Der Ur-Löwe spricht über sein neues Leben

Daniel Bierofka: „Ich bin Löwen-Fan, das ist in meiner DNA!“

Daniel Bierofka fühlt sich den Löwen immer noch verbunden.
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Daniel Bierofka fühlt sich den Löwen immer noch verbunden.

Daniel Bierofka steht seit Sommer an der Seitenlinie beim FC Wacker Innsbruck. Der Ex-Coach des TSV 1860 spricht in einem Interview über die Löwen und träumt vom Europapokal.

  • Daniel Bierofka trainiert seit Sommer den FC Wacker Innsbruck.
  • Dort schätzt er im Vergleich zum TSV 1860 München die Planungssicherheit und Ruhe bei der Arbeit.
  • Der Ur-Löwe verfolgt seinen Ex-Klub allerdings noch immer intensiv.

München/Innsbruck - Die Trennung fällt Daniel Bierofka nicht leicht. Weg von München bedeutet gleichzeitig weg von der Familie zu sein. „Aber es sind ja nur 150 Kilometer. Da kann ich übers Wochenende immer mal nach Hause“, beschwichtigt er. 

Unabhängig davon hat sich auch Bierofkas Trainer-Alltag verändert. Coach, Galionsfigur und Vermittler zugleich, rastloses Engagement für den Verein, all das wurde ihm bei seinem Herzensklub, den Münchner Löwen, zu viel. „ Ich hatte zweieinhalb Jahre praktisch keinen Urlaub. Das war ein Fehler, ich hätte mich länger rausnehmen müssen“, erklärt Daniel Bierofka im Interview mit der BILD

Daniel Bierofka: „Ich kann mich aufs Wesentliche fokussieren“

Das hat sich nun gebessert. Lockerer sei er nun, man müsse als Trainer akzeptieren, nicht alles beeinflussen zu können. „Ich mache nicht mehr alles außenherum. Ich kann mich aufs Wesentliche fokussieren, und die Leute nehmen mir viel ab.“

Selbstverständlich dürfte dabei auch, womöglich sogar in erster Linie, das Umfeld eine Rolle spielen. Auch Wacker Innsbruck hat einen privaten Investor, von Chaos und Unsicherheit, was Bierofka aus München bestens kennt, aber keine Spur. Einen scherzhaften Seitenhieb kann sich Biero dabei nicht verkneifen: „Dass die Finanzplanung für die nächsten drei Jahre schon gesichert ist, ist auch ein ungewohntes Gefühl.“ 

Doch bei all der Idylle sollte man nicht verkennen, dass auch der österreichische Traditionsverein durchaus große Ambition hat. Intern habe sich der Klub das Ziel gesetzt, innerhalb von zwei Spielzeiten von der Ersten Liga in die Bundesliga aufzusteigen. Bierofka spricht sogar schon vom Europapokal. „Der Weg ins internationale Geschäft ist nicht so weit.“

Wacker Innsbruck: Neun Punkte Rückstand auf die Spitze

Dass es bereits in dieser Saison für den Aufstieg reicht, erscheint ob der aktuellen Situation unwahrscheinlich. Platz sechs in der Tabelle, neun Punkte Rückstand auf Tabellenführer SV Lafnitz. Nur der Meister steigt auf, eine Relegation gibt es nicht. Grund für den schlechten Start sei die holprige Vorbereitung gewesen, inzwischen gehe es wieder aufwärts. „In den letzten fünf Spielen gab es 13 Punkte, und im Pokal haben wir lange mit Sturm Graz mitgehalten. Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Weiterentwickeln möchte der Ex-Löwen-Coach nicht nur sein neues Team: „Die Entwicklung als Trainer hört nie auf, denn die Erfahrung ist das größte Gut! Vor Corona habe ich bei Julian Nagelsmann in Leipzig hospitiert und habe vieles mitgenommen. In meinen acht freien Monaten habe ich aber auch meine Zeit bei 1860 reflektiert und daraus gelernt.“ 

1860 München weiter in Bierofkas Herzen

Dass er den Löwe noch immer im Herzen trägt, dürfte die Wenigsten überraschen, auch wenn er aufgrund seines Spielplans nicht jedes Spiel live verfolgen kann. „Das Interesse wird nie abebben.“

Ein Doppel-Aufstieg von Wacker und den Löwen, das wäre der Traum des Daniel Bierofka. „Ich bin eben immer noch Löwen-Fan, das wird sich nie ändern, ist in meiner DNA! Ich wünsche dem Verein nur das Allerbeste.“

(Pascal Edenhart)

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