tz

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