Bülow, Mölders und Liendl treffen

Die drei Löwen-Helden gegen Düsseldorf und ihre Geschichten

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Das 2:0 – Sascha Mölders überwindet Rensing.

München - Kai Bülow, Sascha Mölders und Michael Liendl sorgten für den Löwen-Sieg gegen Düsseldorf. Hinter jedem der drei Torschützen steckt eine besondere Geschichte.

Drei Treffer in einem Spiel, das hatten die Löwen in dieser Saison erst einmal fertiggebracht. Beim 4:4 in Paderborn war’s sogar eines mehr – trotzdem fühlte sich dieses Unentschieden wie eine Niederlage an. Auch gegen Düsseldorf wäre die Stimmung bei einem Endstand von 2:2 ins Dunkelgraue gekippt. Doch dank Michael Liendls Elfmetertor zum 3:2 gab’s seit dem 21. November 2015 (2:0 gegen St. Pauli) wieder Grund für weiß-blaue Freude. „Wir wussten gar nicht so recht, wie wir jubeln sollen, weil es schon so lange her ist“, scherzte der Elferschütze. Drei Tore, drei Geschichten:

Das 1:0 – Kai Bülow köpfelt aus elf Metern überlegt ins entfernte Toreck.

Kai Bülow erzielte das 1:0: Der Relegations-Held brachte die Löwen auf den Weg zu Platz 16. Bülows überlegter Kopfballtreffer in der 29. Minute nach Liendl-Ecke war eine Erlösung nach all den vergebenen Chancen in der Anfangsphase. „Endlich beenden wir mal einen verrückten Nachmittag mit einem Grinsen“, sagte der 29-jährige Dauerbrenner von der Ostsee. Als Sechser ist Bülow in diesem Jahr der bislang konstanteste Löwe. Zusammen mit dem zweikampfstarken Dominik Stahl bildete er ein brauchbares Wellenbrecher-Duo. Und Bülow wäre nicht Bülow, wenn er die leicht verbesserte Situation nicht richtig einschätzen könnte: „Das muss der Anfang sein. Ein guter Schritt in die richtige Richtung. Dass wir nach den zwei Rückschlägen noch mal zurückgekommen sind, spricht für die Mannschaft. Wir haben den Rückstand auf Düsseldorf verkleinern können, aber sechs Punkte auf den Nichtabstiegsplatz sind eine ganze Menge Holz.“ Auf eine Wiederholung der Relegation könnte auch der Held vom Dienst gut verzichten.

Sascha Mölders erzielte das 2:0: Keiner brachte das Gefühl dieses Sieges anschaulicher auf den Punkt als der Leih-Stürmer aus Augsburg: „Bei Abpfiff haben wir alle pfffhhhh gemacht“, sagte Mölders – der Klang der Erleichterung. „Wir haben gezeigt, dass wir wieder da sind. Für den Kopf ist es gar nicht so verkehrt, auf Platz 16 zu sein. Jetzt haben wir die Chance, in der Englischen Woche nachzulegen.“ Wieder mit der Doppelspitze Mölders/Okotie? Es habe „gut funktioniert“ als Duo an vorderster Front, meinte Mölders, der beim 1:1 gegen Bochum erst in der 68. Minute (für Liendl) eingewechselt worden war. Der besondere Dank für sein erstes Tor im Löwen-Trikot galt Maxi Wittek. „Das war ein perfekter Ball“, sagte Mölders über das Zuspiel des Linksverteidigers in der 47. Minute. Mit all seiner Erfahrung schob Mölders die Kugel an Rensing vorbei. „Pfffhhhh“.

Das 3:2 – Michael Liendl verwandelt cool mit links.

Michael Liendl erzielte das 3:2: Für den Ex-Fortunen war die Partie gegen Düsseldorf natürlich „ein besonderes Spiel. Dass es dann am Ende so ausgeht, mit dem Siegtor, ist für mich umso schöner“, sagte der 30-jährige. „Aber viel wichtiger für uns alle ist es, dass wir die drei Punkte gemacht haben und dann ist es auch nicht entscheidend, wer die Tore schießt.“ Trotzdem war es aller Ehren wert, wie nervenstark Liendl den Foulelfmeter in der 80. Minute verwandelte, scharf und platziert mit links ins rechte untere Eck. Ex-Kollege Michael Rensing hatte ihn vor der Ausführung noch zu irritieren versucht. „Aber ich bin ihm aus dem Weg gegangen“, erzählte Liendl. „Das ist nicht ganz so einfach vor dem Elfmeter, er weiß auch, wie ich schieße.“ Vorläufiges Schlusswort des Steirers: „Die beiden Heimspiele waren immens wichtig für uns. Wir haben vier Punkte daraus gemacht – alles wunderbar. Aber wir sind noch weit weg von unserem Ziel, wo wir hinwollen. Und da geht es am Dienstag in Lautern wieder weiter.“

Ludwig Krammer

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