Daniel Bierofka wollte Adlung beim TSV 1860 halten

Ex-Löwe Daniel Adlung: Regionalliga statt Profi-Fußball 

Neue Aufgabe: Ex-Löwe Daniel Adlung ist spielender Co-Trainer bei der SpVgg Greuther Fürth II. Foto: DPA

Daniel Adlung ist topfit. Die 2. Bundesliga traut er sich noch locker zu. Doch der Ex-Löwe spielt in der Regionalliga Bayern. Er wollte wieder zurück in seine Heimat. Dorthin, wo seine Karriere begann. Bei der SpVgg Greuther Fürth II ist er spielender Co-Trainer.

Eine Rolle, die der Verein für ihn geschaffen hat. „Es war nie geplant, dass ich mit 31 Jahren schon als Trainer arbeite. Ich müsste eigentlich noch nicht drüber nachdenken, was ich nach der Karriere mache. Aber jetzt habe ich eine Perspektive“, sagt Adlung. Im Abstiegsjahr der Löwen sortierte ihn Vítor Pereira aus – das Ende seiner Zeit als Zweitliga-Profi. „Es war ein Trainer am Werk, der nicht auf mich gebaut hat. Die Sturheit hat sich durchgesetzt, Das Projekt ist gescheitert. Wie viel bei 1860 kaputt gegangen ist, sieht man heute immer noch. Aber mit Biero sind die Löwen auf einem guten Weg“, sagt Adlung über 1860.

Daniel Bierofka wollte Daniel Adlung bei den Löwen halten

Daniel Bierofka wollte den Mittelfeldspieler halten. Er sollte neben Sascha Mölders, Jan Mauersberger und Timo Gebhart eine Säule der neuen Mannschaft werden. Doch Adlung entschied sich anders. Er ging nach Australien. Unter Marco Kurz spielte er für Adelaide United. „Eine geile Zeit. Ich wollte ein Abenteuer erleben. Ich bereue keine Sekunde.“ Nach nur einer Spielzeit kehrte Adlung zurück. Es rief nicht irgendein Verein an, sondern die SpVgg Greuther Fürth. Mit 31 sollte Adlung künftig nur noch in der Regionalliga spielen, ohne Chance in den Profi-Kader aufzurücken.

Adlung ist Co-Trainer und Spieler in der Regionalliga Bayern

Dafür erhielt er eine neue Perspektive. Adlung ist Co-Trainer und Spieler. „Ich hätte diese Rolle bei einem Verein wie Werder Bremen niemals angenommen. Aber Fürth ist meiner Heimat. Ich bin hier groß geworden und konnte mit meiner Familie wieder nach Hause.“

Adlung ist auf dem Platz der Antreiber. Und er verkörpert das Ziel der Talente. Immer wieder muss er sich seine Mitspieler zur Brust nehmen. Er will ihnen klar machen, wie leichtfertig sie die größte Chance ihres Lebens verspielen können: „In der Regionalliga fällt oft in einer Spielzeit die Entscheidung, ob ein Talent seinen Traum weiter leben kann. Aber viele vergessen, wofür sie leben“, sagt der Ex-Profi. Von einer Karriere, wie er sie erlebt hat, träumen alle. Doch ein Ziel alleine reicht nicht. Adlung will den Weg aufzeigen, wie sie Profi werden können: „Viele haben neben dem Fußball oft andere Baustellen in ihrem Leben: den Freundeskreis oder die Freundin. Ich will sie mitreißen und ihnen immer wieder bewusst machen, worauf sie den Fokus legen müssen, wenn sie Profi werden wollen.“

Text: Christoph Seidl

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