Löwen-Coach im TV-Interview

Schuster zu 1860? Das sagt von Ahlen!

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Markus von Ahlen.

München - Markus von Ahlen reagiert gelassen auf die Spekulationen um Bernd Schuster als Trainer von 1860 München. Einen Seitenhieb verteilt er in Richtung RB Leipzig.

Das erste Argument für sich hat Markus von Ahlen bereits geliefert. Das 2:0 des TSV 1860 München gegen Greuther Fürth war gleich ein erstes Ausrufezeichen nach der Entlassung von Ricardo Moniz. Dass von Ahlen damit automatisch im Amt bleibt, heißt das aber nicht. Noch nicht. Denn offiziell gibt es zu diesem Thema bislang keine Äußerung der Löwen. Das macht dem 43-Jährigen, der bereits zum zweiten Mal als Interimscoach einspringt, offenbar nichts aus. Er befinde sich in der komfortablen Situation, "dass ich das absolute Vertrauen vom Klub genieße", sagte er am Sonntag in der Sendung Blickpunkt Sport des BR. "Man schätzt meine Arbeit, man schätzt meine menschlichen Qualitäten, und zuletzt ist es ganz gut gelaufen - Ende letzter Saison und auch jetzt zum Auftakt."

Dennoch werden öffentlich schon wieder diverse mögliche Nachfolger Kandidat. Neuester Kandidat ist laut Kicker Bernd Schuster. Das ist auch von Ahlen nicht entgangen. "Ich habe davon gelesen", erzählte er. Aber Verhandlungen? "Ich weiß nicht aus verlässlichen Quellen - sprich von Sportchef Gerhard Poschner oder anderen Verantwortlichen -, dass es dort Gespräche gibt."

Zu Bernd Schuster hat der Löwen-Coach sogar eine hohe Meinung, empfiehlt ihn beinahe als Nachfolger: "Ich habe mit Bernd Schuster zusammengespielt und schätze ihn als Mensch und Fußballer unheimlich. Es könnte eine interessante Personalie sein."

Spekulationen wundern von Ahlen nicht

Die Gerüchte um den ehemaligen Real-Trainer oder andere potenzielle Kandidaten will von Ahlen aber nicht überbewerten. Sie seien sogar normal: "Wir müssen damit leben, dass spekuliert wird, so lange wir aus dem Verein heraus keine klare Entscheidung bekanntgeben. Und ich denke, dass das zum jetzigen Zeitpunkt Spekulation ist."

Doch wann soll die Frage geklärt werden? Der Klub verspüre, so von Ahlen, keinen Druck. Poschner werde "in aller Ruhe - vielleicht auch mit mir zusammen - überlegen, was für den Klub das Beste ist", so der Trainer.

Von Ahlen lässt mit einen Aussagen Raum für Interpretationen - in beide Richtungen. Hat er etwa keine Lust auf den Schleudersitz bei 1860? Für ihn spricht allerdings, dass er sich klar zu dem Konzept bekennt, aus der eigenen Jugendarbeit zu profizieren und die Talente aus den eigenen Reihen in den Profi-Bereich zu etablieren. Auch wenn die Löwen nicht die großen finanziellen Möglichkeiten hätten wie andere Bundesligisten, "machen wir hervorragende Arbeit", sagte der Coach und verwies unter anderem auf die Nationalspieler Kevin Volland sowie die Bender-Brüder Lars und Sven, die aus der Talent-Schmiede der Sechziger stammen. Doch auch der aktuelle Kader hätte viel Potenzial. Doch um solche Youngster zu etablieren, bedarf es Zeit. "Und Zeit ist im Sport generell gering", betonte von Ahlen. "Aber wir wissen, dass wir viele hoffnungsvolle Talente haben, dass sie in diesem Bereich bestehen und uns weiterhelfen können. Nur das ist unser Weg."

Seitenhieb Richtung Leipzig

Daher schaut der 43-Jährige auch nicht neidisch zu kommerziellen Klubs wie RB Leipzig, die finanziell viel mehr Möglichkeiten haben. "Das kann für uns kein Vorbild sein", beteuerte von Ahlen. "Mich als Trainer und ehemaligen Spieler macht diese Tradition der Klubs total an, weil es etwas Gewachsenes ist. Weil es den richtigen Fußball, den man lebt und fühlt, widerspiegelt. Natürlich nehmen solche Vereine einigen Traditionsklubs den Platz weg, aber das spielt für uns keine Rolle. Wir konzentrieren uns auf das, was uns stark macht."

mg

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