Parallel in die Bredouille

Bierofka hofft auf 1860-Lieblingsgegner Union

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Daniel Bierofka (hinten) im Kopfballduell mit Unions Silvio im August 2011.

München - Einer wie er fehlt den Löwen in dieser Saison: Daniel Bierofka. Doch er kann nicht mehr helfen. Allerdings hat der Ur-Löwe Hoffnung, denn 1860 trifft nun auf einen Lieblingsgegner.

Einer, der kämpferisch immer voranging, auf dessen Kommandos die anderen Spieler hörten und für den der TSV 1860 stets auch eine Herzensangelegenheit war. Im Sommer hatte der dreifache Nationalspieler mit 35 Jahren seine Karriere beendet und das, so sagt er, sei auch gut so. Bierofka: „Selbst wenn ich noch mal wollte, es ginge nicht mehr. In den sechs Monaten habe ich nämlich zu viel an körperlicher Substanz, die notwendig wäre, verloren. Eigentlich unglaublich, wie schnell das geht, wenn du nicht mehr unter Hochleistungsbedingungen trainierst.“

Selbst für die zweite Mannschaft, für die er anfangs ja im Stand-by-Modus bereitstehen sollte, „würde es inzwischen nicht mehr reichen“, sagt Bierofka. Und so kann er sich ganz auf seine Arbeit als U 16-Trainer konzentrieren. Beschäftigen tut Bierofka aber natürlich nach wie vor auch das Geschehen bei den Profis. Viertletzter nach dreizehn Spieltagen, punktgleich mit dem Vorletzten – logisch, dass die derzeitige Situation auch ihm Sorgen bereitet. Aber zumindest für die Partie am Samstag bei Union Berlin hat Bierofka Hoffnung: „So weit ich weiß, haben wir gegen die noch nie verloren.“ Richtig. Von den zehn bisherigen Aufeinandertreffen haben die Löwen sieben gewonnen, und dreimal ging es unentschieden aus. Sozusagen ein Lieblingsgegner, der dem TSV 1860 im Augenblick gerade recht kommen sollte.

In der derzeitigen Tabelle allerdings liegen die beiden Klubs ganz eng beisammen. Union ist 13. mit vierzehn Punkten, 1860 mit zwölf Punkten 15.

Auch ansonsten gibt es zwischen beiden Klubs einige Parallelen.

Die Trainerposition: Sowohl 1860 als auch Union trennten sich zum Ende der vergangenen Saison von erfahrenen Trainern: Friedhelm Funkel bzw. Uwe Neuhaus. Beide hatten den Auftrag Aufstieg nicht erfüllt und jeweils eine bescheidene Rückrunde hingelegt. Beide Klubs setzten auf einen Umbruch im Kader und bei den Trainern. Man baute auf Newcomer wie Ricardo Moniz (1860) und Norbert Düwel (Union).

Saisonstart: Bei beiden misslungen. Die Löwen fuhren erst am 5. Spieltag ihren ersten Sieg ein, die Berliner am sechsten. Moniz wurde nach dem siebten Spieltag entlassen, auch Düwel wackelte bedenklich, zog aber durch den Sieg über Leipzig noch mal den Kopf aus der Schlinge.

Ärger mit Spielern: Bei beiden Klubs wurden im Verlauf der Vorrunde schon Profis suspendiert und in die U 23 abgeschoben. Bei 1860 waren dies Király, Stark, Eicher, Weigl und Adlung sowie zuletzt Steinhöfer und Wood, bei Union Nemec und Özbek. Schlechte Ergebnisse hinterlassen Spuren in allen Bereichen.

Aktuelle Form: Die spricht für Union. Die Berliner holten aus den vergangenen vier Spielen sieben Punkte, 1860 aus den letzten fünf sogar nur drei.

tz

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