Kleine Löwen gewinnen das Stadtderby

Bierofka feiert seinen ersten Derbysieg

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Durfte sich über seinen ersten Derbysieg freuen: Löwen-Coach Daniel Bierofka.

TSV 1860 München II - Das Wichtigste zuerst: Beim Münchner Regionalliga-Derby blieb diesmal alles friedlich.

Die beiden verfeindeten Fanlager reizten sich zwar gestern mit den üblichen Schmähgesängen, darüber hinaus blieben unangemessene Aggressionen und Provokationen weitgehend aus. Durch den ebenso überraschenden wie gerechtfertigten 2:0-Derbysieg von Daniel Bierofkas Junglöwen wird das Tabellenbild an der Spitze mit fortschreitender Saisondauer immer unübersichtlicher.

Bereits das Hinspiel hatten Daniel Bierofkas kleine Löwen dominiert. Nach dem frühen Platzverweis für Felix Pohl allerdings konnte die in Unterzahl leidenschaftlich verteidigende Reserve des Rekordmeisters damals dem Lokalrivalen noch ein torloses Remis abringen. Eben diese Leidenschaft sprach Bayern-Coach Heiko Vogel seiner Elf im gestrigen Derby ab. „Wenn ich so auftrete, wie wir in der zweiten Halbzeit“, resümierte er verbittert, „dann muss ich mich schon fragen lassen, ob ich den Fußball wirklich liebe“. Einen Tag nach seinem 40. Geburtstag präsentierte sich sein Team in der Tat für ein Derby unerklärlich uninspiriert. Mit einer einstudierten Freistoß-Variante, bei der sich einige Mitspieler in der Mauer platzierten und so Bayern-Schlussmann Andreas Rössl die Sicht nahmen, hatte Nico Karger die Bierofka-Elf in Führung gebracht (11.). Anschließend entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit den besseren Möglichkeiten für die Junglöwen. Und nach Nicolas Andermatts Treffer zum 2:0 (49.) „haben wir es solide runtergespielt“, bilanzierte der agile Nicholas Helmbrecht erfreut.

Damit untertrieb er sogar: Innenverteidiger Felix Weber hatte Pech bei einem Kopfball an den Innenpfosten (73.) und Helmbrecht selbst wurde zweimal ein Torerfolg durch den stark reagierenden Bayern-Torhüter Andreas Rössl verwehrt (65., 71.). Dementsprechend bedient war Vogel. „Aufgrund der zweiten Halbzeit war der 1860-Sieg völlig verdient“, sein Team leide an einem „Mentalitätsdefizit, das zieht sich schon seit Wochen wie ein roter Faden durch unsere Saison“. Sein Pendant Bierofka indes feierte den ersten Derbysieg seiner Laufbahn, auch als Spieler war ihm dieses besondere Erlebnis zuvor nie vergönnt gewesen. Umso erleichterter war er nun nach zuvor zwei Niederlagen in Serie, die seine kleinen Löwen an den Rand zur Abstiegszone befördert hatten.

Der Derbysieg, so der 36-jährige Ex-Profi, sei „doppelt wichtig“ gewesen, nachdem sein Team und auch er selbst „in den letzten Wochen viel wegstecken“ mussten. „Die drei Punkte waren überlebenswichtig, um uns etwas von den hinteren Plätzen abzusetzen“. Vor den Augen von Cheftrainer Benno Möhlmann, Sportdirektor Oliver Kreuzer und sogar Investor Hasan Ismaik komplettierten die Junglöwen damit nach den Siegen der Profis und der U19 ein perfektes Wochenende für den leidgeprüften TSV 1860. Auf der Gegenseite steht derweil in den beiden letzten Partien vor der Winterpause Julian Greens Aussage auf dem Prüfstand. Der 20-jährige US-Nationalspieler räumte zwar ein, dass „es zur Zeit nicht läuft“, dennoch bezeichnete er sein Team als „die beste Mannschaft der Liga“. Was noch zu beweisen wäre.

Text: Matthias Horner

Quelle: fussball-vorort.de

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