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Zur Not Alleingang in Bayern: Söder kündigt Geisterspiele an

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Von: Alexander Nikel

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Der TSV 1860 muss seine Heimspiele vorerst wieder ohne Zuschauer austragen.
Der TSV 1860 muss seine Heimspiele vorerst wieder ohne Zuschauer austragen. © Imago/Sven Simon

Markus Söder kündigt für Bayern erneut Geisterspiele an. Das betrifft den FC Bayern, TSV 1860 München, Türkgücü München und die Vereine der Regionalliga Bayern.

München - Der TSV 1860 München empfängt am Dienstagabend im Grünwalder Stadion den SV Waldhof Mannheim. 3.200 Zuschauer sind dafür zugelassen. Das entspricht einer Auslastung von 21 Prozent. Mehr haben die zuständigen Behörden nicht genehmigt. Die bayerische Regierung hatte grundsätzlich eine Stadionauslastung von 25 Prozent erlaubt. Das Spiel gegen den Tabellenvierten der 3. Liga ist vermutlich jedoch vorerst wieder das letzte Heimspiel vor Zuschauern für die Löwen.

Denn die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder beraten am Dienstag mit Angela Merkel und dem designierten Kanzler Olaf Scholz über die aktuelle Lage und mögliche weitere Maßnahmen der Corona-Pandemie in Deutschland.

Bereits zuvor hat nun Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Geisterspiele für Bayern angekündigt. Auch, wenn es keine bundesweit gültige Regelung geben sollte. „Es macht auf absehbare Zeit keinen Sinn, wieder Zuschauer zuzulassen“, sagte er im Interview mit „Bayern 2“. „Wenn das auf Bundesebene nicht funktioniert, würden wir das für Bayern allein machen.“ Das Problem sieht Söder nicht zwingend in den Stadien, in denen derzeit neben der beschränkten Kapazitäten auch „2G Plus“ gilt, sondern in der An- und Abreise, wie der Ministerpräsident auf Twitter erklärte. Zudem weist der 54-Jährige auch auf die Vorbildungsfunktion des Fußballs hin: „Wir müssen jetzt überall Kontakte reduzieren.“ Ab wann die Regelung gelten könnte, ist noch nicht entschieden.

Geisterspiele träfen vor allem die Regionalliga Bayern erneut hart

In Sachsen finden bereits seit dem vergangenen Wochenende Geisterspiele statt. Baden-Württemberg hat eine entsprechende Regelung ebenfalls angekündigt. Nun zieht Bayern nach. Neben den Löwen betrifft dies auch den FC Bayern, Türkgücü München und die 20 Vereine der Regionalliga Bayern, die als Profiliga eingestuft wurde. Dementsprechend wird auch hier der Spielbetrieb weiter fortgesetzt. Obwohl mehrere Vereine eine vorzeitige Winterpause fordern. Für die Amateurligen ist der Trainings- und Spielbetrieb bereits seit vergangenen Mittwoch ausgesetzt. Das gilt seit Montag auch für Meisterschaften in der Halle.

Die Durchführung von Geisterspielen trifft vor allem auch die kleineren Mannschaften in der vierthöchsten Spielklasse Bayerns, die damit erneut auf die wichtigen Zuschauereinnahmen verzichten müssen. Beim FC Bayern II sind nur 1.594 Zuschauer erlaubt, das hat der deutsche Rekordmeister am Montag bekannt gegeben.

In der Regionalliga Bayern stehen vor der Winterpause noch ein regulärer Spieltag am kommenden Wochenende und im Anschluss vereinzelte Nachholspiele an. Länger gespielt wird dagegen noch in der 3. Liga. Dort finden bis zum 20.12 noch drei Spieltage statt. Der TSV 1860 empfängt am Samstag den 1. FC Magdeburg. Dort könnte die Regelung für Spiele ohne Zuschauer in Bayern bereits gelten. Stadtrivale Türkgücü München hat bis zur Winterpause noch zwei Heimspiele, am 10.12 den 1. FC Kaiserslautern und am 18.12 den SC Verl im Olympiastadion. (Alexander Nikel)

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