Entscheidung kann zum Polit-Theater werden

Restart der 3. Liga trotz Corona-Krise? Zwei Länder könnten alle Löwen-Hoffnungen begraben

Will die Saison unbedingt auf dem Rasen beenden: 1860-Geschäftsführer Günther Gorenzel hofft auf die Fortsetzung des Laufs von vor der Corona-Zwangspause.
+
Will die Saison unbedingt auf dem Rasen beenden: 1860-Geschäftsführer Günther Gorenzel hofft auf die Fortsetzung des Laufs von vor der Corona-Zwangspause.

In den beiden höchsten deutschen Fußballligen darf der Ball wieder rollen. Dagegen scheint die Situation in der 3. Liga festgefahren. Auch hier spielt die Politik eine Rolle.

  • Die Bundesliga und die 2. Liga dürfen trotz Corona-Krise noch im Mai wieder spielen.
  • Eine Entscheidung über die Fortsetzung der 3. Liga ist noch offen.
  • Die Gräben zwischen Befürwortern und Gegner eines Restarts sind tief.

München - Die DFL-Bundesligen haben ihren Neustart-Termin am übernächsten Wochenende bekommen, in der 3. Liga, die der DFB organisiert, geht der Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern einer Fortsetzung in aller Schärfe weiter.

Sowohl DFB-Präsident Fritz Keller als auch sein Vize Rainer Koch plädieren für einen Neustart. „Das ist auch Profisport“, sagte Koch im „BR“. Zwar sei die 3. Liga wirtschaftlich in einer „Sandwich-Position“, da die ganz großen Fernseheinnahmen nicht erzielt werden können. Dennoch sieht Koch in einem Abbruch keine Lösung. Wer die Saison jetzt abbrechen wolle, „muss eigentlich zugleich auch fordern, dass er frühestens im September oder Oktober wieder spielen kann. Das ist doch ein Ding der Unmöglichkeit.“

Corona-Krise: Gorenzel geht von zeitnaher Entscheidung über Fortsetzung der 3. Liga aus

Die bayerischen Klubs machen sich für einen Neustart stark. „Sollten die Behörden und die Politik erlauben, dass wir unseren Beruf ausüben dürfen, dann wäre ich überrascht, wenn das DFB-Präsidium nicht zeitnah eine Entscheidung pro Fortsetzung der Meisterschaft treffen würde, sagte 1860-Geschäftsführer Günther Gorenzel.

Problem: Anders als bei den Bundesligen liegt die Entscheidung in der 3. Liga bei den Ländern und lokalen Gesundheitsämtern. Thüringen und Sachsen-Anhalt haben bis Ende Mai den Wettkampfbetrieb untersagt. Die abstiegsbedrohten Klubs aus Magdeburg und Halle berufen sich in ihren jüngsten Erklärungen auf diese Verfügung und wollen auch das Training in Kleingruppen nicht aufnehmen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff verwies nach Beratungen mit Halle und Magdeburg zudem auf die Insolvenzgefahr der Klubs bei einem Neustart ohne Zuschauereinnahmen.

Corona-Krise: „Klassenerhalt soll politisch gesichert werden“

Nicht nur für Hansa Rostocks Vorstandschef Robert Marien klingt das nach einem abgekarteten Spiel. „Der Klassenerhalt soll politisch gesichert werden“, zürnte er im „NDR“. Das Hygienekonzept bezeichnete Marien als „herausfordernd, aber umsetzbar“.

Waldhof Mannheim, das als Tabellen-Zweiter auf einen Aufstieg am grünen Tisch hofft, kommen die Querelen zupass. Der Klub hat wegen der „Ungleichbehandlung“ in den Bundesländern Antrag auf Abbruch beim DFB gestellt.

In einem E-Mail-Interview hat sich auch Löwen-Trainer Michael Köllner zu einem möglichen Liga-Neustart und den Aufstiegschancen geäußert. Derweil unterstützen die Fans die Blauen auf eine ganz besondere Weise. Ein ehemaliger Mentalcoach der Löwen lobt die Arbeit von Gorenzel und Köllner.

Welche deutschen Klubs waren bereits von Geisterspielen betroffen? Wir verraten es Ihnen.

Nicht nur der Fußball ist betroffen, die Corona-Krise wirbelt den gesamten Sport-Kalender durcheinander.

lk

Auch interessant

Kommentare