tz-Interview mit dem Ex-Löwen

Halfar: Darum scheiterte meine Rückkehr zu 1860

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Ex-Löwe gegen Ex-Löwe: Halfar jagt Stoppelkamp.

München - Ein spielmachender Publikumsliebling? Was Michael Liendl beim TSV 1860 erst noch werden will, war Daniel Halfar an der Grünwalder Straße zwischen 2010 und 2013. Eine Rückkehr stand im Sommer im Raum. Warum das nicht klappte, erzählt der Lauterer im tz-Interview.

Ein spielmachender Publikumsliebling? Was Michael Liendl beim TSV 1860 erst noch werden will, war Daniel Halfar an der Grünwalder Straße zwischen 2010 und 2013 – leider kamen dem Kurpfälzer einige langwierige Verletzungen dazwischen. Nach zwei Jahren beim 1. FC Köln kehrte Halfar (27) im Juni zu seinem Stammklub, dem 1. FC Kaiserslautern zurück. Am Samstag geht’s in der Arena gegen die Löwen. Wie Halfar der Partie entgegensieht und warum er im Sommer nicht zu 1860 wechselte, erzählt er im tz-Interview.

Daniel, Sie waren mit dem FCK am Montag zur Autogrammstunde auf dem Bad Dürkheimer „Wurstmarkt“, dem größten Weinfest der Welt. Haben sich die Pöbeleien der Lauterer Fans in Grenzen gehalten?

Halfar: Ja, anders als von manchen Seiten vorausgesagt, gab es überhaupt keinen Ärger mit den Fans. Das ist alles ganz friedlich abgelaufen, ohne Zwischenfälle.

Auf dem Betzenberg war von Harmonie zuletzt aber wenig zu spüren. Gegen Paderborn gab’s trotz einer 1:0-Halbzeitführung ein Pfeifkonzert. Danach folgten Niederlagen in Heidenheim und gegen Freiburg…

Halfar: Man muss die Fans verstehen. Sie haben das Recht, ihren Unmut kundzutun. Wir haben uns in dieser Saison durch individuelle Fehler schon einige Male selbst geschlagen, das ist einfach bitter. Und dann kommt noch dazu, dass die Mannschaft jetzt dreimal hintereinander knapp den Aufstieg verpasst hat. Da hat sich einiges an Frust angestaut.

Auch bei Ihnen? Sie wurden bei Ihrer Rückkehr als großer Hoffnungsträger gefeiert, der die Fäden im Mittelfeld ziehen soll. Weitere namhafte Verstärkungen blieben aus. Fühlen Sie sich alleingelassen?

Halfar: Nein. Das 0:2 gegen Freiburg war unser erstes wirklich schwaches Spiel in dieser Saison. Davor haben wir eigentlich immer ein Chancenplus gehabt, aber die Dinger nicht reingemacht – und dafür einige entscheidende Fehler dringehabt. Das muss sich ändern jetzt am Samstag in München. Daran haben wir die ganze Woche gearbeitet.

Ihr Ex-Trainer beim 1. FC Köln, Peter Stöger, hat Ihnen nach dem Wechsel nach Lautern eine SMS geschrieben und sich mit den Worten entschuldigt: „Irgendwie habe ich nicht alles aus Dir rausgeholt. Das tut mir leid.“ Haben Sie die Nachricht noch?

Halfar: Ja, die ist noch drin im Handy und wird auch nicht gelöscht. Das war ein feiner Zug vom Trainer und hat mich sehr gefreut.

Sehen Sie sich auch selbst noch als Erstligaspieler? Oder sind die Presseurteile richtig, in denen Sie oft als Spieler für eine fiktive Zwischenliga bezeichnet werden?

Halfar: Solche Urteile sind mir komplett egal. Ich weiß, was ich kann. Man muss doch auch berücksichtigen, dass ich in der Ersten Liga mit Bielefeld und Köln in Mannschaften war, die gegen den Abstieg gespielt haben. Da ist es als Offensiver natürlich schwerer zu glänzen als in der Zweiten Liga bei einem Verein, der oben mitspielen will.

Die Löwen hätten Sie im Sommer gerne aus Köln zurückgeholt. Woran ist der Transfer gescheitert?

Halfar: Ich war mit Lautern schon seit Wochen in guten Gesprächen und mündlich waren wir uns schon einig, als sich Sechzig versucht hat, noch reinzuquetschen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich zu meinem Wort stehe. Und darum ist mir die Entscheidung für den FCK letztlich leichtgefallen.

Wie intensiv verfolgen Sie noch, was bei 1860 passiert?

Halfar: Mich interessiert das schon, was die Löwen machen. Genauso wie mich Köln interessiert, das ist doch klar. Aber ich maße mir nicht an, jetzt öffentlich ein Urteil über 1860 abzugeben. Ich wünsche der Mannschaft und den Fans, dass sich der Verein beruhigt und sie sportlich wieder in die Spur kommen. Aber darauf können wir am Samstag keine Rücksicht nehmen. Wir müssen selbst sehen, dass wir endlich Punkte sammeln. Ich freu mich auf München, auf die vielen bekannten Gesichter. Es gibt Schlimmeres, als in der Arena zu spielen.

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