Sechzig im Toto-Pokal gefordert

„Halbgas“ am Ostermontag in Bayreuth? Nicht mit Bierofka

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Scharf bleiben: Wie vom Trainer gefordert, lässt Markus Ziereis nie nach. Mit zwölf Treffern ist er jetzt Toptorjäger der Löwen.

Die Löwen eilen von Sieg zu Sieg, wehren aber alle Vorab-Gratulationen ab – Bierofka will auch den Toto-Pokal gewinnen. Rückt Michael Görlitz erstmals in die Startelf?

München - Die Regionalliga Bayern befindet sich auf der Zielgeraden. Alle sind davon überzeugt, dass die Löwen Meister werden. Alle? Nein! Ein zu maximaler Skepsis neigender Trainer hört nicht auf, die vorzeitigen Gratulationen seiner Kollegen abzuwehren. „Viel Glück! Ihr schafft das“, sagte Timo Rost am Mittwoch, als er Daniel Bierofka mit besten Wünschen für den Aufstiegs-Endspurt in die fränkische Nacht entließ.

Die gnadenlose Kühle, mit denen die Löwen gewonnen, die kleinen Fürther in die Schranken verwiesen (2:0) und ihren 20. Saisonsieg eingefahren haben, lassen kaum eine andere Einschätzung zu. Aber: Nicht mit Bierofka, der noch jeden voreiligen Jubel im Ansatz erstickt hat.

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Bierofka ruht niemals

Den freundlichen Timo Rost traf zwar kein strafender Blick wie manchen Vorab-Gratulanten zuvor, doch der Trainer des souveränen Tabellenführers bleibt bei seiner Meinung, dass man auch in dieser Liga jedes Spiel verlieren und jeden Vorsprung verspielen kann, „wenn du zufrieden bist und denkst: Das läuft schon irgendwie . . .“ Der niemals ruhende 1860-Coach weiß: Frühestens nach dem überüberüberübernächsten Spiel am 24. April könnte das weißblaue Punktepolster solch ein Ausmaß angenommen haben, dass danach auch rechnerisch nichts mehr anbrennen kann.

Nach dem Totopokal-Viertelfinale in Bayreuth geht es für 1860 nach Schweinfurt, in enger Abfolge stehen danach die Spiele gegen Eichstätt (daheim), Ingolstadt, Augsburg (daheim) und Illertissen auf dem Plan. Hält die Siegesserie der Löwen, lägen sie dann bei 79 Punkten, womit ihnen selbst der „heiße Atem“ der kleinen Bayern egal sein könnte. Würde insofern passen, als das dann folgende Spiel bedeutungslos wäre – das Derby am 29. April im Grünwalder Stadion.

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Als Regionalliga-Meister wäre DFB-Pokal-Start fix

Und bis dahin, das ist allen in der Löwen-Kabine klar, braucht keiner auf die Idee zu kommen, auch nur einen Hauch Selbstzufriedenheit aufkommen zu lassen. Selbst Vater Willi hat das bereits zu spüren bekommen: Bierofka sen., der selber lange Trainer war, blitzte bei seinem Sohn mit der Anregung ab, am Montag in Bayreuth eine U 21-Reserve ins Rennen zu schicken, weil die Löwen ja wohl über die Liga ihr DFB-Pokal-Ticket lösen werden (der Meister in dieser Staffel ist automatisch qualifiziert).

Hätte er sich wahrscheinlich gespart, wenn er vorher mit Phillipp Steinhart gesprochen hätte. Der Defensivspieler hat sich frühzeitig die Hoffnung auf einen halbwegs entspannten Ostermontagsausflug abgeschminkt „Das ist bei unserem Trainer nicht drin, dass wir da mit Halbgas hinfahren“, sagte er. Bierofka selber sieht es so: „Wenn’s was zu gewinnen gibt, dann will ich das auch gewinnen. Danach hätten wir noch mal ein Heimspiel gegen Rosenheim, das zusätzliches Geld in die Kasse spülen würde.“ Und außerdem: „Wir haben uns auch gefreut, als wir den Pokal in Winterlingen gewonnen haben.“ Das war in der Sommer-Vorbereitung.

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Bekommen Ziereis und Karger eine Pause?

Denkbar ist, dass Bierofka schwer strapazierten Spielern wie Nico Karger (oft gefoult) und Markus Ziereis (oft als Torschütze gefeiert) eine Verschnaufpause gönnt. Ansonsten gilt: „Wir werden eine absolute Wettkampfmannschaft da hinschicken. Es ist eine Möglichkeit, im Rhythmus zu bleiben. Dazu hat sich der ein oder andere Spieler, der von hinten anschiebt, einen Einsatz verdient.“ Fest steht, dass Hendrik Bonmann statt Marco Hiller das Löwen-Tor hütet. Und dass Michael Görlitz ans Team herangeführt werden soll: „Ihm würde es vielleicht guttun, mal über 90 Minuten zu spielen.“

Spannend wird sein, ob im Falle eines Sieges jemand auf die Idee kommt, Bierofka vorzeitig zum Gewinn des Toto-Pokals zu gratulieren. Die Drittligavertreter Haching und Würzburg sind schließlich bereits ausgeschieden.

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