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Bierofka: „So bekommst du in der Liga Probleme“ - Was haben die Löwen wirklich drauf?

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Von: Ludwig Krammer

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Daniel Bierofka und seine Löwen stürzten innerhalb von fünf Spieltagen von Rang vier auf elf ab.
Daniel Bierofka und seine Löwen stürzten innerhalb von fünf Spieltagen von Rang vier auf elf ab. © MIS / Cathrin Müller /M.i.S.

Fünf Spiele ohne Sieg, in diesen nur sechs Treffer erzielt - beim TSV 1860 stockt nach dem starken Saison-Start der Motor. Es stellt sich die Frage: Was haben die Löwen wirklich drauf?

München - Das Oktoberfest ist Geschichte, die Ernüchterung bei den Löwen überaus präsent. Hatten Experten und Teile der blauen Anhängerschaft nach dem 2:0-Sieg gegen Energie Cottbus Ende August noch vom Durchmarsch in die Zweite Liga schwadroniert, so stellt sich die Lage fünf Wochen später beinahe konträr dar. Fünf Ligaspiele mit nur drei Punkten haben die Sechziger bis auf einen Zähler an den Rand zur Abstiegszone rutschen lassen. Die in allen Belangen mangelhafte Leistung beim 0:1 in Meppen verbietet fürs Erste jedes Ziel über den Klassenerhalt hinaus.

„Hinten bekommen wir blöde Gegentore, vorne machen wir die Dinger nicht rein“, fasste Rechtsverteidiger Herbert Paul die Probleme am Sonntag griffig zusammen. „Jetzt geht es darum, Charakter zu zeigen. Wir sind in einer Lage, in der wir liefern müssen. Ich bin der Überzeugung, dass uns das gelingt.“

Blöd nur, dass der nächste Liefertermin in der Liga erst am 20. Oktober gegen Schlusslicht Braunschweig ansteht. Das Totopokal-Viertelfinale am Mittwoch (19.30 Uhr) in Buchbach fällt für eine Wiedergutmachungs-Aktion flach, auch wenn der Prestigefaktor natürlich nicht zu verachten ist. „Ich persönlich würde gerne weitermachen, die Niederlage möglichst schnell ausbügeln“, sagte Quirin Moll nach dem 0:1 in Meppen. Aber wir müssen die Situation annehmen, wie sie ist. Wir haben jetzt genügend Zeit, das Spiel zu analysieren, um dann zu Hause gegen Braunschweig alles rauszuhauen.“

Wie groß dieses „alles“ ist, darüber herrscht auch nach einem knappen Saisondrittel Ungewissheit. „Wir sind zwar eine junge Mannschaft, haben aber bereits elf Spieltage in der Liga absolviert“, gibt Paul zu bedenken. „Vieles haben wir gut gemacht, aber uns nicht so belohnt, wie wir das hätten tun müssen.“

Und nun? Die eklatanten Schwächen im Abschluss, die zuletzt in Rostock, Haching und gegen Würzburg zu besichtigen waren, wären zu verkraften, würde die Defensive verlässlich arbeiten. „Aber uns fehlt derzeit die letzte Konsequenz sowohl in der Verteidigung als auch im Abschluss“, sagt Trainer Bierofka. „Und die müssen wir uns wieder hart erarbeiten. Ohne diese unbedingte Konsequenz bekommst du in der Liga Probleme.“

Bei 27 verbleibenden Spielen herrscht selbstredend noch kein Grund zu übergroßer Sorge, trotzdem ist der Trainer gefordert, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, ohne in die Aktionismus-Falle zu tappen. Denn wie wusste schon Beckenbauer-Spezl und Löwen-Sympathisant Konfuzius: „Wer bei Kleinigkeiten keine Geduld hat, dem misslingt der große Plan.“

Ludwig Krammer

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