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Chronologie: Runjaic-Entlassung und Eichin-Degradierung

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Von: Bastian Huber

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München - Die Punkteteilung gegen den FC Kaiserslautern hat den Ausschlag für die Trainer-Entlassung und die Degradierung des Geschäftsführers bei den Sechzgern gegeben. Oder?

Nach dem Remis gegen den 1. FC Kaiserslautern am Montagabend stürzt der TSV 1860 München einmal mehr ins Chaos. Auf einer extra einberufenen Pressekonferenz gaben Investor Hasan Ismaik und Präsident Peter Cassalette am Dienstagmittag die Entlassung von Trainer Kosta Runjaic bekannt. Und damit nicht genug: Geschäftsführer Thomas Eichin muss seinen Posten als Geschäftsführer räumen und wird fortan nur mehr als Sportdirektor fungieren. 

Wer jetzt denkt, dass die Punkteteilung im Heimspiel gegen die „Roten Teufel“ den Ausschlag für das erneute Durcheinander gegeben hat, der ist auf dem Holzweg. Wie Cassalette im Rahmen der Pressekonferenz mitteilte, standen die beiden Personalentscheidungen bereits im Vorfeld fest. 

Hier eine chronologische Abfolge der Ereignisse: 

Montag, 7. November: Nach der 2:3-Niederlage beim SV Sandhausen bezieht Peter Cassalette Stellung zu Trainer Kosta Runjaic, der zunehmend unter Druck gerät: Ein Trainerwechsel sei „kein Thema bei uns“, erklärte der Präsident auf Nachfrage der tz. „Ja, ich gehe davon aus, dass er auch gegen Lautern unser Trainer ist.“ Es könne „doch nicht immer die Reaktion sein, dass man den Trainer rausschmeißt. Das hat doch in der Vergangenheit auch nichts gebracht hier bei Sechzig.“ 

Cassalette gab weiter an, dass sein Vertrauen speziell auf Thomas Eichin ruhe. Dieser werde „schon einen Weg finden, um aus dieser Sache rauszukommen. Es sind jetzt zwei Wochen Zeit, um zu arbeiten.“

Donnerstag, 17. November: Cassalette berichtet im Gespräch mit der Bild von einem Telefonat mit Ismaik: „Ich habe gerade eine halbe Stunde mit Abu Dhabi telefoniert. Hasan ist sauer und enttäuscht, dass es nicht so läuft, wie er sich das vorgestellt hat. Er hat vor der Saison sämtliche Wünsche erfüllt, der Trainerstab hat alles bekommen, was er wollte, sogar jetzt noch einen super Trainingsplatz, von dem alle schwärmen. Aber jetzt müssen sie auch mal liefern. Das ist Hasans Meinung und damit hat er Recht!“ 

Eine Pleite dürfen sich die Löwen demnach im Heimspiel gegen Kaiserslautern nicht erlauben: „Bei einer Niederlage brennt’s. Das ist genau der richtige Ausdruck. Dann wird es eine Krisensitzung geben, dann müssen wir gewisse Dinge in Frage stellen. Das 2:3 in Sandhausen war neben dem 0:1 beim Saisonauftakt in Fürth der Tiefpunkt meiner einjährigen Amtszeit. Ich erwarte gegen Kaiserslautern ein vernünftiges Spiel. Wenn wir wieder sang- und klanglos verlieren, geht’s zur Sache. Wir können doch nicht alle dasitzen und sagen: ‚Schauen wir mal weiter‘. Irgendwann muss ein Zeichen gesetzt werden.“

Montag, 21. November: Cassalette beschwichtigt. Die Anwesenheit Ismaiks beim Heimspiel gegen Kaiserslautern habe „nichts mit der aktuellen Brisanz zu tun“, das habe sich „so ergeben“. Gleichzeitig heißt es aber, der Investor habe in München nichts anderes vor und wird ganz schnell wieder zurückfliegen. 

Sollte das Ergebnis gegen Lautern nicht stimmen, so würden sich die Verantwortlichen „zusammensetzen und beraten, ob es Gravierendes zu verändern gibt. Schließlich geht’s am kommenden Sonntag für uns nach Braunschweig, zum Tabellenführer. Da wirst du auch nicht hoch gewinnen …“

Dienstag, 22. November: Nach dem Remis gegen den 1. FC Kaiserslautern beurlaubt der Verein Trainer Runjaic. „Diese Leistung können wir so nicht akzeptieren“, sagte Ismaik auf der Pressekonferenz. Laut Informationen von Sky Sport News HD soll der KGaA-Aufsichtsrat die Entscheidung über Eichins Kopf hinweg getroffen haben. Interimstrainer ist erneut Daniel Bierofka. 

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Zudem, so Cassalette, habe die Entscheidung bereits vor dem Spiel festgestanden: „Entscheidend war das Spiel in Sandhausen.“ Warum Runjaic dann aber eine ganze Länderspielpause weiterarbeiten und kurioserweise sogar noch das FCK-Spiel betreuen durfte, das konnte Cassalette nicht erklären. Es drängt sich allerdings der Verdacht auf, dass die Verantwortlichen mit der Bekanntgabe ihrer Entscheidung auf die Ankunft Ismaiks gewartet haben. 

Warum Runjaic dann aber eine ganze Länderspielpause weiterarbeiten und kurioserweise sogar noch das FCK-Spiel betreuen durfte, das konnte Cassalette nicht erklären. Es drängt sich allerdings der Verdacht auf, dass die Verantwortlichen mit der Bekanntgabe ihrer Entscheidung auf die Ankunft Ismaiks gewartet haben. 

Obendrein gaben Cassalette und Ismaik auch die Abberufung von Eichin und Raed Gerges als Gerschäftsführer bekannt. „Die Leistung von Thomas Eichin war nicht auf dem Niveau, wie wir es erwartet haben“, sagte Ismaik. „Wir haben am meisten investiert, es kommt aber fast nichts heraus.“ Eichin wird fortan nur noch den Posten des Sportdirektors bekleiden. Dazu Ismaik: „Der Sportdirektor hat weiterhin seine Aufgabe. Er erfüllt nun seine Jobbeschreibung. Das ist in jedem Geschäft so, dass der Aufsichtsrat auch das Befugnis über den Geschäftsführer hat. Er kann Anweisungen erteilen, die umzusetzen sind. Der Aufsichtsrat gibt auch die Strategie an den Geschäftsführer und kann einschreiten.“ Als Interimsgeschäftsführer wird Anthony Power einspringen. 

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hb

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