Optimismus vor Spiel in Leipzig

Adlung im tz-Interview: "Müssen raus da unten"

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Abstiegskampf angenommen: die Löwen um Daniel Adlung.

München - Auch am Montag in Leipzig wird Daniel Adlung (27) wohl wieder die Binde tragen, da der etatmäßige Spielführer Christopher Schindler derzeit nur Ersatz ist. Das tz-Interview.

Schaffen die Löwen beim Brauseklub den Sprung vom Relegationsplatz nach oben, Herr Adlung?

Adlung: Ich glaube fest daran, dass wir aus Leipzig was mitnehmen. Die sind zu packen. Sie spielen nicht mehr den dominanten Fußball wie zu Beginn der Saison.

Inwiefern war das 1:1 gegen Lautern ein Neuanfang für 1860?

Adlung: Man hat gesehen, dass wir uns gefestigt haben. Klar war’s am Ende nur ein Punkt, aber wir haben aus dem Spiel heraus kaum was zugelassen. Die Mannschaft hat den Abstiegskampf angenommen, jeder hat kapiert, um was es geht.

Ziemlich spät am 18. Spieltag.

Adlung: Es ist nicht einfach, wenn du da unten reinrutschst. Das dauert, bis sich das in den Köpfen verankert. Wir haben in den letzten Wochen phasenweise ganz gut gespielt und uns durch einfache Fehler um den Lohn gebracht. Das war gegen Lautern deutlich besser. In der momentanen Situation gibt es keinen Schönheitspreis zu gewinnen, da ist es kurz gesagt scheißegal, wie du die Punkte sammelst.

Mauern und Kontern waren vor der Saison kein großes Thema.

Adlung: Ja, wir sind eine Mannschaft, die immer versucht, Fußball zu spielen, Ballbesitz zu haben. Davon jetzt umzuschalten, ist nicht so einfach. Aber jetzt ist eben ein anderer Fußball gefragt, typischer Zweitligastil – das hat nichts mit Mauertaktik zu tun. Wenn du in sicheren Tabellengefilden bist, kannst du den Stil wieder ändern.

Die sicheren Gefilde sind außer Sichtweite, zur Winterpause droht ein Abstiegsplatz.

Adlung: Ja, und deshalb wäre es extrem wichtig, mit einem Erfolgserlebnis in die Pause zu gehen, um die Köpfe über die Feiertage wenigstens ein bisschen freizubekommen. Die letzten 15 Spiele werden schwer genug, wenn du da schon mit Negativdruck reingehst, macht es das nicht einfacher.

Haben Sie eine derart brenzlige Situation schon mal erlebt?

Adlung: Im zweiten Jahr in Cottbus haben wir uns erst am letzten Spieltag gerettet. Das sind extreme Erfahrungen, wenn die Spiele immer weniger werden und der Druck immer größer. Irgendwann werden die Beine lahm. Deshalb müssen wir jetzt so schnell wie möglich raus da unten. Da hat keiner Lust drauf.

Was qualifiziert Sie als Führungsfigur?

Adlung: Du musst vorne weggehen, den Kopf oben behalten, positiv bleiben, das ist meine Mentalität. Ich bin in dem Alter und hab die Erfahrung, dass ich den Jungs was mitgeben kann – nicht nur auf dem Platz. Unsere jungen Spieler dürfen ihre Unbekümmertheit nicht verlieren, das ist ganz wichtig. Wir älteren Spieler können von dieser Unbekümmertheit profitieren, mich stachelt das an.

Wie kommt der Trainer rüber? Ist ihm die Kritik anzumerken?

Adlung: Markus zieht sein Ding gnadenlos durch. Er macht einen entschlossenen Eindruck auf mich. Wir arbeiten jeden Tag hart, bereiten uns gezielt auf Leipzig vor. Ich freu mich auf Montag.

Interview: lk

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