Appell an die Gesellschafter

Bierofka äußert Hilferuf: So geht‘s nicht weiter bei den Löwen

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Löwen-Trainer Daniel Bierofka denkt perspektivisch - mit Bauchschmerzen.

Eigentlich müsste Daniel Bierofka, Trainer des TSV 1860 München, glücklich sein: Sportlich gesehen läuft‘s bei den Blauen. Betrachtet er die zukünftige Entwicklung seines Vereins, sieht es anders aus.

München - Tabellenführer in der Regionalliga Bayern, ausverkaufte Heimspiele im Grünwalder Stadion - oberflächlich betrachtet müsste Daniel Bierofka ein glücklicher Trainer sein. Der große Haken an der Sache: Bierofka denkt wie die meisten Vertreter seiner Zunft perspektivisch. Und genau daran fehlt es dem TSV 1860 im 158. Jahr seines Bestehens am allermeisten.

Im Grunde sind es zwei Klubs, die sich unter einem Wappen gegenüberstehen. Auf der einen Seite der e.V., der sich ohne frische Darlehen von seinem arabischen Investor emanzipieren will, auf der anderen Seite eben dieser Hasan Ismaik, der keine Not sieht, seine 60-Prozent-Beteiligung an der Profi-KGaA zu verkaufen. Möglicherweise wartet Ismaik auch nur auf den endgültigen Fall der 50+1-Regel, um danach die volle Kontrolle bei 1860 übernehmen zu können. 

Hasan Ismaik: Will er die volle Kontrolle über den TSV 1860 München?

Laut Kicker will sich das Bundeskartellamt noch in diesem Jahr entscheiden, ob es ein Verfahren gegen die vieldiskutierte Sperrklausel der DFL eröffnen wird. Bierofkas Geduld ist begrenzt. Erklärtes Ziel der blauen Geschäftsführung  ist die schnellstmögliche Rückkehr in den Profifußball. Wie das mit zwei konträr gesinnten Gesellschaftern funktionieren soll, hat bisher niemand schlüssig erklären können. Auch Bierofka wartet auf ein Signal. 

Am Montag öffnete der Coach sein blaues Herz. Heraus drang ein Hilferuf, der erahnen lässt, wie die Ungewissheit an ihm nagt. „Meine Motivation ist immer hoch“, stellte Bierofka eingangs klar. „Erstens mache ich das für die Mannschaft, meine Jungs. Dann mache ich es für die Fans und den Verein. Das ist meine Hauptmotivation. Aber grundsätzlich braucht man eine gewisse Perspektive, und die muss dann irgendwo hinterlegt sein.“ 

Bieros Appell an die Gesellschafter: Müssen einen gemeinsamen Weg finden

Aktuell ist nicht mal klar, mit welchem Budget Bierofka und seine Mitstreiter im Falle des Drittliga-Aufstiegs arbeiten könnten. Auch gibt es keinen fixierten Plan für ein weiteres Jahr Regionalliga. Sicher ist nur, dass auf dem Winter-Transfermarkt nicht viel möglich ist. „Vielleicht können wir einen Spieler holen“, so Bierofka. „Aber mehr wird es nicht werden.“ 

Gesellschaftervertreter Robert Reisinger

Sein Appell an die Gesellschaftervertreter Robert Reisinger und Hasan Ismaik: „Man muss vernünftig sein und versuchen, einen gemeinsamen Weg zu finden. Wie soll es in zwei oder fünf Jahren aussehen? Wir brauchen endlich eine Richtung, an der wir uns alle orientieren können.“ 

Noch gibt es keine Zeichen einer Annäherung. Die Kommunikation läuft über Ismaiks Anwälte. Eine Möglichkeit, sich persönlich auszutauschen und Kompromisse zu schließen, wäre eine Sitzung des KGaA-Aufsichtsrates, zu der Ismaik laden müsste. Seit Sommer hat das Gremium nicht mehr getagt.

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lk

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