"Wenn wir das machen, ist viel passiert vorher"

Bericht: Wird Poschner an Ismaik vorbei entlassen?

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Demonstrative Einigkeit im April 2014: Präsident Gerhard Mayrhofer, Sportchef Gerhard Poschner, Geschäftsführer Markus Rejek und Investoren-Statthalter Noor Basha (v.l.).

München - Einem Medienbericht zufolge soll der TSV 1860 notfalls gewillt sein, den umstrittenen Sportchef Gerhard Poschner auch ohne Einwilligung der Investorenseite zu entlassen.

Wie geht es weiter beim TSV 1860? Diese Frage stellt sich gleich auf mehreren Ebenen. Vor allem aber in der Führungsetage herrscht Unklarheit über die Zukunft. Das größte Fragezeichen steht hinter dem höchst umstrittenen Geschäftsführer Sport Gerhard Poschner. Die Vereinsführung ist gegen ihn, die Investorenseite ist für ihn. Noor Basha, der Statthalter von Investor Hasan Ismaik, bekräftigte das in seinem Interview mit dem Münchner Merkur.

Diese Fans fordern die Rücktritte von Gerhard Mayrhofer und Sportchef Poschner.

Die Personalie Poschner ist verzwickt, auch weil bei einer Entlassung eine Abfindung in Höhe von mindestens 200.000 Euro fällig werden würde. Der TSV 1860 könnte den Sportchef an Noor Basha und Hasan Ismaik vorbei entlassen - dank der 50+1-Regel, nach der endgültige Entscheidungen immer von Stammverein getroffen werden. Eine Anweisung des Verwaltungsrats des e.V. an das Präsidium (Mayrhofer plus Vizepräsidenten Erik Altmann und Heinz Schmidt) zur Außerkraftsetzung des Beirates der Geschäftsführungs-GmbH (Ismaik, Basha, Mayrhofer, Karl-Christian Bay) genügt. Rechtlich muss dieser Schritt genauestens geprüft werden, doch nach Informationen der SZ soll der Verwaltungsrat bereit sein, diese Notbremse zu ziehen, wenn es nicht mehr anders geht. "50+1 ist die allerletzte Konsequenz", sagte Mayrhofer dazu der Süddeutschen Zeitung. "Wenn wir das machen, ist viel passiert vorher." Er hoffe aber weiterhin auf einen "kooperativen Weg".

Für einen Großteil der Fans ist bereits zu viel passiert. Für Samstag kündigten sie einen Protest-Marsch zum Trainingsgelände der Löwen an.

Schneider: "...dann hat Basha 1860 nicht verstanden"

Was der Vereinsführung bei dem Interview Bashas aber noch mehr aufstößt, ist der Vergleich zwischen dem TSV 1860 und anderen Investorenmodellen in Deutschland. "Es gibt viele Einflüsse von außen. Wir sind einfach nicht Red Bull oder Hoffenheim oder Ingolstadt. Wie soll ein gutes Unternehmen funktionieren mit solch einer Atmosphäre?", sagte der Statthalter Ismaiks. Liegt darin der Grund für die mangelhaften Investitionen des jordanischen Geldgebers?

"Wenn Noor Basha Red Bull als Vorbild sieht, hat er 1860 nicht verstanden. 1860 ist kein Investorenmodell, sondern eine Familie", sagte Sechzig-Verwaltungsratschef Sigfried Schneider der SZ. "Dieses Präsidium hat alles getan, um mit Hasan Ismaik in Partnerschaft zu arbeiten. Und der Verwaltungsrat und sein Vorsitzender haben eineinhalb Jahre keinerlei öffentliche Äußerung getan, damit das Präsidium mit Hasan Ismaik in Ruhe arbeiten kann."

Mayrhofer: "Versuchen ja zu kooperieren, in jegliche Richtung"

Präsident Gerhard Mayrhofer sieht die Gegebenheiten als eigentlich nicht so schlecht an: "Dass Sechzig nicht vergleichbar ist mit einem normalen Unternehmen, ist nicht von der Hand zu weisen, aber ich halte es nicht für unmöglich, damit umzugehen. Ein investitionsfreundlicheres Präsidium als das jetzige kann man sich gar nicht wünschen, wir versuchen ja zu kooperieren, in jegliche Richtung."

Wirklich getan hat sich aber nur wenig. Die Vorstellungen klaffen aber wohl weiter auseinander, als man gemeinhin denken könnte.

fw

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