Torwartfrage bei 1860

Bonmann fit - Bleibt Hiller die Nummer eins der Löwen?

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Gute Laune bei den Ersatztorhütern Alexander Strobl und Hendrik Bonmann bei ihrem Besuch auf dem Münchner Oktoberfest. 

Mit drei fitten Keepern herrscht bei den Löwen ein brutaler Konkurrenzkampf für die Position im Tor. Kann das gut gehen? Wir haben bei Ex-1860-Torwart Michael Hofmann nachgefragt. 

München - Dass die Löwen einsam an der Spitze der Regionalliga marschieren, ist auch ein Verdienst von Torhüter Marco Hiller (20). „Er ist eine verdiente Nummer eins“, sagt Ex-Löwen-Keeper Michael Hofmann. „Er ist unheimlich reaktionsschnell, dazu ist er ruhig und hat eine gute Grundstellung. So kann er viele Eins-gegen-Eins-Situationen bereinigen.“ Neun Tore in 15 Spielen, das sind gerade einmal 0,6 Gegentore pro Spiel. „Seine Gegentorbilanz ist, in Verbindung mit der Mannschaft, top. Wenn du wenig Gegentore schluckst, wirst du dein Saisonziel erreichen“, lobt Hofmann, der zurzeit unter anderem Torwart-Trainer von Landesligist Türkgücü-Ataspor ist. Zum Vergleich: Die zweitwenigsten Gegentore hat Buchbach (15) – bei zwei Spielen weniger.

Bleibt Hiller aber die Nummer eins der Löwen? Neuzugang Hendrik Bonmann (23) ist mittlerweile ins Mannschaftstraining eingestiegen. Der ehemalige Dortmunder hatte schon klargestellt, dass er nicht nach München gekommen ist, um sich auf die Bank zu setzen. Was bedeutet Konkurrenzkampf grundsätzlich für Torhüter? „Ganz wichtig ist die Eigenmotivation“, sagt Hofmann. Der 44-Jährige hatte diese Situation oft genug in seiner Karriere. Mit Bernd Meier, Rainer Berg, Simon Jentzsch, Timo Ochs, Philipp Tschauner und Gabor Kiraly hatte er es in München mit einigen Kontrahenten zu tun. „Man muss noch ein bisschen extremer im Fokus sein“, weiß er. „Wenn man ein paar Prozent schleifen lässt, macht sich das bemerkbar. 1998, in meiner ersten kompletten Saison habe ich das auch gemerkt. Nach guten Leistungen patzt du zwei- oder dreimal, und das ganze Positive ist wieder verflogen und man sitzt wieder auf der Bank.“

„In der Torhütergruppe muss ein gutes Klima sein“

Auch, dass Konkurrenzkampf im Tor der ganzen Mannschaft helfen kann, weiß Hofmann aus eigener Erfahrung. „In der Torhütergruppe muss ein gutes Klima sein, um eine hohe Trainingsqualität zu erreichen. Das hilft jedem Torhüter. Ich habe das 2009/10 bei Gabor ­Kiraly erleben dürfen. Zusammen mit Tschauner und Torwarttrainer Jürgen Wittmann haben wir eine brutale Trainingsqualität gehabt“, sagt er. Wichtig, so Hofmann: „Wenn die Harmonie da ist, spiegelt sich das in den Leistungen bei den Spielen wider. Bei uns hat man immer gewusst, dass die Wertschätzung da ist. Das hat jeder an den anderen weitergegeben. Davon habe ich immer profitiert. Man muss sich gegenseitig pushen und nicht die beleidigte Leberwurst sein.“

Vor Kurzem stellte Hiller im tz-Interview schon mal klar: „Ich bin aktuell die Nummer eins und will die Position behalten!“ Zu Saisonbeginn war er kurzzeitig in die Kritik geraten – Hofmann kann das nicht verstehen. „Wenn er am Anfang ein- oder zweimal gewackelt hat, ist das ein normaler Prozess. Es wird immer mal ein Spiel geben, wo das Fußballerische nicht optimal ist oder eine Flanke unterlaufen wird“, sagt er. „Entscheidend ist, dass Siege eingefahren werden.“ Siehe das 2:1 gegen Eichstätt. „Wenn er da den einen Ball nicht so gut hält, steht es 2:0 und es wird sauschwer.“

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