Hört mir auf mit Messi!

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Die Zukunft der Löwen? Emanuel Biancucchi nährt die Hoffnungen der Fans.

München - Bekannt war er beim TSV 1860 eigentlich von Anfang an. Auch, als er noch nicht mal in der zweiten Mannschaft spielen durfte. Aber die Tatsache, dass Barcelonas Superstar Lionel Messi sein Cousin ist, erregte sofort große Aufmerksamkeit für Emanuel Biancucchi.

Jetzt hat der 21-Jährige selbst sein Profidebüt gegeben. Und sich dabei alles andere als ungeschickt angestellt. Keine Frage: Der schmächtige Argentinier kann den Löwen weiterhelfen. Wie er selbst seine Situation und seine Zukunft sieht, erfahren Sie im tz-Interview:

Emanuel, am Samstag haben Sie gegen den MSV Duisburg ein starkes Zweitligadebüt im Löwen-Trikot hingelegt. Hat eigentlich der Cousin aus Barcelona gleich angerufen und gratuliert?

Biancucchi: Nein. Ich hatte keinen Kontakt mit Lionel Messi. Und wissen Sie was: Ich will auch gar nicht mehr, dass im Zusammenhang mit mir immer sein Name genannt wird. Ich bin Emanuel Biancucchi und eine eigenständige Person. Auch als Fußballer.

In Ordnung, nur noch zwei Fragen. Wie genau sind Sie eigentlich verwandt mit ihm und war er Ihr Vorbild?  

Biancucchi: Lionels Mutter und meine Mutter sind Schwestern. Und natürlich ist er mein Vorbild. Aber das ist auch mein Bruder, der ebenfalls ein sehr guter Fußballer ist.

Eineinviertel Jahre durften Sie wegen der Passproblematik für den TSV 1860 kaum spielen. Jetzt haben Sie den Sprung in die Zweitliga-Mannschaft geschafft. Wie schlimm war die Zeit davor?

Biancucchi: Das war einfach eine Katastrophe. Aber ich habe mich in der 2. Liga gleich wohlgefühlt und bin gut zurechtgekommen. Ich bin das Ganze auch ganz ruhig angegangen und war überhaupt nicht nervös.

Haben Ihre Eltern in Argentinien das Spiel irgendwie verfolgen können?

Biancucchi: Sie haben es übers Internet versucht. Aber die Verbindung ist immer wieder zusammengebrochen, so dass sie nur ein paar Minuten sehen konnten.

Jetzt doch noch eine Frage zum Cousin. Wo ist eigentlich das Trikot, das ­Ihnen Messi beim Champions-League-Spiel zwischen Bayern und Barcelona in der Allianz Arena geschenkt hat?

Biancucchi: Das ist zu Hause in Rosario und hängt in einem Rahmen an der Wand.

Welcher Duisburger Spieler wollte eigentlich am Samstag Ihr Trikot?

Biancucchi: Keine Ahnung. Das hätte aber auch keiner gekriegt. Denn das ist für meine Familie in Argentinien.

Haben Sie eigentlich großes Heimweh?

Biancucchi: Natürlich. Das ist sehr, sehr groß. Ich telefoniere auch fast jeden Tag mit meiner Familie und meiner Freundin Belen, mit der ich seit Kurzem zusammen bin. Vom Festnetz, das ist billiger. Und natürlich gibt’s auch E-Mail-Kontakt.

Apropos Argentinien. Wie sehr haben Sie mit Ihren Landsleuten um die WM-Qualifikation gebangt?

Biancucchi: Ich habe das vorletzte Spiel gegen Peru, das wir in der Nachspielzeit gewonnen haben, live am Fernseher verfolgt und wie verrückt gezittert. Das 1:0 gegen Uruguay konnte ich leider nicht sehen.

Nationaltrainer Diego Maradona hat sich danach alles andere als vornehm geäußert. Was halten Sie von seinen obszönen Äußerungen?

Biancucchi: Wie sich Maradona da verhalten hat, das hat mir natürlich überhaupt nicht gefallen.

Sie sind vor einiger Zeit aus dem Jugendinternat auf dem Vereinsgelände ausgezogen und bewohnen jetzt ein Appart­ement ganz in der Nähe des Trainingsplatzes. Wer putzt?

Biancucchi: Natürlich ich selbst. Es gefällt mir zwar nicht, aber es muss halt sein.

Ewald Lienen hat gesagt, dass Sie eine feste Größe in der ersten Elf sind, wenn Sie das Wort „Stammplatz“ auf Deutsch lernen. Eine Anspielung auf Ihre immer noch mangelhaften Deutschkenntnisse. Werden die bald besser sein?

Biancucchi (grinst): Stammplatz. Es geht doch. Das Wort Apfelschorle kenne ich auch schon. Nein, ich werde jetzt verstärkt Deutsch lernen.

Weil Sie beim TSV 1860 und in Deutschland bleiben wollen? Ihr Vertrag läuft im nächsten Sommer aus.

Biancucchi: Wenn ich weiterhin drankomme in der ersten Mannschaft würde ich natürlich gerne bei den Löwen bleiben. Wenn nicht, muss ich überlegen, was ich in Zukunft mache.

Interview: Claudius Mayer

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