Orkanartiger Start gefordert

Adlung fordert: "Vom Anpfiff an voll loslegen"

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Auf los geht’s los: Die Löwen Vallori, Rodri, Bedia (v. l.) und Co. wollen nicht nur im Training ihre Antrittsschnelligkeit beweisen.

München – Nicht nur gegen Aalen verschliefen die Löwen die Anfangsphase. Im Test gegen Rubin Kasan sah das schon deutlich besser aus.

Äußerst unwirtlich ging es beim Dienstagstraining des TSV 1860 zu. Sturmtief Niklas hatte auch mit den Löwen kein Erbarmen. Während eines Übungsspiels rissen die orkanartigen Sturmböen einen am Spielfeldrand angebrachten Kameraturm um. Das Metallgestänge stürzte auf den Platz; nur durch Glück wurde kein Löwen-Spieler getroffen. „Wir hatten ein bisschen erschwerte Bedingungen, aber die Jungs haben das gut durchgezogen“, zeigte sich Trainer Torsten Fröhling nach der Übungseinheit zufrieden.

Von Beginn an voll durchziehen – das gelang den Sechzigern zuletzt aber eher selten. Ganz im Gegenteil: Da die Anfangsphase oftmals verschlafen wurden, sprach Kapitän Christopher Schindler nach dem Remis gegen Aalen sogar von einem „mentalen Problem“. In der Länderspielpause blieb Zeit, daran zu arbeiten. „Beim Testspiel gegen Kasan hat es von der ersten Minute an geklappt“, analysierte Daniel Adlung. Die Drucksituation in einem Pflichtspiel, vor allem einem so wichtigen wie dem anstehenden gegen Aue, ist aber eine andere. „Wir müssen es einfach in die Köpfe kriegen, dass wir vom Anpfiff an voll loslegen“, forderte Adlung.

Der Wille ist also zweifelsohne da; ob es auch mit der Umsetzung klappt, wird sich am Sonntag zeigen. „Man merkt, dass sich jeder der Verantwortung bewusst ist“, sagte Fröhling, „die wollen alle und so hauen sie sich auch rein.“ Der Übungsleiter selbst ist an dieser positiven Einstellung laut Adlung nicht ganz unbeteiligt: „Der Trainer vermittelt uns, dass man immer an sich glauben muss und nie aufstecken darf.“

Genau diese Tugend des Nie-Aufsteckens ist tatsächlich seit der Übernahme von Fröhling zu erkennen. Während die Löwen zuvor oftmals in Führung gingen, diese im Laufe der Partie aber noch verspielten, hat sich das zuletzt gewandelt: Sowohl gegen Ingolstadt als auch gegen Aalen zeigte die Mannschaft Nehmerqualitäten, kam nach einem 0:1 jeweils zurück und erkämpfte sich so zwei Remis.

Auch 1860 bleibt von "Niklas" nicht verschont

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Dass es diesmal von Beginn an klappt, ist das Ziel für die Partie gegen Aue. „Wir dürfen uns einfach nicht so viele Gedanken darüber machen, was wäre wenn“, meinte Adlung. Wenn man gegen Aue nämlich verlieren sollte, würde der Vorsprung auf den Relegationsplatz auf einen mickrigen Zähler schmelzen. Genau wegen dieser unbehaglichen Aussicht solle man „die Situation einfach ausblenden“, sagte der Mittelfeldmann.

Weiterhin nicht ausblenden lassen sich die Sorgen um die Besetzung der Sturmzentrale. Rubin Okotie trainierte am Montag zwar wieder mit dem Ball, setzte am Dienstag jedoch erneut komplett aus. „Bis er zum Mannschaftstraining kommt, muss er komplett belastbar sein“, erklärte Fröhling, „und das kann noch ein bisschen länger dauern.“ Das Training vorsichtshalber abbrechen musste am Dienstag Sturmalternative Rodri, der zuletzt mit zwei Treffern auf sich aufmerksam machte. Wegen Muskelbeschwerden im Oberschenkel bekam der Spanier eine Spritze, auf die er negativ reagierte. Sein Einsatz gegen Aue scheint aber nicht gefährdet. Dann will Rodri mithelfen, dass die Löwen von Beginn an wie ein Orkan über den Platz fegen.

Von Nino Duit

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