Freche Anmoderation

Darum blaffte Bierofka den Stadionsprecher in Seligenporten an

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Beinahe gestürzt: Die Löwen um Talent Tempelmann müssen sich mit einem 0:0 in Seligenporten zufriedengeben.

Beim Spiel gegen den SV Seligenporten hat sich der Stadionsprecher ordentlich in die Nesseln gesetzt - und das auch direkt von Bierofka persönlich zu spüren bekommen. 

Seligenporten – Die Verlockung war groß, das war dem Stadionsprecher des SV Seligenporten anzusehen. Mit Lederhose und Sandalen zum SVS-Trikot stand er vor der Sponsorenwand, die die Helfer nach dem Schlusspfiff vor der Haupttribüne errichtet hatten – bereit für das Pressegespräch mit den Trainern, das in der Regionalliga mangels geeigneter Räume direkt bei den Zuschauern abgehalten wird. Während also alle auf Roger Prinzen und Daniel Bierofka warteten, galt die Aufmerksamkeit einem Sepplhut mit 1860-Wappen, den irgendjemand auf dem kleinen Bistrotisch deponiert hatte. Und der Stadionsprecher? Er posierte für ein Foto – und war kurz davor, den spitzen Filzhut mit seinem Ellbogen zu zerquetschen. In letzter Sekunde hielt er sich zurück, und so entging der Löwenhut genauso knapp einem mittelschweren Oberpfalz-Trauma wie die Löwen-Mannschaft zuvor.

0:0 hieß es nach einem emotionalen Spiel zwischen dem bisherigen Letzten und dem bis dato souveränen Tabellenführer, dessen Aufstieg unausweichlich scheint, zumindest aus Sicht der Gastgeber. „Ihr wollt ja durchmarschieren und gleich rauf in die 3. Liga“, sagte der SVS-Sprecher als Anmoderation des Bierofka-Statements – und staunte dann, wie rüde er vom aufgewühlten 1860-Trainer verbal abgegrätscht wurde. „Also ich weiß nicht, wie Sie drauf kommen, dass wir durchmarschieren wollen. Da würde ich mich erst mal richtig informieren“, blaffte Bierofka in Richtung des Conférenciers. „Wir haben gesagt, wir wollen uns stabilisieren“, schob er belehrend hinterher: „Wir haben eine junge Mannschaft, die punktuell verstärkt wurde. Dementsprechend gehen wir die Saison an.“

1860 nur remis in Seligenporten - siebenmal die Note 5

SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © MIS
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © Florian Fussek
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Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © Florian Fussek
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © MIS
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © MIS
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © MIS
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © MIS
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © MIS
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © MIS
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © MIS
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © MIS
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © MIS
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © MIS
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © MIS
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © MIS
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Die Bilder vom Löwen-Remis in Seligenporten. © MIS
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Marco Hiller: Note 3 © sampics / Stefan Matzke
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Nicholas Helmbrecht: Note 5 © sampics / Stefan Matzke
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
ab 82. Felix Bachschmid: o.B. © sampics / Stefan Matzke
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Philipp Steinhart: Note 4 © sampics / Stefan Matzke
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Felix Weber: Note 5 © sampics / Stefan Matzke
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Christian Köppel: Note 5 © sampics / Stefan Matzke
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Timo Gebhart: Note 5 © sampics / Stefan Matzke
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
ab 59. Eric Weeger: o.B. © sampics / Stefan Matzke
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Daniel Wein: Note 4 © sampics / Stefan Matzke
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Lino Tempelmann: Note 4 © sampics / Stefan Matzke
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Kilian Jakob: Note 5 © sampics / Stefan Matzke
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
ab 46. Markus Ziereis: Note 5 © sampics / Stefan Matzke
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Sascha Mölders: Note 5 © sampics / Stefan Matzke
SV Seligenporten gegen TSV 1860 München, Bilder und Noten
Nico Karger: Note 5 © sampics / Stefan Matzke

Natürlich, gab Bierofka zu, seien drei Punkte das erklärte Ziel seines Teams gewesen. Aber, fügte er hinzu: „Ich muss dem Torwart von Seligenporten gratulieren. Er war für mich der Mann des Matchs. Was der heute gehalten hat, war einfach sensationell. Normal verlierst du dann am Ende sogar noch, aber als es in der Schlussphase hin und her ging, da hat uns der Marco Hiller im Spiel gehalten. Wenn wir früher ein Tor gemacht hätten, wäre heute vieles einfacher gewesen.“

Damit war schon sehr viel gesagt über ein Duell, das auf dem Rasen bei weitem nicht so davidgoliathmäßig verlief, wie das vom Papier her zu erwarten stand. Die Löwen waren zwar optisch überlegen und ließen ungezählte Premiumchancen liegen. Mit ähnlichem Recht durfte jedoch Roger Prinzen behaupten, dass seine „Klosterer“ einen aufopferungsvollen Kampf geliefert haben, teilweise fast auf Augenhöhe. „In ein paar Phasen haben wir uns durchgemogelt“, sagte der Ex-Profi: „Andererseits: In der zweiten Halbzeit waren zwei Bretter von uns dabei . . .“ Hätten Kobrowski (64.) oder Dittrich (67.) besser gezielt, wären die Löwen womöglich mit einer ernsten Sinnkrise zurück in die Landeshauptstadt gereist.

So blieb ein Punkt hängen, den man sich nach einer Spieleflut mit vielen Siegen auch mal schönreden kann. Und es ergab sich ein Mini-Aufreger, der aber fast kein Thema mehr war, als der Löwen-Bus um kurz nach 18 Uhr vom Parkplatz rollte, um noch den Biergarten des Riedenburger Brauhauses anzusteuern. Es ging um Timo Gebhart, den Star des Bierofka-Teams.

Obwohl die „Ballerlöwen“ (tz) ihr Visier am Samstag lausig eingestellt hatten, entschied der Coach überraschend, ab der 60. Minute auf die Mithilfe des Topscorers zu verzichten (für ihn kam der defensive Weeger). Der stolze Gebhart reagierte irritiert, steuerte auf direktem Weg die Duschräume an – zeigte sich hinterher jedoch kreuzbrav, was Bierofkas Grundsatz, dass alle im Kader gleich sind, nachträglich stützte.

Gebhart kreuzbrav: „Nicht mein Tag“

„Es war einfach nicht mein Tag“, sagte Gebhart kleinlaut: „Wir haben viele gute Leute – alles gut.“ Bierofka stellte mit scharfem Ton klar: „Es war meine Entscheidung – Ende. Er (Gebhart) hat keine Ausnahmestellung hier. Wenn ich mit irgendwas nicht zufrieden bin, dann reagiere ich wie bei jedem anderen Spieler auch.“

Womöglich steckte ja auch ein tieferer Sinn hinter der zeitigen Herausnahme des Ausnahmespielers. Auch die Mannschaft dürfte nämlich registriert haben, dass es ohne Gebhart nicht einfacher wurde, das Bollwerk der laufstarken Oberpfälzer zu durchbrechen. Bekanntlich ist ja der Zukauf eines weiteren Profis geplant (Daniel Adlung), was womöglich auch teamintern kontrovers diskutiert wird. Seit Samstag wissen auch die ehrgeizigen Talente, dass man gar nicht genug Qualität haben kann, um diese Liga weiterhin zu dominieren.

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