Bierofka mahnt: "Jetzt bloß keine Panik"

Vor 40 Jahren lief's bei Sechzig noch schlechter

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Willi Bierofka (re.) in der Saison 74/75 gegen Pirmasens.

München - Erst zwei magere Pünktchen aus vier Spielen: Der Saisonstart der Löwen ist missraten. Vor 40 Jahren starteten die Sechzger sogar noch schlechter. In der tz erinnert sich Willi Bierofka.

Die zwei Pünktchen, die der TSV 1860 derzeit auf dem Konto hat, sind die schlechteste Ausbeute einer Löwen-Mannschaft in der 2. Liga seit vierzig Jahren. Damals, im Sommer 1974, hatte man nach den ersten vier Spieltagen nur einen einzigen Zähler zustande gebracht, auch nach der fünften Runde waren es noch nicht mehr. Willi Bierofka, der Vater von Daniel, der im Sommer seine Karriere beendet hat, war damals als Spieler dabei und kann sich gut in die Köpfe der jetzigen Löwenprofis hineinversetzen. Wie geht man um mit diesen sieglosen Wochen, mit dem Warten auf den ersten Dreier? „Das Allerwichtigste ist, dass du nicht in Panik verfällst“, sagt der mittlerweile 61-Jährige, „die sollen sich bloß nicht verrückt machen lassen. Wenn einer jetzt schon nachdenkt, wie das bloß alles enden soll, machst du dich selbst kaputt.“

Willi Bierofka.

Bei den Löwen von damals war es, was das Personal betrifft, ähnlich wie heute. Erst nach und nach wurde die Mannschaft verstärkt, nachdem Max Merkel, der Meistertrainer von 1966, zu Saisonbeginn wieder an die Grünwalder Straße zurückgekehrt war. Bierofka: „Ähnlich wie diesmal befand sich der TSV 1860 auch damals im Umbruch. Viele Spieler hatten den Verein verlassen, da musste erst mal ein Neuaufbau her. Und durch einige Nachverpflichtungen, wie zum Beispiel Abwehrspieler Hans Reich aus der Meistermannschaft, wurden wir dann auch immer sicherer und erfolgreicher.“

Der Dosenöffner kam am 6. Spieltag. Ein 1:0-Sieg gegen den VfR Heilbronn durch ein Tor von Norbert Starzak. Kein großartiger Fußballspieler, aber ein unbändiger Kämpfer, der leider vor elf Jahren in den Dolomiten tödlich verunglückt ist. Aus den fünf folgenden Spielen wurden dann vier Siege eingefahren, wodurch man sich in sichere Tabellengefilde bewegte.

Wie hat eigentlich Max Merkel damals auf den miserablen Start reagiert? Bierofka: „Der Max war überhaupt nicht nervös. Er wusste ja, dass er uns in der Vorbereitung wie ein Geisteskranker hergenommen hatte, und nach einigen Wochen haben wir dann auch gemerkt, welch gute Fitness wir dadurch besaßen. Zu Merkels Spezialität gehörten übrigens nach dem Training, ich betone nach dem Training, noch 400-m-Läufe mit zwei Medizinbällen unter den Armen. Den Ferdl Keller, unseren Torjäger, hat’s nach 300 Metern umgehauen und er musste sich übergeben.“ Bis auf Platz zwei arbeiteten sich die Löwen damals zwischenzeitlich vor, erst eine schwere Verletzung von Keller (bis dahin 23 Saisontore) beendete im Frühjahr 1975 alle Aufstiegsträume.

Was traut Bierofka den jetzigen Löwen zu? „Was Genaues kann man erst nach neun, zehn Spieltagen sagen. Die Neuen, vor allem die Spanier, müssen sich noch an die 2. Liga gewöhnen, aber ich glaube, dass uns alle noch weiterhelfen. Vor allem der Leonardo. Für mich ein Superspieler.“

tz

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