Löwen-Leistungskurve steigt - jetzt müssen Punkte her

Darum ist das Heimspiel gegen Würzburg für 1860 so wichtig

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Gegen Würzburg wollen die Löwen um Amilton, Ba, Lumor und Gytkjaer (v.l.) wieder jubeln. Sechzig braucht Punkte.

München - Der TSV 1860 empfängt am Freitag die Würzburger Kickers in der Allianz Arena. Es wird ein richtungsweisendes Spiel. Warum das so ist und auf was es ankommen wird:

Sie kämpften, sie kombinierten, sie setzten den Favoriten unter Druck, vergaben zwei hundertprozentige Chancen - doch am Ende standen die Löwen erneut mit leeren Händen da. Das unglückliche 0:1 in Hannover am vergangenen Wochenende bedeutete die dritte Niederlage in Serie, der TSV 1860 hat nur noch drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. „Das war vielleicht das beste Spiel, seitdem ich hier bin“, konstatierte Trainer Vitor Pereira am Samstag. „Ich bin zufrieden mit der Leistung der Mannschaft und glücklich über die Fans. Wir haben gut gespielt und uns Chancen erarbeitet.“ Es fehlten schlichtweg die Tore. Am Freitag reist Aufsteiger Würzburg in die Allianz Arena - und da müssen Punkte her. Denn so gut die Leistung zuletzt auch war - es zählen nur die Punkte.

Gegen den Aufsteiger muss ein Heimsieg her, sind die Würzburger Kickers doch das einzige noch sieglose Team 2017 (Letzter in der Rückrunde-Tabelle). Der Aufsteiger kassierte zudem in den vergangenen sieben Spielen fünf Niederlagen (3:11 Tore) und rutschte in der Rückrunde von Rang sechs auf zwölf ab. Siegt Sechzig am Freitag, rücken die Blauen bis auf einen Zähler an die Kickers heran und ziehen diese mit in den Abstiegskampf. Auch für das Selbstvertrauen wäre ein Dreier wichtig, steht danach doch die Länderspielpause an.

Sechzig gegen Kickers - und was macht die Konkurrenz?

Was an dieser Stelle aber auch nicht vergessen werden darf: Grundsätzlich waren die Niederlagen bei Union Berlin und in Hannover auf dem Papier durchaus nicht überraschend, beide Teams kämpfen um den Sprung in die Bundesliga. Wie vor allem aber die Pleite bei 96 zustande gekommen ist, ist sehr ärgerlich. Gepunktet werden muss nun eben gegen andere Mannschaften. 

Sechzig empfängt am Freitag also als Tabellen-14. zu Hause die Würzburger Kickers (12) - und die Konkurrenz? Bielefeld (18) empfängt Kaiserslautern (13), St. Pauli (15) trifft auf Hannover (3), Aue (16) muss nach Bochum (11) und der KSC (17) empfängt Düsseldorf (10). Die Chance, dass einige der direkten Kontrahenten Federn lassen und der TSV so den Abstand wieder vergrößern könnte, ist also definitiv gegeben. 

1860-Defensive funktioniert - vorne hapert‘s

Christian Gytkjaer trifft gegen Bielefeld - es ist sein bislang einziges Tor für 1860.

Damit das klappt, muss 1860 vor allem eines: Das Tor treffen! Denn das klappte in den vergangenen Spielen einfach zu wenig. 0:2 in Berlin, 1:2 gegen St. Pauli, 0:1 in Hannover - die Ergebnisse sprechen für sich. „Vorne sind wir einfach nicht kaltschnäuzig genug“, klagte Routinier Kai Bülow. Jetzt sind vor allem Stürmer wie Christian Gytkjaer (seit 399 Minuten ohne Tor) oder auch Offensivkräfte wie Ivica Olic, Stefan Aigner oder Amilton gefordert. Vor allem in Hannover hätte Sechzig zur Pause durch zwei hochkarätige Chancen führen müssen. Gegen St. Pauli verspielten die Blauen ihre verdiente Führung durch zwei unnötige Fehler in der Defensive.

Stichwort Defensive: Die steht bei 1860 insgesamt solide. Abdoulaye Ba dirigiert die Dreierkette und macht den Laden hinten weitestgehend dicht. Dass dabei immer einmal Fehler passieren können, ist nur menschlich. In den letzten 13 Pflichtspielen kassierten die Löwen 16 Gegentore - eine Schießbude sieht anders aus. 

Ausblick: So geht es für 1860 weiter

Mit Blick auf die kommenden Gegner ist zudem klar, wie wichtig ein Ende der Ergebnis-Krise der Löwen wäre. Nach der anstehenden Länderspielpause geht es für 1860 nach Düsseldorf, dann kommt Aufstiegsfavorit Stuttgart nach München. Es folgen Aue (A), Sandhausen (H) und Kaiserslautern (A).

Das Heimspiel gegen Würzburg am 25. Spieltag ist der Auftakt in eine Phase der Saison, in der sich Sechzig aus dem Tabellenkeller verabschieden kann. Die Qualität dafür haben die Löwen zweifelsohne im Kader. Wenn aber die Ergebnisse ausbleiben, droht ein Abstiegskampf, der wieder bis zum Saisonende andauert - und das will wohl keiner.

fw

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